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EU hinkt eigenen Klimazielen hinterher

Bisheriges Tempo beim Ausbau der eneueerbaren Energien zu langsam

Der jüngste von der Europäischen Umweltagentur (EEA) veröffentlichte Bericht über Trends und Prognosen der vorliegenden Klima- und Energiedaten in der EU zeigt, dass die Treibhausgasemissionen in der EU von 2017 bis 2018 um zwei Prozent zurückgegangen sind. Damit liege die EU rechnerisch bei 23,2 Prozent Reduzierung im Vergleich zum Ausgangsjahr 1990 und erfüllt damit ihr Ziel für 2020 (minus 20 Prozent). Die EEA konstatiert aber auch, dass besonders die Fortschritte beim Anteil erneuerbarer Energien und bei der Energieeffizienz eindeutig zu langsam sind, will die EU ihre 2030-Ziele erreichen.

Außerdem bedeutet die Reduktion um zwei Prozent lediglich, dass die Emissionen wieder auf etwa das Niveau zurückgingen, das die EU bereits 2014 erreicht hatte, kritisierte die Klimaschutzorganisation CAN Europe. Denn der Energieverbrauch steige nach wie vor und torpediert die erreichten Fortschritte. Und was Energieeffizienz angehe, werde die EU auch ihre 2020-Ziele nicht erreichen. Diese Lücke müsse geschlossen werden, damit die europäischen Volkswirtschaften und ihre BürgerInnen die verschiedenen Vorteile, die Energieeinsparungen zu bieten haben, auch nutzen könnten. "Um bis 2030 ehrgeizige Senkungen der Treibhausgasemissionen zu erreichen, müssen die Energie- und Klimapläne der EU-Mitgliedstaaten das Tempo der Umstellung auf saubere Energie beschleunigen und die Nutzung fossiler Brennstoffe schrittweise beenden. Nur so können sie den Millionen von Bürgern, die konkrete und rasche Maßnahmen fordern, um die Verschärfung des Klimawandels zu verhindern, gerecht werden", forderte CAN Europe-Chef Wendel Trio.

Wie in den Vorjahren sei der Verkehrssektor nach wie vor ein besonderes Problem mit steigenden Treibhausgasemissionen, der geringen Nutzung erneuerbarer Energiequellen und einer unzureichenden Reduzierung der Lebenszyklusemissionen von Verkehrskraftstoffen, meldet die EEA. Das Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch bis 2020 auf 20 Prozent in der EU zu erhöhen, ist dem Bericht zufolge "in Reichweite". Die EEA schätzt, dass der Anteil der erneuerbaren Energien im Jahr 2018 bei 18,0 Prozent lag. Im Verkehrssektor allerdings stammten 2017 nur 7,6 Prozent und 2018 schätzungsweise 8,1 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen. Damit laufe Sektor Gefahr, das für 2020 gesetzte Ziel von 10 Prozent zu verfehlen.

Der Anteil erneuerbarer Energien steige generell noch nicht schnell genug, um das EU-Ziel von 32 Prozent bis 2030 zu erreichen. Laut Bericht ist der Anteil der Erneuerbaren jährlich nur um durchschnittlich 0,7 Prozentpunkte gestiegen. Zur Zielerreichung müsse aber in der nächsten Dekade der Anstieg im Durchschnitt mindestens 1,1 Prozentpunkte pro Jahr betragen.



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Weitere Infos: EU Umweltbüro

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