© Ökosoziales Forum / Das Ökosoziales Forum lud zur Diskussionsveranstaltung
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Keine Nährstoffe im Boden, kein Essen am Teller

„Vorsicht Nährstofflücke!" Ökosoziales Forum lud zur Diskussion

„Nährstoffe wie Stickstoff oder Phosphor sind essenziell für die Nahrungsversorgung der Bevölkerung – also unser Leben. Zur langfristigen Sicherung der Verfügbarkeit dieser Nährstoffe müssen die Kreislaufwirtschaft und das Nährstoffrecycling weiter gestärkt werden. Das stärkt auch unsere Unabhängigkeit von Importen. Bereits jetzt gibt es erste Vorzeige-Projekte in Österreich und Europa, die Nährstoffe recyceln und in den Kreislauf rückführen.“
(Stephan Pernkopf, Präsident des Ökosozialen Forums )



Wien - „Vorsicht Nährstofflücke! Keine Nährstoffe im Boden, kein Essen am Teller“, so lautete das Motto einer Diskussionsveranstaltung über unsere zukünftige Nährstoffversorgung, zu der das Ökosoziale Forum einlud. Egal ob Magnesium, Kalium oder Phosphor: Wir Menschen beziehen unsere Nährstoffe aus unseren Lebensmitteln - Pflanzen aus dem Boden. Doch auch der Boden muss kontinuierlich mit Nährstoffen versorgt werden, um uns wiederum mit Lebensmitteln versorgen zu können.

„Nährstoffe wie Stickstoff oder Phosphor sind essenziell für die Nahrungsversorgung der Bevölkerung – also unser Leben. Zur langfristigen Sicherung der Verfügbarkeit dieser Nährstoffe müssen die Kreislaufwirtschaft und das Nährstoffrecycling weiter gestärkt werden. Das stärkt auch unsere Unabhängigkeit von Importen. Bereits jetzt gibt es erste Vorzeige-Projekte in Österreich und Europa, die Nährstoffe recyceln und in den Kreislauf rückführen.“, hält Stephan Pernkopf, Präsident des Ökosozialen Forums, fest.

Woher kommt die Nährstofflücke?

Nährstoffe sind unersetzlich für die Lebensmittelherstellung. Durch die Ernte werden dem Boden Nährstoffe entzogen. Um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, müssen diese in irgendeiner Form wieder zugeführt werden. „Im Alpenvorland sind zum Beispiel 45 % der Böden unterversorgt“, sagt Adelheid Spiegel von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). „Seit Jahrzehnten wissen wir: Die mineralischen Nährstoffquellen sind endlich und wir müssen Alternativen finden.“ Besonders Phosphor ist dabei ein knappes Gut.

Die Nährstofflücke schließen

Durch Düngung in organischer und mineralischer Form können dem Boden wichtige Nährstoffe zugeführt werden: Dank Österreichs kleinstrukturierter und diverser Landwirtschaft wird der Boden oft mit Hilfe von organischem Dünger in Form von Wirtschaftsdünger versorgt. Ein nicht unerheblicher Anteil an Phosphor etwa muss allerdings aus einigen wenigen und weltweit sehr begrenzten Phosphatlagerstätten importiert werden.

Menschliche Ausscheidungen und Kreislaufwirtschaft als Lösungsansatz

Momentan wird mit Nährstoffen wie Phosphor wenig nachhaltig umgegangen. Doch hier gibt es großes Recyclingpotenzial: Der Österreicher produziert durch seine Ausscheidungen im Jahr circa 1 Kilo Phosphor. „Durch das Recycling von Abwässern und Klärschlamm wäre es möglich, bis zu 80 % des österreichischen Phosphorbedarfs zu decken“, erklärt Lukas Egle von der MA48 – Stadt Wien.


Um Ressourcen zu schonen und Nährstoffe zu recyceln, tritt das Prinzip der Kreislaufwirtschaft auf den Plan: Es zielt darauf ab, Rohstoffe innerhalb eines geschlossenen Kreislaufs aufzubereiten und wiederzuverwenden, damit Ressourcen zu schonen und am Ende kaum noch Abfälle zu produzieren.

Weitere Informationen unter: www.ökosozial.at


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