© Christian Alex/pixelio.de
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Welternährungstag: Billig-Fleisch-System ist Angriff auf Gesundheit und Klima

2 Billionen Folgekosten durch Übergewicht, alle 10 Sekunden verhungert ein Kind. Aktuelle FAO-Zahlen unterstreichen Forderungen des Tierschutzvolksbegehren

Anlässlich des Welternährungstages mahnt die Welternährungsorganisation (FAO) mit dramatischen Zahlen zur Änderung der Lebensmittel-Produktion. Vor allem unsere Gesundheit und das Klima seien Hauptbetroffene des vorherrschenden Systems, das primär auf Profitmaximierung zu Lasten der Tiere, Umwelt und heimischen Bauern beruht. Das Tierschutzvolksbegehren fordert daher eine radikale Wende bei Handel, Förderwesen und öffentlicher Beschaffung.

"Derzeit leben wir in einem Billigfleisch-System: Im Handel jagt eine Rabattaktion die andere, während tierische Produkte viel zu oft in Mülleimern landen. In öffentlichen Küchen wird mit Steuergeld möglichst günstig eingekauft, Fördermittel fließen primär in die Massenproduktion. Klimafreundlichkeit und Tierwohl spielen keine Rolle. Die Verantwortung wird gänzlich an die Konsumenten delegiert, die durch fehlende Transparenz oftmals überhaupt nicht wissen, was auf ihren Tellern landet. Wie lange wollen wir das in Zeiten von Klimakrise und Artensterben noch akzeptieren?" so Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens.

Über 25 Prozent der Treibhausgas-Emissionen entstehen in Österreich durch die Lebensmittel-Produktion, laut IPCC-Special Report global sogar bis zu 37 Prozent. Ein Beispiel: Für die Erzeugung von 1.000 Kalorien aus Rindfleisch werden 31 Quadratmeter an Fläche benötigt und 6.500 Gramm CO2 emittiert, für die gleiche Kalorien-Menge aus Gemüse hingegen kaum 2 Quadratmeter Fläche verbraucht und nur 150 Gramm CO2 emittiert. Laut FAO betragen die globalen Folgekosten dieser Ernährungsweise und des daraus resultierenden Übergewichts über 2 Billionen Dollar pro Jahr. Mehr als 900 Millionen Menschen sind inzwischen übergewichtig. Gleichzeitig verhungert im Jahr 2019 alle 10 Sekunden ein Kind, über 800 Millionen Menschen sind unterversorgt.

"Während das ökologisch und ethisch teuer produzierte Fleisch zum Dumpingpreis verschleudert wird, verhungert alle 10 Sekunden ein Kind. Mit Unmengen von unserem Steuergeld geförderte landwirtschaftliche Überschüsse, etwa bei Milch, werden zu Spottpreisen in den globalen Süden exportiert und zerstören dort die lokale Landwirtschaft. Ein Liter vor Ort erzeugter Milch in Burkina Faso kostet das dreifache der importierten EU-Pulvermilch. Das sind nur kleine Auszüge unseres Systems, das in vielfacher Weise schädlich für uns alle ist" so Bohrn Mena abschließend.

Das 14-Punkte-Programm des Tierschutzvolksbegehren würde Änderungen bewirken. Die verpflichtende Transparenz bei Lebensmitteln würde zum Konsum heimischer, tier- und klimafreundlicher Lebensmittel anregen. Die Umschichtung von Fördergeldern die biologische Landwirtschaft fördern, die Bindung öffentlicher Mittel den Inlands-Absatz entsprechender Erzeugnisse ankurbeln und für eine existenzsichernde Perspektive für Bauern sorgen.


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