© Share Now / ShareNow verfügt über einige E-Fahrzeuge
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Greenpeace macht Klimacheck bei Autoverleihern: Car-Sharer gut, große Verleiher schwach

Umweltschutzorganisation Greenpeace: Die größten Flottenbesitzer des Landes haben viel Spielraum nach oben im Klimaschutz. VW-Tochter täuscht KonsumentInnen mit falschen CO2-Werten.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die österreichische Autoverleihbranche einem Klimacheck unterzogen. Die noch jungen Car-Sharing-Angebote schneiden im Klimacheck durchwegs gut ab. Das ÖBB Rail & Drive Programm gewinnt knapp vor dem Wiener Anbieter ShareNow. Das Angebot der großen, klassischen Autoverleiher entspricht jedoch nicht den Ansprüchen an Klimaschutz. Europcar, in Österreich von einer VW-Tochter in Lizenz betrieben, führt bei der Buchung sogar falsche, zu niedrige CO2-Emissionswerte für die Autos an. Bewertet wurden von Greenpeace vor allem die Verfügbarkeit von E-Autos sowie von besonders sparsamen Verbrennern sowie die Transparenz bei der Buchung.

"Die Zukunft der Mobilität heißt teilen und elektrisch fahren auf Basis von erneuerbarem Strom. Car-Sharing ist generell ein Zukunftskonzept", sagt Greenpeace-Sprecher Herwig Schuster. "Auch Mietautos sind grundsätzlich ökologisch sinnvoll, wenn diese statt eines eigenen Autos verwendet werden.” Die Autoverleihfirmen haben dabei in Österreich besondere Verantwortung, denn sie gestalten den gesamten Markt prägend mit. Was ein Autoverleiher heute einkauft, landet morgen als Gebrauchtwagen am Markt. "Die Unternehmen müssen sich der Verantwortung stellen und schon im Einkauf auf nachhaltige Modelle achten"€, fordert Schuster. Konkret fordert Greenpeace, dass alle Autoverleiher auf E-Mobilität setzen sowie konsequent nur die verbrauchsärmsten Fahrzeuge in den jeweiligen Kategorien einkaufen. Die Autoverleihfirmen sind die größten Flottenbesitzer in Österreich. Die gesamte Branche hat im Jahresschnitt mehr als 12.000 Fahrzeuge in Betrieb. Da diese zumeist nur ein halbes Jahr behalten werden, werden pro Jahr rund 25.000 Autos eingekauft. Das sind circa sieben Prozent aller Autos in Österreich. Damit haben die Autoverleiher einen erheblichen Einfluss auf den gesamten Automarkt, denn die Fahrzeuge werden rasch als Gebrauchtwagen in den Markt gebracht.

Die ÖBB haben den Check der zwölf größten Anbieter in Österreich mit ihrem Rail & Drive Programm vor allem wegen der Verfügbarkeit von E-Autos an zehn Bahnhöfen quer durch Österreich gewonnen. Auch ShareNow verfügt bereits über einige E-Fahrzeuge und hat ambitionierte Pläne. Schwach haben die großen internationalen Autoverleiher im Greenpeace-Test abgeschnitten. Kein einziger der Großen hat buchbare E-Autos. Nur Hertz hat angekündigt, ab 2020 flächendeckend E-Autos in Österreich anzubieten und landete daher auf Platz Drei im Ranking. Europcar führt zwar ein E-Auto auf seiner Website an, dieses ist allerdings de facto nicht verfügbar, wie ein Greenpeace-Buchungstest ergeben hat. Europcar gibt auf der Website auch zu niedrige CO2-Emissionswerte der Autos an. Anstatt den üblichen Stadt-Land-Durchschnittsverbrauch anzugeben, wird der viel niedrigere Überland-Verbrauch angegeben und damit eine höhere Umweltverträglichkeit der Fahrzeuge suggeriert. "Den KundInnen wird damit eine angebliche Klimafreundlichkeit vorgetäuscht. Gerade eine Tochter von VW sollte hier eines Besseren belehrt worden sein. Geschönte CO2-Werte sind keine Lösung, sie nehmen den Menschen die Möglichkeit, informierte Entscheidungen zu treffen", ärgert sich Schuster, "sonst wäre das Info-System von Europcar vorbildlich."

Das vollständige Ranking finden Sie hier: AutoverleiherKlimacheck


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