© GLOBAL 2000 / Christopher Glanzl /  Stopp Mochovce
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MiG-Absturz nahe AKW Mochovce: Bauabbruch und Stilllegung gefordert

Neue Informationen: Voll bewaffneter Kampfjet stürzt nach Vorbeiflug an AKW in Wald - Pilot rettet sich mit Schleudersitz

Wie erst jetzt durch slowakische Informanten bekannt wird, war der Absturz einer MiG-29 der slowakischen Luftwaffe wesentlich gefährlicher als zuerst angenommen: Der Pilot des Kampfjets verlor am Samstagabend (28. September) bei schlechter Sicht und schwierigen Wetterbedingungen die Treibstoffzufuhr und musste sich mit dem Schleudersitz retten, bevor das voll bewaffnete Flugzeug in einen Wald der Ortschaft Ceroviny in Nové Sady (Bezirk Nitra) stürzte. Aus der 14 Kilometer entfernten Absprungstelle des Piloten bei der Ortschaft Podhorany geht nach Informanten hervor, dass das Kampfflugzeug aus der Richtung des 41 Kilometer entfernten Mochovce kam, bevor es aufgrund von technischen Problemen abstürzte. (1)

"Wieder einmal hat Mitteleuropa Glück gehabt: ein voll bewaffneter Kampfjet aus Sowjet-Zeiten verliert nahe laufenden und teilfertigen Reaktoren aus Sowjet-Zeiten die Kontrolle und stürzt ab - gottseidank ohne Verlust von Leben und ohne Explosion der Raketen an Bord", sagt Reinhard Uhrig, Atomsprecher der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000. "Der Unfall zeigt wieder die Unverantwortlichkeit des Uralt-AKW Mochovce: Wir fordern die sofortige Stilllegung der laufenden Reaktoren und einen Bauabbruch von Reaktor 3, der im Frühjahr 2020 in Betrieb gehen soll."

Die MiG-29 AS, taktische Nummer 6526 mit einer Leermasse von elf Tonnen und Minimalgeschwindigkeit von 260 Stundenkilometern ist bei Routineflügen der slowakischen Luftwaffe mit mindestens zwei Luft-Luft-Raketen bestückt, zusätzlich führt die 30-Millimeter-Bordkanone 150 Runden Munition mit, nur diese Munition detonierte teilweise beim Absturz. Bilder der slowakischen Polizei zeigen brennende Wrack-Trümmer.2) Die Absturzstelle wurde zwischenzeitlich von Experten des slowakischen Militärs geräumt. Der Absturz ist der letzte einer Reihe von MiG-Abstürzen in der Slowakei.

AKW Mochovce nicht gegen Flugzeugabsturz geschützt

Wie GLOBAL 2000 bereits im Februar 2019 darstellte, ist das AKW nicht gegen den Absturz großer Verkehrsflugzeuge ausgelegt - liegt aber direkt unter einer viel beflogenen Flugroute.3) Das sowjetische Kraftwerksdesign aus den 1970er-Jahren ist maximal für den Aufprall eines kleinen (Sport-)Flugzeugs ausgelegt - Aufprall und Explosion eines bewaffneten Kampfjets im Kernbereich der Anlage hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit katastrophale Auswirkungen für die gesamte Region und Mitteleuropa, sodass der Weiterbetrieb aus Sicht von GLOBAL 2000 unverantwortlich ist. "Die Sicherheit der veralteten Generation-II-Reaktoren in Mochovce gegen absichtliche oder unabsichtliche Flugzeugabstürze ist eindeutig nicht gegeben. Im 21. Jahrhundert ist der Betrieb und gar noch die zusätzliche Inbetriebnahme eines Uralt-Reaktors ohne ausreichendes Sicherheitskonzept vollkommen inakzeptabel", betont Uhrig.

Absturz wenige Minuten nach Mochovce

Selbst wenn man davon ausgeht, dass die MiG extrem langsam unterwegs war - mit Minimalgeschwindigkeit von 260 Stundenkilometern - hat sie die Strecke bis zum Absturzort in 41 Kilometer Entfernung in maximal neun Minuten zurückgelegt. "Die MiG ist wenige Minuten nach Vorbeiflug am AKW Mochovce abgestürzt. Die österreichische Bundesregierung unter Kanzlerin Bierlein ist aufgerufen, von ihrem slowakischen Kollegen Pellegrini den sofortigen Projektabbruch und die Stilllegung der Atomanlagen in Mochovce zu fordern, um nicht weiter einen Super-GAU in Zentraleuropa zu riskieren."

1) Karte Absturzstelle Ceroviny zu Absprungort Podhorany



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