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Klimakiller Fleisch? Strategie für nachhaltige Ernährung notwendig

Ein Viertel unseres ökologischen Fußabdrucks geht auf die Ernährung zurück - WWF Österreich präsentiert Fünf-Punkte-Paket für nachhaltige Ernährung

Der weltweite Hunger auf Fleisch wird immer mehr zum Problem für Umwelt und Klima. Bereits ein Viertel unseres ökologischen Fußabdrucks wird durch die Ernährung verursacht, allein Fleisch ist für 43 Prozent der ernährungsbezogenen Treibhausgase verantwortlich. Laut einer aktuellen IATP-Studie (Institute for Agriculture and Trade Policy) sind die fünf größten Fleisch- und Molkereikonzerne bereits für mehr Treibhausgasemissionen verantwortlich als die großen Ölkonzerne. Österreich liegt mit einem durchschnittlichen Fleischkonsum von 63 Kilogramm pro Jahr und Kopf im weltweiten Spitzenfeld. "Fleisch zählt zu den größten Klimakillern, dennoch lehnt sich die Politik hier zurück und wälzt das Problem auf die Konsumentinnen und Konsumenten ab. Daher fordern wir einen konkreten Aktionsplan für die Emissionsreduktion im Ernährungsbereich. Alle Parteien müssen hier Maßnahmen vorlegen anstatt nur symbolisch für Klimaschutz zu sein", sagt Helene Glatter-Götz, Expertin für nachhaltige Ernährung beim WWF Österreich. Die Umweltschutzorganisation nennt fünf konkrete Tätigkeitsfelder, in denen eine Strategie für ein klima- und umweltverträgliches Ernährungssystem ansetzen muss.

1. Öffentliche Beschaffung auf Bio umstellen: Die Politik muss eine Vorbildrolle einnehmen. Klare Vorgaben für eine nachhaltige Beschaffung verkleinern den ökologischen Fußabdruck der jeweiligen öffentlichen Einrichtung.

2. Kennzeichnungspflicht verankern: Eine konsequente Kennzeichnungspflicht bei allen Fleischprodukten im Handel und in der Gastronomie unterstützt Kundinnen und Kunden dabei, besser informierte Kaufentscheidungen zu treffen.

3. Billigfleisch stoppen: Ein Ende von schädlichen Dauerrabatten auf Fleischprodukte im Handel schafft faire Handels- und Wettbewerbsbedingungen, entlastet heimische Landwirte und fördert eine klima- und naturverträgliche Produktion.

4. Schädliche Agrarsubventionen abbauen: Auf europäischer Ebene müssen alle Instrumente der Gemeinsamen Agrarpolitik konsequent auf eine ökologisch nachhaltige Landwirtschaft ausgerichtet werden.

5. Bewusstseinsbildung fördern: Bewusste Kaufentscheidungen brauchen fundiertes Vorwissen. Die öffentliche Hand muss besser informieren und die Folgen einer klima- und umweltschädlichen Ernährung aufzeigen. Zugleich liegt es an der Politik, ein Umdenken anzustoßen, damit nachhaltige Ernährung nicht nur Trend, sondern Alltag wird.

Laut Österreichischer Klimaforschungsgemeinschaft (APCC) können die größten positiven Effekte für Klima und Gesundheit durch eine Reduktion des Fleischkonsums erzielt werden. Allein durch eine Beschränkung des durchschnittlichen Fleischkonsums auf 300 bis 450 Gramm pro Woche, pro Kopf können 22 Prozent der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen eingespart werden. Zusätzliche positive Effekte, etwa durch einen biologischen, regionalen und saisonalen Einkauf, sind dabei noch gar nicht eingerechnet. Laut einer Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBl) könnten neun Milliarden Menschen biologisch ernährt werden, wenn zugleich der globale Fleischkonsum um ein Drittel zurückgeht und die Lebensmittelverschwendung um die Hälfte.

Details zu den einzelnen Tätigkeitsfelder des Fünf-Punkte-Pakets finden Sie hier


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