© John Hain / pixabay.com
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BauKarussell: Re-Use am Bau im Kommen

BauKarussell bringt soziale Kreislaufwirtschaft am Bau nach Österreich - Ansatz des verwertungsorientierten Rückbaus wird im Web der Öffentlichkeit präsentiert

BauKarussell hat sich seit seiner Gründung als Projektkonsortium 2016 zum ersten österreichischen Anbieter für verwertungsorientierten Rückbau entwickelt. "Die Baubranche ist mit einem Anteil von mehr als 70% am Gesamtabfallaufkommen der größte Abfallverursacher. Um das zu ändern, haben wir BauKarussell ins Leben gerufen. Es ist unser Ziel, die vorhandenen Potentiale von Gebäuden durch Wiederverwendung (Re-Use) voll auszuschöpfen. Nur so können wir intelligente Ressourcennutzung in die Tat umsetzen.", erklärt Architekt Thomas Romm, Gründer von BauKarussell.

Förderung von Kreislaufwirtschaft und Sozialwirtschaft

Mehrere erfolgreiche Projekte zeigten bereits, was machbar ist. "Ressourcenschonung, Wertschöpfung und Sozialwirtschaft sind als erfolgreiches Konzept miteinander vereinbar.", so Markus Meissner (pulswerk), Projektleiter von BauKarussell. Denn in der Umsetzung von Kreislaufwirtschaft am Bau wird mit sozialökonomischen Partnerbetrieben zusammengearbeitet. "Im operativen Rückbau kommen Transitarbeitskräfte zum Einsatz. Denn es ist eines unserer zentralen Anliegen, neue Chancen für am Arbeitsmarkt benachteiligte Personen zu schaffen.," erläutert Meissner den sozialen Mehrwert.

Wertschöpfung durch Urban Mining im Rückbau

Der rechtliche Rahmen für Rückbauvorhaben wird von der Recycling-Baustoffverordnung festgelegt, die Bauherren dazu verpflichtet, vor dem Abriss eine Schad- und Störstofferkundung durchführen zu lassen und bei vorhandener Nachfrage eine Wiederverwendung von Bauelementen zu ermöglichen. BauKarussell unterstützt Bauunternehmen professionell darin, diesen Verpflichtungen nachzukommen. Bereits 2017 konnten im Glaspalast, dem ehemaligen Rechenzentrum der Stadt Wien, in 3.400 operativen Arbeitsstunden durch sortenreine Trennung und Entfrachtung knapp 74.000 kg Abfall vermieden werden. Im ehemaligen Coca-Cola-Werk wurden im selben Jahr 5.000 Dachplatten und 3.000 m2 extensive Dachbegrünung für Re-Use zur Verfügung gestellt, dadurch 450.000 kg Abfall vermieden und rund 100.000 Umsatz generiert. Mit jedem Projekt wird das Konzept weiterentwickelt und entsprechend den Bedürfnissen der Bauherren optimiert.

Neuer Webauftritt als Anlaufstelle für Bauherren und Interessierte

Vor kurzem wurde auch die neue Website von BauKarussell gelauncht. Der Online-Auftritt umfasst neben einer Beschreibung der Dienstleistungspakete für Bauherren auch einen Überblick über die einzelnen Schritte des verwertungsorientierten Rückbaus mit praktischen Tipps. "Es ist uns wichtig, den verwertungsorientierten Rückbau in der Praxis zur Standardabbruchmethode zu machen. Denn je mehr Stakeholder der Baubranche diesen Ansatz realisieren, desto mehr wird Re-Use in Gebäuden zum Mainstream." so Romm. Zu diesem Zweck sind die Partner seit Projektbeginn mit Unternehmen, ForscherInnen und politischen EntscheidungsträgerInnen im Gespräch. Der intensive Austausch dient dem gemeinsamen Weitergehen hin zu einer Bauwirtschaft, die Kreislaufwirtschaft in die Tat umsetzt und so die Erde und unser Klima schont. "Dafür ist es unabdingbar, den Rückbau bereits in der Planung von Objekten zu berücksichtigen." so Architekt Romm. "Eine zukunftsfähige Bauwirtschaft braucht intelligente, umsetzbare Ansätze und Lösungen und wir freuen uns darauf, unseren Beitrag dazu leisten zu können und so an strategisch wichtiger Stelle als Impulsgeber agieren zu können."

Zurzeit arbeitet BauKarussell an seiner künftigen Rechtsform. In der bisherigen Projektphase hat BauKarussell Förderung und Unterstützung seitens des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus, der MA 22 - Umweltschutz der Stadt Wien, der MA 48 - Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark der Stadt Wien, der Initiative "naturlich weniger Mist" der Stadt Wien, des OekoBusiness Wien und des AMS als Förderer der sozialökonomischen Partnerbetriebe erhalten.

BauKarussell ist der erste Anbieter am österreichischen Markt für den verwertungsorientierten Rückbau und hat es sich zum Ziel gemacht, Re-Use im großvolumigen Baubereich als Rückbau-Dienstleistungspaket für Bauherren umzusetzen und zum Mainstream zu machen. Das Geschäftsmodell wurde in der Pilotphase ab dem Jahr 2017 in größeren Rückbau- und Bauvorhaben in Wien getestet. Das BauKarussell-Team setzt sich aus Partnern von pulswerk, Romm/Mischek ZT und RepaNet - Re-Use- und Reparaturnetzwerk Österreich und zusammen. Operative Partner sind das Demontage- und Recyclingzentrum DRZ Wien und die Caritas SÖB.

www.baukarussell.at


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