© Avtar Kamani  pixabay.com
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Caritas zum Klimagipfel in Wien: Wir müssen jetzt handeln!

Landau: "Jene Menschen, die die Klimakrise am wenigsten verursacht haben, leiden am meisten darunter. Für unsere gemeinsame Welt müssen wir gemeinsam Verantwortung übernehmen."

Die globale Klimakrise ist einer der Hauptgründe für das Ansteigen des weltweiten Hungers: Sie verursacht Landverlust, Nahrungsmittel- und Trinkwasserknappheit. Caritas Präsident Michael Landau, gerade zurück von der Generalversammlung der Caritas Internationalis in Rom, die sich auch mit dem Thema Umweltschutz befasst hat, betont: "Jene Menschen, die die Klimakrise am wenigsten verursacht haben, leiden am meisten darunter. Der weltweite Hunger steigt wieder. Das ist ein Drama. Heute leiden in Afrika südlich der Sahara, 220 Millionen Menschen an Hunger, das sind um 40 Millionen Menschen mehr als noch 2006. Tatsache ist, die Klimakrise ist neben regionalen Konflikten einer der Hauptgründe für diesen Anstieg."

Wassermangel und steigende Temperaturen verschärfen die Situation

Die Mehrheit der Menschen in Afrika und Asien lebt von kleinbäuerlicher Landwirtschaft, viele von Subsistenzwirtschaft - das heißt, Bäuerinnen und Bauern ernten gerade einmal das, was sie zum Überleben brauchen und sind damit von natürlichen Ressourcen abhängig.

Landau: "Aus den Gesprächen in Rom weiß ich: Die dramatischen Klimaphänomene nehmen zu. Dürrekatastrophen werden auf der einen Seite häufiger. Auf der anderen Seite kommt es zu Überflutungen und einem Anstieg der Wasserpegel, der Menschen ihren Lebensraum kostet. Gerade für Afrika gilt: Der Mangel an Regen, die sinkende Wasserhaltekapazität der Böden und die schwindende Bodenfruchtbarkeit haben geringere Ernten zur Folge, die zu Hunger führen. Jede weitere Veränderung dieser extrem schwierigen Bedingungen durch die Klimakrise bedroht den Lebensraum entscheidend und gefährdet damit das Überleben dieser Menschen. Schon heute hat jeder dritte Mensch weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Der globale Temperaturanstieg verschärft den Wassermangel in vielen Ländern dramatisch."

"Fridays for Future" ist ein Hoffnungszeichen gerade für Afrika

Für viele afrikanische Länder und große Teile Asiens wird durch die Klimakrise eine regionale Reduktion der landwirtschaftlichen Produktion und des Fischfangs prognostiziert: Die Erwärmung der Meere und Binnengewässer führt zu einem Rückgang der Fischbestände; extreme Wetterereignisse wie starke Regenfälle, Stürme und Dürren zerstören Ernten. Das bedeutet, die globale Ernährungssituation wird sich ohne rasches, entschiedenes Handeln dramatisch verschlechtern.

Landau: "Die Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte in der Bekämpfung des Hungers sind gefährdet, und das gilt besonders für Afrika. Fridays for Future ist hier ein ganz großes Hoffnungszeichen. Dass in ganz Europa und weltweit hunderttausende junge Menschen für den Klimaschutz auf die Straße gehen macht deutlich: Gerade junge Menschen haben ein Gefühl dafür, dass wir als Menschheit eine Familie sind und uns die Welt gemeinsam anvertraut ist, als das eine, gemeinsame Haus der Schöpfung."

Klimakrise in Afrika und Asien - Caritas hilft

Auch für die Caritas Österreich ist Hilfe zur Ernährungssicherung in Afrika und Asien ein ganz wichtiges Thema: Mit unterschiedlichen Maßnahmen werden von der Klimakrise betroffene Bäuerinnen und Bauern dabei unterstützt, sich an die dramatischen Klimaänderungen, häufigere Dürren und trockener Böden, anzupassen. Etwa in Burkina Faso, wo zum Beispiel mit der sogenannten "Zai-Methode" Wasser im Boden besser gespeichert und somit die Bodenfruchtbarkeit erhöht wird. (Es werden kleine Löcher ausgehoben, mit organischem Material gefüllt und das Wasser kann leichter in den so aufgelockerten Boden eindringen.) In Südasien unterstützt die Caritas Österreich ein landwirtschaftliches Programm in vier Ländern, in dem Bäuerinnen und Bauern, beraten von wissenschaftlichen Instituten, selbst auf ihren Feldern forschen und experimentieren, welche Pflanzen unter den veränderten Klimabedingungen den besten Ertrag liefern.

Zusagen für mehr Klimaschutz einhalten!

Landau: "Für unsere Welt müssen wir gemeinsam Verantwortung übernehmen. Die Klimakrise und der damit verbundene Hunger dürfen uns nicht egal sein, und Österreich könnte hier eine Vorreiterrolle einnehmen." Die Industriestaaten, unter ihnen auch Österreich, haben sich dazu verpflichtet, die Ziele des UN-Klimaschutzabkommens von Paris vollständig umzusetzen, die Finanzierung zu steigern und ab 2020 jährlich 100 Mrd. US-Dollar für die vom Klimawandel betroffenen Entwicklungsländer zur Verfügung zu stellen. Dafür wurde der Green Climate Fund der Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um Gelder zur Minderung von Treibhausgasen und zur Anpassung an den Klimawandel für Projekte in Entwicklungsländer bereit zu stellen. "Papst Franziskus erinnert in der 2015 erschienen Enzyklika "Laudato Si": Die Erde ist unser gemeinsames Haus, unsere gemeinsame Heimat. Wir haben nur einen Planeten, und daher haben wir die Verpflichtung und die Verantwortung, diesen gemeinsam zu schützen und zu bewahren", so Caritas Präsident Michael Landau.


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