© GLOBAL 2000 / Christopher Glanzl /  Stopp Mochovce
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AKW Mochovce-Betreiber und Atomaufsicht lenken von gravierenden Problemen ab

GLOBAL 2000 fordert Offenlegung der Dokumentation der Bauarbeiten und internationale Kontrolle der Baustelle

Wien & Mochovce/ Vor zwei Tagen machten mehrere Ingenieure neue Fakten zum Zustand und zum Bau-Chaos auf der Reaktorbaustelle Mochovce 3 publik, die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 leitete die Zeugenaussagen an die zuständigen österreichischen Stellen weiter. Die Zeugen mit langjähriger Erfahrung im Bau und Betrieb von Atomkraftwerken sind einerseits Bauingenieure, dessen Informationen die fahrlässigen Bohrungen ohne Bewehrungs-Suchgerät in den so genannten "hermetischen Kammern" rund um den Reaktor betrafen, und andererseits der Maschinenbauingenieur Mario Zadra, der in mehreren Dossiers unzählige Missstände auf der Baustelle an seine Vorgesetzten dokumentierte - bis er im April letzten Jahres gekündigt wurde. Die Ingenieure sind erklärte Befürworter von Atomkraft, Mario Zadra war als leitender Ingenieur für die Inbetriebnahme des letzten in Europa in Betrieb gegangenen Atomkraftwerks (Cernavoda 2) verantwortlich, sie wenden sich also nicht aus atomkritischen Gründen an die Öffentlichkeit, sondern aus ihrer Überzeugung als Ingenieure und weil sie massive Sicherheitsbedenken haben.

"Der Atomkraftwerks-Betreiber und leider auch die slowakische Atomaufsicht schießen sich jetzt auf GLOBAL 2000 und die Zeugen ein, anstatt den sicherheitsrelevanten Vorwürfen in einer geordneten und transparenten Weise nachzugehen", sagt Reinhard Uhrig, Atom-Sprecher von GLOBAL 2000. "Mit gezielten Nebelgranaten wird vom Betreiber behauptet, dass die hermetischen Kammern dicht seien - dies haben die Ingenieure nie bezweifelt - und von der Atomaufsicht, dass die Bohrungen vollständig unter Kontrolle ausgeführt und mit Video-Aufzeichnungen dokumentiert seien - diese lückenlosen Beweise können laut unserem Informanten gar nicht existieren, mit einzelnen behübschten "Beweisen" soll uns wiederum Atom-Sand in die Augen gestreut werden."

GLOBAL 2000 fordert Bau-Abbruch, Offenlegung der Dokumentation und internationale Inspektion GLOBAL 2000 warnt seit Jahren vor dem völlig veralteten Reaktorkonzept des Generation-II-Reaktors in Mochovce - und den außer Kontrolle geratenen Bauarbeiten, die sowohl die World Association of Nuclear Operators in einem Bericht von 2017 kritisierte und die Ingenieure wie Mario Zadra mit mehreren Dossiers und einer Vielzahl von Fotos und Videos dokumentiert haben. "Wir verlangen die Offenlegung der Video-Belege und der Dokumentation der Bautätigkeiten und besonders der Erdbeben-Anpassung der Halterungen für Kabelstränge, Rohre und Dampferzeuger", sagt Uhrig. "Berechnungen und Tests müssen durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Widerstandsfähigkeit des Reaktor-Gebäudes und des Druckabbau-Turms im Fall von Wasserstoffexplosionen nicht durch die baulichen Veränderungen geschwächt wurde." GLOBAL 2000 fordert einen sofortigen Baustopp sowie eine grenzüberschreitende UVP.

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