© Pezibear/ Pixabay / Hackschnitzel
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Kein Ökostrom mehr für St. Andrä

Holzkraftwerk der BIOMA Energie AG muss Stromproduktion einstellen

Das Holzkraftwerk der BIOMA Energie AG in St. Andrä ist eines von jenen 47 Kraftwerken, für die mit dem neuen Biomasse-Grundsatzgesetz eine Übergangsregelung beschlossen werden soll. Dennoch ist das Kraftwerk akut von der Schließung bedroht. Denn die Anlage kann die Anforderungen des Gesetzes in der Praxis nicht erfüllen.

Vorstand Herbert Mandl erläutert die schwierige Situation: "Das Gesetz fordert einen Brennstoffnutzungsgrad von mindestens 60 % und zwar das ganze Jahr über. Unser Werk kann diesen Brennstoffnutzungsgrad im Winter erreichen, aber nicht ganzjährig. Wir versorgen private Haushalte mit Fernwärme. Das bedeutet einen deutlichen Rückgang des Wärmebedarfs im Sommer und damit sinkt im Durchschnitt auch der Brennstoffnutzungsgrad." Dabei ist es Mandl wichtig darauf hinzuweisen, dass das Werk der BIOMA keineswegs veraltet ist: "Als wir unser Werk errichtet haben, gab es das 60 %-Kriterium noch nicht. Die gesamte Anlage ist jetzt erst 13 Jahre alt und würde ohne Probleme mindestens noch einmal so lange laufen. Jetzt alles abzudrehen, nur wegen eines willkürlich gewählten und technisch ungeeigneten Kriteriums, ist doch volkswirtschaftlich und ökologisch widersinnig. Und wir sind mit diesem Problem ja nicht allein, das betrifft auch zahlreiche andere Anlagen. Wir brauchen in der Praxis erreichbare Effizienzkriterien."

Die Auswirkungen der Schließung des Holzkraftwerks in St. Andrä sind jedenfalls enorm: "Wir mussten bereits sieben Mitarbeiter kündigen, am 27. April stellen wir die Turbine ab und werden das Werk nur noch als Heizwerk weiterbetreiben. Dafür brauchen wir nur einen Mitarbeiter. Mir fällt es nicht leicht, Leute zu kündigen, mit denen ich so lange gut zusammengearbeitet habe", betont Mandl.

Auch für die Lieferanten bedeutet die Einstellung der Stromproduktion eine massive Verschlechterung. Die Brennstoffeinkaufsmengen müssen um 90 % reduziert werden. "Für den reinen Heizwerksbetrieb brauchen wir deutlich weniger Brennstoff. Außerdem müssen wir aus wirtschaftlichen Gründen im Sommer die Fernwärmeproduktion auf Heizöl umstellen. Der Teillastbetrieb mit Holzhackschnitzeln ist wirtschaftlich einfach nicht darstellbar.", bedauert Mandl. "Wir möchten ja gerne weitermachen. Die Maßnahmen, die wir jetzt setzen müssen, sind aber durch die fragwürdigen politischen Entscheidungen der letzten Monate notwendig geworden. Wenn die Politik ein Einsehen hat und erkennt, dass man uns eine Chance geben muss, dann geht das Holzkraftwerk St. Andrä sofort wieder in Betrieb."

Quelle: BIOMA Energie AG


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