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Pendlercheck: Bahnpendler vermeiden große Mengen CO2

Derzeit pendeln dreimal so viele mit Auto wie mit Öffentlichem Verkehr

Wien – Der Arbeitsweg ist der häufigste Grund in Österreich mobil zu sein. Derzeit fahren rund dreimal so viele mit dem Auto zur Arbeit wie mit öffentlichen Verkehrsmitteln, macht der VCÖ aufmerksam. Damit Österreich seine Klimaziele erreichen kann, ist der Anteil der Bahnpendler deutlich zu erhöhen. Österreichs Bahnpendler vermeiden große Mengen an CO2. Der VCÖ betont, dass es aufgrund der flexibleren Arbeitszeiten auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten häufigere Verbindungen braucht. Zudem ist betriebliches Mobilitätsmanagement zu forcieren.

Der Verkehr ist Österreichs Sorgenkind beim Klimaschutz. Im Vorjahr sind die CO2-Emissionen anstatt zu sinken, zum vierten Mal in Folge gestiegen. „Die Bundesregierung kann das Klimaziel für das Jahr 2030 nur erreichen, wenn deutlich mehr Strecken mit Bahn und Bus statt mit dem Auto gefahren werden. Gerade am Arbeitsweg ist das Potenzial dafür sehr groß“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.

Unter der Woche sind 26 Prozent der Fahrten in Österreich Wege zur Arbeit und von der Arbeit wieder nach Hause. Damit ist der Arbeitsweg der häufigste Mobilitätsgrund. Während rund 1,3 Millionen Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit und wieder nach Hause gemacht werden, sind es mit dem Pkw mit rund 3,7 Millionen fast dreimal so viele, macht der VCÖ aufmerksam.

„Österreichs Bahnpendler leisten einen sehr wichtigen Beitrag zur Reduktion der klimaschädlichen CO2-Emissionen“, fasst VCÖ-Experte Gansterer eine VCÖ-Analyse der CO2-Bilanz von 100 Pendlerstrecken zusammen. Bei 26 Strecken vermeidet der Umstieg vom Auto auf die Bahn bei 220 Arbeitstagen mehr als 2.000 Kilogramm CO2 pro Jahr, bei 33 Strecken zwischen 1.000 und 2.000 Kilogramm CO2.

Wer beispielsweise von Amstetten nach St. Pölten mit der Bahn statt mit dem Auto pendelt, reduziert die CO2-Emissionen um rund 2.870 Kilogramm pro Jahr, auf der Strecke Wels – Linz sind es 1.570 Kilogramm CO2, auf der Strecke Neusiedl – Eisenstadt 1.530 Kilogramm CO2, auf der Strecke Klagenfurt – Villach sind es 1.800 kg CO2 und wer auf der Strecke Bruck an der Mur nach Graz mit der Bahn statt mit dem Auto pendelt, vermeidet im Schnitt 2.330 kg CO2 pro Jahr, so die VCÖ-Analyse.

Mit der Bahn in die Arbeit zu pendeln ist mit einer Jahreskarte zudem günstiger als mit dem Auto. Vor allem dann, wenn ein Haushalt wegen dem Pendeln in die Arbeit ein Zweitauto hat. Neben Wien, wo ein dichtes öffentliches Verkehrsnetz mit einer 365-Euro-Jahreskarte genutzt werden kann, sind Pendlerinnen und Pendler in Tirol und Vorarlberg sehr günstig unterwegs. Beide Bundesländer haben eine Jahreskarte, die für alle öffentlichen Verkehrsmittel des jeweiligen Bundeslandes gilt. In Tirol kostet das Tirol-Ticket 490,- Euro pro Jahr, in Vorarlberg kostet die Jahreskarte 378,- Euro.

Damit mehr Pendlerinnen und Pendler vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, braucht es auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten häufigere Verbindungen. „Durch die verstärkte Flexibilisierung der Arbeitszeiten ist es wichtig, dass es auch tagsüber sowie am Abend und am Wochenende ein gutes öffentliches Verkehrsangebot gibt“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Regionale Busverbindungen sind auf die Bahn optimal abzustimmen, das Angebot an Gemeindebusse und Anrufsammeltaxis ist auszuweiten, damit Pendlerinnen und Pendler den Bahnhof auch ohne eigenes Auto gut erreichen können. Zudem soll jedes der 124 regionalen Zentren in Österreich gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein.

Große Wirkung hat auch betriebliches Mobilitätsmanagement, wie zahlreiche Beispiele, wie Boehringer-Ingelheim und Thales in Wien, die Knapp AG bei Graz, Infineon in Villach, Berger Logistik in Wörgl oder Haberkorn in Wolfurt zeigen.

VCÖ: Mit Bahn statt Auto pendeln vermeidet viel CO2

(CO2-Vermeidung bei Nutzung von Bahn statt Pkw pro Jahr bei 220 Arbeitstagen)

Eisenstadt – Wien: 2.700 kg CO2 pro Jahr
Neusiedl am See – Eisenstadt: 1.530 kg CO2 pro Jahr
Klagenfurt – Villach: 1.800 kg CO2
Feldkirchen – Villach: 1.170 kg CO2
Amstetten – St. Pölten: 2.870 kg CO2
Baden – Vösendorf: 1.170 kg CO2
Gänserndorf – Wien: 1.620 kg CO2
Krems – Tulln: 1.880 kg CO2
Wels – Linz: 1.570 kg CO2
Perg – Linz: 1.530 kg CO2
Grieskirchen – Linz: 2.420 kg CO2
Hallein - Salzburg: 1.170 kg CO2
St. Johann im Pongau – Salzburg: 2.150 kg CO2
Bruck an der Mur – Graz: 2.330 kg CO2
Leibnitz – Graz: 2.020 kg CO2
Schwaz – Innsbruck: 1.390 kg CO2
Landeck – St. Anton: 1.170 kg CO2
Feldkirch – Dornbirn: 1.350 kg CO2
Bludenz – Bregenz: 2.460 kg CO2
Bregenz – Lustenau: 760 kg CO2

Quelle: VCÖ 2019



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