© Magnascan - pixabay.com
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LNG-Fracking-Gas aus den USA - Versuch einer Chronologie

Einblicke in Wortmeldungen von einigen EU-Parlamentarieren soweit vorhanden in Sachen Gas

LNG - flüssiges Gas

Die EU ist der größte Erdgasimporteur der Welt.

Die Diversifizierung der Versorgungsquellen ist daher sowohl für die Energiesicherheit als auch für die Wettbewerbsfähigkeit von größter Bedeutung. Die Sicherstellung, dass alle Mitgliedstaaten Zugang zu Flüssiggasmärkten haben, ist daher ein wichtiges Ziel der Energieunion der EU. LNG kann die Vielfalt der EU-Gasversorgung erheblich verbessern und somit die Energiesicherheit erheblich verbessern, so die offizielle Homepage der EU!

Anmerkung der Redaktion: Wir wissen allerdings, dass mit Steigerung der Energieeffizienz der Gasverbrauch sinken wird, ein Ausstieg aus allen fossilen Energieträgern im Rahmen der Energiewende notwendig ist und LNG-Fracking-Gas aus den USA von der Klimabilanz betrachtet, nicht besser als die Nutzung von Kohle ist. Mit der Energiewende und dem Ausstieg aus Gas bietet sich die Chance einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten und die heimische Umweltindustrie zu stärken (Plusenergiebauweisen, Wärmebereitstellung, Aus- und Weiterbildung, ...).

Erdgas macht derzeit rund ein Viertel des gesamten Energieverbrauchs der EU aus. Etwa 26% dieses Gases werden in der Stromerzeugung (einschließlich in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen) und rund 23% in der Industrie verwendet. Der Rest wird überwiegend im Wohn- und Dienstleistungssektor (hauptsächlich für die Wärme in Gebäuden) verwendet (Quelle siehe oben).

Derzeit wird weniger als die Hälfte des Gasbedarfs der EU durch die heimische Produktion gedeckt. Der Rest wird hauptsächlich aus Russland (39%), Norwegen (30%) und Algerien (13%) importiert. In den letzten Jahren hat der Anteil von LNG zugenommen, der im Jahr 2017 rund 14% der Importe ausmachte. Der größte Teil davon stammt aus Katar, Algerien und Nigeria (Quelle siehe oben).

Grundsätzlich sollten LNG-Terminals wie andere Energieinfrastrukturen durch Endnutzertarife finanziert werden (die Investitionen werden von allen Gasverbrauchern im Rahmen ihrer monatlichen Gasrechnung gezahlt) oder in einigen Fällen tragen die Gasunternehmen die Baukosten (Quelle siehe oben).

Bei Projekten, die für die Versorgungssicherheit besonders wichtig sind, könnten EU-Mittel wie die Connecting Europe Facility möglicherweise dazu beitragen, die Finanzierungslücke zu schließen. EIB-Darlehen, auch im Rahmen des Europäischen Fonds für strategische Investitionen, können eine weitere langfristige Finanzierungsquelle darstellen (Quelle siehe oben).

Informationen zum Gas-Import von EU-Staaten auf Basis der us-amerikanischen EIA sowie der EU

Mit Datenstand 25.10.2018 findet sich dies, siehe Link.

Die nachfolgenden Informationen geben einen Einblick, welche Staaten in der EU bereits LNG-Fracking-Gas aus den USA importieren und zwar seit welchem Jahr und in welchem Umfang.

Die EIA meint, dass sich die US-Exportkapazität für Flüssigerdgas bis Ende 2019 mehr als verdoppelt wird.

Informationen über bestehende und im Bau befindliche US-Verflüssigungsanlagen in großem Maßstab finden sich ebenfalls auf der Homepage der EIA.

Informationen über bestehende und geplante Infrastrukturen finden sich in einem FactSheet der EU mit Datenstand 30.11.2018. Ferner auch dies:

Die EU und die USA können viel vom LNG-Handel profitieren, da es ein Potenzial für eine weitere Steigerung des LNG-Handels in der EU in den kommenden Jahren gibt. Seit dem Treffen von US-Präsident Trump mit EU-Kommissar Juncker haben die US-amerikanischen LNG-Exporte nach Europa um 52% auf insgesamt 4,2 Milliarden Kubikmeter zugenommen. Wir werden daran arbeiten, den transatlantischen LNG-Handel in den nächsten drei Jahren auf mindestens 8 Milliarden Kubikmeter zu verdoppeln. Darüber hinaus werden die EU und die USA ein Signal über die Vorteile der US-amerikanischen LNG für ganz Europa und den Rest der Welt senden. Tatsache ist, dass US-amerikanisches LNG, wenn es zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten wird, eine Rolle bei der Erdgasversorgung der EU spielen kann, was die Diversifizierung und die Energiesicherheit in der EU verbessert.

Projekte von gemeinsamen Interesse

Seit 2013 erstellt die Europäische Kommission alle zwei Jahre eine neue Liste von PCI (Projekte von gemeinsamen Interesse).

Dies betrifft auch Gas.

Hier im Amtsblatt der EU vom 06.04.2018 finden sich ab Seite 8 PCI-Projekte in Sachen Gas.

Nachfolgend finden sich Ansprechpartner der regionalen Gasgruppen zu den PCI.

Europäische Kommission - Erklärung Gemeinsame Erklärung von US-Präsident Trump und EU-Kommissionspräsident Juncker nach dem Besuch von Präsident Juncker im Weißen Haus

Washington, 25. Juli 2018:

"Zweitens haben wir heute vereinbart, unsere strategische Zusammenarbeit im Energiebereich auszubauen. Die Europäische Union möchte mehr Flüssigerdgas (LNG) aus den Vereinigten Staaten einführen, um die Energieversorgung zu diversifizieren."

European Commission - PRESS RELEASES - Press release - Gemeinsame Erklärung von US-Präsident Trump und EU-Kommissionspräsident Juncker nach dem Besuch von Präsident Juncker im Weißen Haus 18.01.2019

Gemeinsame Erklärung der EU und der USA vom 25. Juli: Einfuhren von Flüssigerdgas (LNG) in die Europäische Union steigen

Nachfolgend finden sich Auszüge aus der offiziellen Pressemeldung der EU vom 09. August 2018. Bei der Zunahme des Erdgasverbrauchs beruft sich die EU auf Prognosen der Internationalen Energieagentur. Wir wissen aber, dass diese Verbräuche aus der Vergangenheit fortschreibt und nicht die Energiewende als erstes Ziel verfolgt.

Quelle der EU Mitteilung sowie Bildmaterial und Tabellen zu Investitionen und deren Standorten sowie über deren Finanzierung


Zwischen der Ankunft des ersten US-amerikanischen LNG-Tankers im portugiesischen Hafen von Sines im April 2016 und jetzt sind die EU-Importe von Flüssigerdgas aus den USA von Null auf 2,8 Mrd.. m3 gestiegen.

In ihrer Gemeinsamen Erklärung vom 25. Juli in Washington, D.C., haben Präsident Juncker und Präsident Trump vereinbart, die strategische Zusammenarbeit zwischen der EU und den USA im Energiebereich zu stärken. In diesem Rahmen würde die Europäische Union mehr Flüssigerdgas aus den Vereinigten Staaten importieren, um ihre Energieversorgung zu diversifizieren und sicherer zu machen. Die EU und die USA werden daher daran arbeiten, den Handel mit Flüssigerdgas zu erleichtern.

Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, erklärte hierzu: „Die Europäische Union ist bereit, höhere Importe von Flüssigerdgas aus den USA zu fördern, und wir haben bereits damit begonnen. Die steigenden Flüssigerdgasexporte aus den USA könnten, sofern die Preise wettbewerbsfähig sind, eine wachsende und strategisch wichtige Rolle in der Erdgasversorgung der EU spielen. Die USA müssen jedoch ihrerseits bürokratische Hemmnisse für den Export von Flüssigerdgas beseitigen. Beide Seiten können viel gewinnen, wenn sie im Energiebereich zusammenarbeiten.“

Miguel Arias Cañete, EU-Kommissar für Klimapolitik und Energie, erklärte: „Diversifizierung ist ein wichtiger Faktor für eine sichere Erdgasversorgung in der EU. Steigende Flüssigerdgasimporte aus den USA – zu wettbewerbsfähigen Preisen – sind daher zu begrüßen. Diese Entwicklung fällt in eine Zeit, in der die Gasproduktion innerhalb der EU schneller als erwartet zurückgeht und sich der Ausstieg aus der Kohleverstromung in der EU beschleunigt.“

Die EU hat LNG-Infrastrukturprojekte im Wert von mehr als 638 Mio. EUR kofinanziert oder eine Kofinanzierung zugesagt (siehe Liste der Projekte in Anhang 2). Zusätzlich zu den vorhandenen 150 Mrd. m3 an Reservekapazität in der EU fördert die EU 14 Flüssiggasinfrastrukturprojekte, die bis 2021 die Kapazität um weitere 15 Mrd. m3 erhöhen sollen und die Importe von Flüssigerdgas aus den USA aufnehmen könnten, wenn die Marktbedingungen stimmen und die Preise wettbewerbsfähig sind.

Derzeit ist nach den Rechtsvorschriften der Vereinigten Staaten nach wie vor eine vorherige Genehmigung für Ausfuhren von Flüssigerdgas nach Europa erforderlich. Für diese Beschränkungen müssen Lösungen gefunden werden, und die US-Vorschriften müssen vereinfacht werden, damit Flüssigerdgas aus den USA in die EU exportiert werden kann.

Die Präsidenten Juncker und Trump haben bei ihrem Treffen am 25. Juli in Washington, D.C., eine hochrangige Arbeitsgruppe eingesetzt. Seither gab es mehrere Kontakte zwischen den Präsidenten Juncker und Trump, zwischen der EU-Handelskommissarin Malmström und dem US-Handelsbeauftragten Lighthizer sowie zwischen den hochrangigen Beratern von Präsident Juncker und Präsident Trump (der Generalsekretär der Kommission, Martin Selmayr, und der wirtschaftliche Hauptberater im Weißen Haus, Larry Kudlow).

Es wurde vereinbart, dass der Handelsberater von Präsident Juncker und ein hochrangiger, für Handelsfragen zuständiger EU-Beamter am 20. August nach Washington, D.C., reisen, um ihre amerikanischen Kollegen zu treffen und die Arbeiten zur Umsetzung der Gemeinsamen Erklärung fortzusetzen. Vor diesem Hintergrund arbeiten sowohl die EU als auch die USA im Rahmen der hochrangigen Arbeitsgruppe daran, die US-Ausfuhren von Flüssigerdgas nach Europa zu steigern.

Hintergrund

Der weltweite Markt für Flüssigerdgas wird immer liquider und immer stärker vom Wettbewerb bestimmt. Zwischen 2017 und 2023 wird der weltweite Handel mit Flüssigerdgas voraussichtlich um mehr als 100 Mrd. m3 von 391 auf 505 Mrd. m3 zunehmen[1].. Die Internationale Energieagentur geht davon aus, dass die Flüssigerdgasimporte nach Europa gegenüber dem Stand von 2016 bis 2040 um fast 20 % steigen werden.

Der Anstieg der Erdgasproduktion in den USA und der Beginn der Flüssigerdgasexporte aus den USA in die EU im Jahr 2016 sind ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Gasversorgungssicherheit in Europa und weltweit. Rund 70 % des europäischen Gasbedarfs werden derzeit durch Importe gedeckt, und dieser Anteil dürfte in den kommenden Jahren steigen. Flüssigerdgas ist auch eine wichtige Komponente der Diversifizierungsstrategie der EU, und als zweitgrößter Gasbinnenmarkt der Welt nach den USA ist die EU daher für die USA eine attraktive Option.

Um die Einfuhren nach Europa weiter zu erhöhen, müssen die US-Preise für Flüssigerdgas auf dem EU-Markt wettbewerbsfähig sein. Zudem sind die folgenden Maßnahmen von zentraler Bedeutung, um derartige Importe zu erleichtern:

Ausbau von Kapazitäten für Flüssigerdgas in der EU und in den USA:

Die EU verfügt mit einer aktuellen Reservekapazität von rund 150 Mrd. m3 über gut entwickelte Kapazitäten für den Import von Flüssigerdgas. Gleichzeitig werden angesichts ihrer strategischen Bedeutung für die Diversifizierung die derzeitigen Kapazitäten ausgebaut und neue Kapazitäten entwickelt: im Adriatischen Meer (auf der Insel Krk in Kroatien), in der Ostsee, insbesondere in Polen, und im Mittelmeer in Griechenland. Dies würde eine erhebliche Zunahme der Flüssigerdgasimporte in die EU ermöglichen.

Die USA verfügen derzeit über eine Verflüssigungskapazität von 28 Mrd. m3 und werden voraussichtlich bis 2023 weitere 80 Mrd. m3 hinzugewinnen und gleichzeitig ihre Terminals für den Export von Flüssigerdgas erweitern.

Die rechtlichen Beschränkungen der USA müssen aufgehoben werden. Für Erdgas aus den USA, das in die EU geliefert wird, gibt es in der EU keine marktfremden Hindernisse. Die EU strebt eine ähnliche Behandlung vonseiten der USA an, insbesondere im Hinblick auf die Aufhebung der Verpflichtung zur vorherigen Genehmigung von Flüssigerdgasexporten in die EU.

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Flüssigerdgasimporte aus den USA in die EU gestiegen sind:

Seit der ersten Lieferung von Flüssigerdgas aus den USA in die EU im April 2016 haben die EU-Flüssigerdgasimporte aus den Vereinigten Staaten jetzt bereits ein Volumen von 2,8 Mrd. m3 erreicht. Seit Anfang 2016 hat die EU mehr als 40 Flüssigerdgas-Lieferungen aus den USA erhalten. 2017 gingen mehr als 10 % der gesamten US-Flüssigerdgasexporte (2016: 5%) nach Europa.

[1]Quelle: Internationale Energieagentur in der Pressemeldung der EU vom 09. August 2018.

Aussendung der EU vom 18.01.2019: Malmström legt Verhandlungsmandat für Handelsabkommen mit den USA vor

In der Aussendung der EU heißt es u.a.:

"Die EU hat bereits mehrere Aspekte der Gemeinsamen Erklärung vom Juli umgesetzt. So stiegen insbesondere die Einfuhren von Sojabohnen aus den Vereinigten Staaten in die Europäische Union im Zeitraum Juli bis Dezember 2018 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 112 Prozent. Die Vereinigten Staaten sind nun Europas Hauptlieferant für Sojabohnen. Zudem hat die Europäische Kommission beschlossen, das Verfahren zur Genehmigung der Verwendung von Sojabohnen aus den USA für Biokraftstoffe einzuleiten, sodass die Vereinigten Staaten sich bald einen weiteren Markt erschließen können. Jüngste Zahlen zeigen auch einen steilen Anstieg der Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) aus den Vereinigten Staaten im Oktober und November 2018. Die EU hat überdies eine Reihe von Gebieten ermittelt, auf denen eine freiwillige Zusammenarbeit mit den USA in Regulierungsfragen rasche und greifbare Ergebnisse bringen könnte."

Quelle mit Stand 18.01.2019

EU-Parlament - ITRE

Ein wichtiger Ausschuss des EU-Parlaments, der sich mit Fragen der Gasimporte beschäftigt ist der ITRE (Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie). Leider finden sich nicht immer Wortmeldungen der Mitglieder des Europäischen Parlaments (MEP), die aus Österreich entsendet wurden!

Vorsitzender des ITRE ist der polnische MEP Jerzy BUZEK, Mitglied der Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten). Dieser Fraktion gehört auch die ÖVP an. Polen hat bekannter Weise einen hohen Anteil an Kohle an der Energieversorgung und starke Meinungsverschiedenheiten mit Rußland.

Buzek spricht sich in einem offiziellen
Video der EU vom 24.11.2015 für den Import von LNG-Fracking-Gas aus (ab Minute 2:35), siehe auch diese Quelle.

Frau Doktorin Dr. Cornelia Ernst gehört in Deutschland der Partei "Die Linke" an, ist u.a. im ITRE vertreten und im EU-Parlament in der Fraktion der "Konföderale Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke". Sie machte am 21.09.2018 in einer Presseaussendung nach der Antwort auf die Anfrage an EU-Kommissar Miguel Arias Cañete darauf aufmerksam (Quelle):

„Die EU subventioniert extrem klimaschädliche Technologien, die den dringend benötigten sozial-ökologischen Umbau in der EU unmöglich machen." Auf unsere schriftliche Frage räumte EU-Kommissar Miguel Arias Cañete ein, dass seit dem Jahr 2014 mehr als 2,1 Milliarden Euro aus Steuermitteln für Gasunternehmen bewilligt wurden. Diese Subventionen für die Erdgas-Industrie liegen erheblich über der bisher bekannten Summe. Größtenteils sind sie dafür bestimmt, in den osteuropäischen EU-Staaten Infrastrukturen für besonders klimaschädliches Flüssiggas (liquefied natural gas, LNG) einzurichten.“ oder

"Dass die schon bestehenden LNG-Terminals nicht annähernd ausgelastet sind, macht diese Subventionen zudem auch wirtschaftlich fragwürdig. Die EU-Staaten sind mit den bisher bestehenden und im Bau befindlichen Pipelines bereits ausreichend mit Erdgas versorgt, ohne dass etwa Nord Stream 2 mit öffentlichen Mitteln subventioniert wird. Für fossile Energien darf kein weiterer Euro an Steuermitteln ausgegeben werden, die EU muss endlich ernst mit der Energiewende machen."

Ernst machte bereits am 21.02.2018 in einer Pressemeldung zu den Projekten mit gemeinsamen Interesse (PCI) darauf aufmerksam:

"Leider haben nur 15 Abgeordnete des Industrieausschusses für die Ablehnung der Projektliste gestimmt. 44 andere Mitglieder finden es völlig in Ordnung, dass Gelder aus dem sowieso schon knappen EU-Haushalt (aus dem Topf der Connecting Europe Facility) in den Ausbau der Gasinfrastruktur in der EU fließen. Diese Gasprojekte können nun auch leichter Kredite bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) erhalten.“

„Dies widerspricht den Zielen des Pariser Klimaabkommens, den Klima- und Energiezielen der EU, und dem gesunden Menschenverstand! Es wird argumentiert, wir müssten in der Gasversorgung ‚unabhängig‘ werden und daher in die Gasinfrastruktur investieren – gemeint ist aber, dass wir von russischem Gas unabhängig werden müssten, um dann aber umso abhängiger von Gas aus Aserbaidschan und gefracktem Gas aus den USA zu werden. Anstatt also in den Ausbau der Stromnetze, der intelligenten Stromnetze, der Stromspeicher und in umweltfreundlich erzeugte Fernwärme zu investieren, vergrößern wir die Absatzmärkte für Gas. Das ist reine Geldverschwendung, sowohl von Steuergeldern als auch der Einkommen der Haushalte, denn die Gasinfrastruktur muss sich rentieren – und das wird sie: in Form steigender Gaspreise!“

Im Hinblick auf die Potenziale der Energieeffizienz und Prognosen zum steigendem Erdgasverbrauch ist die
Aussendung von Frau Dr. Ernst vom 12.09.2017 sehr interessant:

„Wir haben den Bericht abgelehnt, denn durch die Verordnung droht ein weiterer Ausbau der Gasinfrastruktur in der EU. Es sollen Notversorgungskorridore geschaffen werden, die im Falle von Versorgungsengpässen einspringen können. Doch wenn die EU ihre selbstgesetzten Klimaziele erfüllen will, muss natürlich die Energieerzeugung durch Gas drastisch sinken.“

„Bei einem europäischen Energieeffizienzziel von 30 Prozent bis 2030, zu dem sich der Rat im Juni 2017 positiv verhalten hat, heißt das, dass die dann bestehende Gasinfrastruktur um ein Drittel zu groß sein wird! Hinzu kommt, dass die Gasnachfrage seit 2010 sinkt, doch hält die Europäische Kommission weiter an ihren Ausbauplänen für Pipelines und Flüssiggasterminals fest. Neben den katastrophalen klimapolitischen Folgen stellt sich also die Frage, wer diese langlebige Infrastruktur bezahlen soll, wenn sie sich wirtschaftlich nicht rechnen wird? Anstatt in Zukunftstechnologien zu investieren und das EU-Budget für Forschung und Entwicklung für erneuerbare Energien zu vergrößern, wird in eine rückwärtsgewandte Energieform investiert, die uns letztlich noch viel teurer zu stehen kommen wird.“

Reinhard Bütikofer sitzt für die deutschen Grünen im EU-Parlament (Diese gehören der Fraktion der Grünen / Freie Europäische Allianz an.) sowie u.a. auch im Ausschuss ITRE. Im Zusammenhang mit dem Import von Erdgas darf auf einen Brief mit anderen EU-Parlamentariern bzw. Fraktionen in Sachen Nord Stream 2 vom 05. November 2018 an die deutsche Kanzlerin Angela Merkel aufmerksam gemacht werden.
Dieser findet sich hier.


Barbara Kappel, Fraktion Europa der Nationen und der Freiheit im EU-Parlament, Mitglied der FPÖ, u.a. Mitglied im Ausschuss ITRE im EU-Parlament äußert sich in einem Video vom 23.05.2016 positiv zur Nord Stream 2.

Link zum Video von MEP Kappel


Artikel Online geschalten von: / wabel /