© Greta Thunberg / Greta Thunberg, schwedische Klimaschutzaktivistin
© Greta Thunberg / Greta Thunberg, schwedische Klimaschutzaktivistin

Jugendliche setzen mit Schulstreik wichtiges Zeichen fürs Klima: Unsere Zukunft steht auf dem Spiel

Am Freitag fand in zahlreichen Städten in Deutschland ein Schulstreik statt - Die Jugend demonstriert

Berlin- Von Schweden bis Australien streiken Schüler*innen für Klimaschutz und ihre Zukunft, auch in Deutschland.

Die BUNDjugend, die Jugendorganisation des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), unterstützte den Schulstreik für eine nachhaltige Klimapolitik, der am heutigen Freitag in zahlreichen Städten in Deutschland stattfand. BUND-Vorsitzender Hubert Weiger meint:"Der Schulstreik ist ein Hilferuf engagierter Jugendlicher an die verantwortlichen Politiker endlich zu handeln. Unsere Kinder und Enkel sind diejenigen, die die Folgen der Klimakrise ausbaden müssen, aber gleichzeitig keine Stimme in den Verhandlungen.

Die Schulstreik-Bewegung wurde von der 15-jährigen Schwedin Greta Thunberg ausgelöst. Enttäuscht von der schwachen Klimapolitik ging sie diesen Sommer nicht zurück zur Schule, sondern setzte sich mit einem Protestbanner jeden Freitag vor das schwedische Parlament. Jugendliche in der ganzen Welt lassen sich seitdem von ihr inspirieren und fordern mit Schulstreiks immer wieder eine nachhaltige Klimaschutzpolitik.

„Wir fordern einen Kohleausstieg der Bundesrepublik Deutschland, um endlich die klimaschädlichen Emissionen zu senken”, sagt Karl Klingeberg, ein 15-jährige Berliner Schüler, der den jetzigen Schulstreik mit initiiert hat. Ani Ortiz, Schülerin einer 9. Klasse, ergänzt: „Auch für uns Schülerinnen und Schüler ist der Hambacher Wald von großer Bedeutung. Das, was noch nicht von den Kohlebaggern zerstört ist, muss für die Zukunft gerettet werden“, sagt die Schülerin. „Deutschland gibt sich international als Klimaschützer doch schafft es bis jetzt nicht, seine eigenen Klimaziele einzuhalten. Dabei geht es um nichts weniger als unsere Lebensgrundlage. Wir möchten in einer Welt leben, in der uns nicht ständig Stürme, Hochwasser oder Dürren drohen.“ Und Jakob Blasel, 18-jähriger Mitorganisator des Schulstreiks in Kiel, betont: „Ich streike hier bis ihr handelt, weil es mir nichts bringt für die Zukunft zu lernen, wenn diese jetzt gerade verspielt wird.“

"Um das 2020-Ziel noch einzuhalten - was Angela Merkel uns einmal versprochen hat - brauchen wir einen Einstieg in den strukturierten Kohleausstieg, und zwar heute. Alles andere ist den betroffenen Regionen, den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen, den Umzusiedelnden und vor allem den zukünftigen Generationen gegenüber nicht zu verantworten", betont Lisa Storcks (WWF Jugend).

"Es geht uns nicht darum, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Rheinland und in der Lausitz in die Arbeitslosigkeit zu schicken. Ein schneller und sozialverträglicher Kohleausstieg ist machbar, und das Geld ist da - die Bundesregierung steckt es nur lieber in die Erhöhung des Verteidigungshaushaltes", sagt Frauke Gehrau (Naturfreundejugend Deutschlands).


Die Jugendverbände bekräftigen ihre Forderung nach einem sofortigen Genehmigungsstopp für neue Kohlekraftwerke und Tagebaue. Ebenso müssen die dreckigsten Kraftwerksblöcke bis Ende 2020 stillgelegt werden, damit die Klimaziele bis 2020 erreicht werden können. Nur so ist es möglich das 1,5 °C Ziel einzuhalten.

Bereits am 26.11. hatten Jugendliche der Jugendverbände - inspiriert von der jungen schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg - gestreikt und der Kohlekommission ein gemeinsames Forderungspapier überreicht. Die BUNDjugend, Naturfreundejugend Deutschlands, NAJU und WWF Jugend bezeichnen es als einen Skandal, dass der Klimaschutz Deutschlands im internationalen Vergleich weiter zurückfällt. Kohle ist in Deutschland der größte Einzelverursacher von CO2-Emissionen, die die Erderhitzung vorantreiben und unsere Lebensgrundlagen massiv gefährden. Die Jugendlichen fordern, die Perspektive der jungen Generation in die Debatte einzubeziehen - denn die heute jungen Menschen werden am stärksten von den Entscheidungen betroffen sein.

Rede von Greta Thunberg bei der Klimakonferenz:



Greta Thunberg sagte: "You say you love your children above all else, and yet you're stealing their future before their very eyes."


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