© Free-Photos pixabay.com / Photovoltaik
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Photovoltaik kann mehr

Von PV 1.0 zu PV 2.0! - Spannende Tagung zu neuesten Trends in Krems. Internationale PV-ExpertInnen präsentierten neueste Technologietrends.

Die Forschungs- und Technologie-Tagung in Krems am 22. Und 23. Nov. 2018 zeigte nicht nur, wie Österreichs Innovationslandschaft im weiteren Umfeld der Photovoltaik (PV) ihre Stärken weiter ausbauen kann. Das energiepolitische Ziel 100 % erneuerbare Stromerzeugung in Österreich bis 2030 bedeutet, dass Photovoltaik wesentliche Anteile der Stromversorgung übernehmen muss, eine Ausweitung von aktuell 1,25 GW auf etwa 15 GW ist dafür zumindest erforderlich.

Für die Forschung und Technologieentwicklung bedeutet dies, dass es zu verstärkten Anstrengungen kommen muss, geeignete technologische Lösungen anzubieten und die bereits seit Jahren als zuverlässig, sicher und mittlerweile auch kostengünstig geltende Technologie entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter zu optimieren. Neben technologischen Fragen der Komponenten spielen daher auch vermehrt Fragen des systemischen Einbaus in unsere lokale Energiesysteme eine wesentliche Rolle; die Erfolge in der Photovoltaik, in der Energiespeichertechnologie und in weiteren dezentralen Energieformen und vor allem in diversen digitalen Begleittechnologien machen es möglich, dass die ökologische Wende im Energiesystem gelingt.

Wenn Österreichs Innovationslandschaft im weiteren Umfeld der Photovoltaik ihre Stärken weiter ausbauen kann, dann hat Österreich die Chance internationales Energie-Vorzeigemodell zu werden und Österreichs Wirtschaft kann damit weltweit Marktführerschaften erreichen.

… dass es dafür einen verlässlichen Heimmarkt braucht bzw. dass dieser eine kontinuierliche Entwicklung unterstützen kann und soll, ist eingängig und sollte einer der zentralen Ansätze bei der Umsetzung des 100.000-Dächer-Programms sein.

Photovoltaik-Roadmap Teil 2 präsentiert

Von der Installation kostengünstiger Anlagen mit aus Asien/China importierten Produkten hin zu einer starken österreichischen PV-Branche entlang der gesamten Wertschöpfungskette, das war nicht nur Thema bei der PV-Tagung, sondern ist auch zentrale Stoßrichtung des 2. Teils der Photovoltaik-Technologie-Roadmap, die dort präsentiert wurde.
Keine Stromerzeugungstechnologie weist in Österreich ein derart hohes Potenzial für einen weiteren Ausbau auf wie die Photovoltaik. Nationale Klima- und Energieziele sind nur zu erreichen, wenn Photovoltaik eine der zentralen Säulen im Energiesystem bildet. Photovoltaik liefert hochwertige elektrische Energie, ist wartungsarm, langlebig und führt verbaute Flächen einer Doppelnutzung zu.

Überdies ist global ein deutlicher Trend zu verstärkten Stromanwendungen zu erkennen: In der Mobilität steigt der Bedarf an elektrischer Energie durch verstärkten Einsatz von Elektrofahrzeugen, im Wärmebereich durch stärkere Nutzung von Wärmepumpen, aber auch im Bereich der Kommunikation durch stark steigende Serverleistungen. Überdies müssen Kapazitäten ersetzt werden, die durch das Abschalten von Kohle- und Atomkraftwerken wegfallen.

Die „Photovoltaik Technologie-Roadmap Teil 1“ hatte das Ziel, die mögliche Rolle der Photovoltaik in einem bis 2050 vollständig erneuerbaren Energieszenario Österreichs aufzuzeigen.
Ausgehend von dem Ziel 100% erneuerbaren Strom bis 2030 und einem nahezu völligen Ausstieg aus der fossilen Energie bis 2050 wurde in Roadmap Teil 1 die notwendige Rolle der Photovoltaik skizziert und die Realisierbarkeit eines Anteiles von bis zu 27% am Stromaufkommen diskutiert. Aufgrund des deutlich steigenden Anteiles des Stromes an der Energieversorgung sind bis 2030 etwa 15 GW und bis 2050 etwa 30 GW Photovoltaik erforderlich.

Potenziale und Technologie-Entwicklungsbedarf für Photovoltaik in den Sektoren Gewerbe/Industrie – Mobilität – Landwirtschaft – Gebäude/Städte

Die PV-Technologie erfuhr in den letzten Jahren einen Wandel von einer Randtechnologie zu einem wichtigen Akteur in der Energieversorgung. 1985 waren erst einige Kilowatt PV weltweit installiert, erste gesicherte Daten existieren für 1992, wo weltweit etwa 44 MW Photovoltaik installiert waren [IEA-PVPS Trends Report 1993]. Ende 2017 sind etwa 400.000 MW Photovoltaik weltweit installiert [IEA-PVPS Snapshot Report 2018], was etwa einem Drittel der weltweit installierten Wasserkraftkapazität entspricht; 2017 wurde die weltweit installierte Kapazität an Kernkraftwerksleistung übertroffen. Bei anhaltendem Trend wird Photovoltaik damit in 5–10 Jahren die meist installierte erneuerbare Kraftwerkskapazität sein und auch die sich dynamisch entwickelnde Windkraft überholen [GWEC 2017].

Bei der erzeugten Jahresenergiemenge liegt die Photovoltaik aufgrund der geringeren Volllaststunden freilich noch zurück. Aktuell decken mindestens 22 Staaten mit ihrer installierten Kapazität bereits mehr als ein Prozent ihres Strombedarfs mit Photovoltaik [REN21 2016]. Ein wesentlicher Faktor dafür ist die Entwicklung der Stromgestehungskosten, welche heute zumindest im Bereich jener von fossilen Stromerzeugern liegen, bzw. in sonnigen Regionen bereits deutlich darunter; alles deutet darauf hin, dass Photovoltaik mittelfristig die absolut günstigste Stromerzeugungsart wird [Agora 2015].

Download PV-Roadmap 2018


Renate Brander Weiß und Gottfried Brandner für OEKONEWS


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