© Sabine Kroschel - pixabay/ Elektroauto
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Europäische Studie: Spätestens in 15 Jahren muss bei Neuwagen Ausstieg aus Verbrennungsmotor erfolgen

Heuer sind 1,8 Prozent der Neuwagen Elektroauitos

Wien - Im Jahr 2050 soll der Verkehr keine direkten CO2-Emissionen verursachen. Dieses Ziel haben sich die EU und Österreichs Bundesregierung in ihrer Klimastrategie gesetzt. Um dieses Ziel zu erreichen, muss in den kommenden 15 Jahren bei den Neuwagen der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor gelingen. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, um den Marktanteil emissionsfreier Fahrzeuge zu erhöhen. Sehr wirksam sind Änderungen bei der Firmenwagenbesteuerung und die Einführung einer CO2-Abgabe.

"EU und Österreich können das Ziel erreichen, dass der Verkehr im Jahr 2050 keine direkten CO2-Emissionen verursacht. Aber nur dann, wenn umfassende Maßnahmen gesetzt werden und zwar sehr rasch", fasst VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen die neu veröffentlichte Studie von "Transport & Environment", dem europäischen Dachverband des VCÖ, zusammen. Der letzte Neuwagen mit Verbrennungsmotor darf in der EU spätestens Anfang der 30er Jahre verkauft werden, als Vorreiterstaat bei der E-Mobilität sollte Österreich den Ausstieg bereits 2030 schaffen. Darüber hinaus sind mehr Autofahrten auf öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad zu verlagern, so die Studie.

Die Studie hat auch untersucht, welche Antriebe und Treibstoffe den Verbrennungsmotor ersetzen können. Synthetische Treibstoffe sind keine Alternative, da sie teuer sind und ihre Herstellung sehr viel Energie benötigt. Um die EU-Autoflotte mit synthetischen Treibstoffen versorgen zu können, bräuchte es 70 Prozent der heutigen Stromproduktion der EU. Mit der kompletten Umstellung auf Wasserstoff Autos wären 38 Prozent der EU-Stromproduktion nötig. Am energieeffizientesten ist der batterie-elektrische Antrieb. Für die Umstellung der Autoflotte auf E-Pkw reichen 15 Prozent der heutigen EU-Stromproduktion.

"Die Energiewende im Verkehr geht derzeit viel zu langsam vor sich. Um die Umstellung zu beschleunigen, braucht es auf EU-Ebene deutlich niedrigere CO2-Grenzwerte für Neuwagen sowie steuerliche Maßnahmen in Österreich", stellt Rasmussen fest. In den ersten zehn Monaten wurden heuer in Österreich 5.320 E-Pkw neu zugelassen, das sind 1,8 Prozent aller Neuzulassungen. Der Anteil der E-Autos ist heuer leicht gestiegen. Jedoch wurden 23 Mal so viele neue Diesel-Pkw und 30 Mal so viele neue Benzin-Pkw verkauft. Den höchsten Anteil an E-Autos hat Vorarlberg mit 2,7 Prozent, vor der Steiermark mit 2,4 Prozent und Niederösterreich mit 2,0 Prozent
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Da sechs von zehn Neuwagen auf Firmen oder andere juristische Personen neu zugelassen werden, sind Änderungen bei der Firmenwagenbesteuerung besonders wirksam. Für emissionsfreie Pkw fällt bereits jetzt kein Sachbezug an. Der Sachbezug für Pkw mit Verbrennungsmotor sollte nach privat gefahrener Kilometerzahl gestaffelt deutlich erhöht und die bestehende Deckelung (960,-Euro) abgeschafft werden. Weiterer Reformvorschlag: Wie beim Anschaffungspreis ist auch beim CO2-Ausstoß ein Höchstwert einzuziehen, ab dem die Anschaffung des Firmenwagens nicht mehr von der Steuer abgesetzt werden kann. "Je höher der Anteil emissionsfreier Fahrzeuge bei Firmenwagen, umso mehr emissionsfreie Fahrzeuge kommen in den Gebrauchtwagenmarkt", weist VCÖ-Expertin Rasmussen auf die langfristige Wirkung der Maßnahme hin. Darüber hinaus ist in Österreich eine CO2-Abgabe einzuführen. Dass Norwegen Spitzenreiter bei den E-Autos ist, liegt auch daran, dass sowohl der Kauf von Pkw mit Verbrennungsmotor, also auch der Treibstoff - Benzin und Diesel - hoch besteuert werden.

"Der Klimawandel verursacht gewaltige Schäden. Wir sind die letzte Generation, die den Klimawandel noch bremsen kann. Wir brauchen beim Klimaschutz mehr Tempo, vor allem bei Maßnahmen im Verkehr", so Rasmussen.


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