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Medienökologin Birgit Schneider zum Klimawandel: „Der letzte Sommer hat etwas verändert“

Interview in der aktuellen Ausgabe von ZEIT CAMPUS

Hamburg - Die Medienökologin Birgit Schneider, 46, glaubt, dass der Klimawandel seit dem Sommer 2018 im Bewusstsein vieler Menschen angekommen sei. In der aktuellen Ausgabe von ZEIT CAMPUS sagt sie: „Der letzte Sommer hat etwas verändert, nicht nur in Deutschland. Die Hitzewelle und die Anomalien des Wetters über mehrere Monate waren ja ein weltweites Phänomen. Wir fangen an zu begreifen, was es bedeutet, in einer klimatisch veränderten Welt zu leben.“

Die Professorin lehnt Alarmismus ab und plädiert stattdessen für die Verwendung der richtigen Bilder: „Es gibt bestimmte Bilder in den Medien, die immer wieder auftauchen und die nicht sehr hilfreich sind. Zum Beispiel das Foto vom Eisbären auf seiner schmelzenden Eisscholle. Wenn ich mir das anschaue, tut mir der Eisbär natürlich leid, doch er ist weit weg. Es geht da nicht um mich. Lokale Bilder sind wichtig. Wir müssen verstehen: Das passiert hier! Bei Potsdam brennt tagelang der Wald!“

Gleichzeitig, so Schneider weiter, müsse man die passenden Begriffe verwenden: „‘Klimawandel‘ ist absolut kontraproduktiv und viel zu positiv für die menschengemachte Zerstörung aller Lebensgrundlagen. ‚Klima-Chaotisierung‘ oder ‚Wetter-Chaotisierung‘ wäre viel treffender für das, was wir erleben.“

Birgit Schneider ist Professorin für Medienökologie an der Universität Potsdam und erforscht, warum wir vom Klimawandel wissen, aber nicht handeln. Gerade erschien ihr Buch „Klimabilder“ (Matthes & Seitz Berlin).

Die aktuelle ZEIT CAMPUS mit dem Titel „Mach dein Ding! Wie junge Künstler, Coaches und Comedians ihren Weg gehen. Und was wir von ihnen lernen können“ ist ab sofort erhältlich.
www.zeit.de/campus


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