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Offener Brief an die Verbund AG - DI Wolfgang Anzengruber

Forschungsprogramm - Wasserstoff Verbund - Siemens - Voest Alpine

Sehr geehrter Herr Vorstandsvorsitzender!

Beim informellen Treffen der Energieminister vergangene Woche Linz war der Einsatz von Wasserstoff zur Stahlproduktion ein zentrales Thema, auch im Hinblick auf den Bau der Versuchsanlage von Siemens und dem Verbund in Linz.

Ich möchte mich daher auf den Artikel im Wirtschaftsteil der OÖ. Nachrichten vom 15. 3. 2017 Bezug nehmen, in dem Sie auch zu diesem Forschungsprojekt mit der VOEST Alpine Stellung genommen haben.

Ich möchte nochmals Ihre damalige Aussage begrüßen, dass sich Atomkraft nicht rechnet, wie die beabsichtigte Finanzierung des geplanten Ausbaues des britischen AKWs Hinkley Point C, gegen die die Republik Österreich vor dem EuGH geklagt hat, klar belegt. Sie sagen, dass mit überschüssigem "Grünstrom?" Wasserstoff produziert werden soll, als Ersatz für Kohle und Koks. Sie sagen auch, dass es dabei um Strommengen von 30 Terawattstunden jährlich geht, die etwa 40 Prozent des gesamten österreichischen Stromverbrauches bedeuten!!!

Ich ersuche Sie daher um folgende Informationen:

* Wie viel Strom aus inländischer Wasserkraft, Windkraft, PV oder anderer erneuerbarer Energieträger steht dafür aktuell, durchschnittlich und jährlich zur Verfügung? *

Wie schätzen Sie die Entwicklung der daraus und dafür zur Verfügung stehenden Strommenge in den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnten ein?

* In welchem Ausmaß wird sich eine verstärkte E -Mobilität, die ebenfalls auf überschüssige Strommengen zugreifen wird, diese Verfügbarkeit beeinflussen?

* Soll für dieses Projekt ausschließlich Strom aus inländischer Wasserkraft, Windkraft, PV oder anderer erneuerbarer Energieträger verwendet werden, oder ist geplant, für dieses Projekt auch auf Importstrom mit einem Atom- und Fossilstromanteil von über 65% (Graustrom von der Börse) zurückzugreifen, der mit ausländischen oder inländischen Wasserkraftzertifikaten leider legal zu Ökostrom "saubergewaschen" wird.



In Erwartung einer ehest möglichen Stellungnahme verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

DI Manfred Doppler


Anti Atom Komitee


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