© Heiltherme Waltersdorf
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Dem Thermalwasser auf der Spur …

Deutlich mehr als „nur“ warmes Wasser: Das Bad Waltersdorfer Thermalwasser entspringt in bis zu 1,4 Kilometern Tiefe.

Es legt dabei einen faszinierenden Weg zurück und ist eine Wohltat für Körper und Seele. Die Lange Nacht der Thermen und die Thermalwasserwochen laden ein, in die „Faszination Thermalwasser“ einzutauchen – und auch die Technik dahinter kennen zu lernen, die es braucht, um 14 Thermalwasserbecken mehrmals täglich mit frischem Thermalwasser zu befüllen.

Wer die sibirische Kälte gewöhnt ist, legt bei -5 Grad den Mantel ab. Hierzulande zählen winterliche – 5 Grad schon als tiefwinterlich – und beim Mantel wird der Kragen aufgestellt, um nicht zu frieren. Auch wenn das Temperaturempfinden von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, haben eines fast alle gemeinsam: Wenn sich das wohlig-warme Thermalwasser wie Seide an die Haut schmiegt, wird einem so richtig warm ums Herz. Das liegt aber nicht nur an der Wärme, sondern auch an den wertvollen Inhaltsstoffen: „Die Menschen haben schon vor Jahrzehnten gespürt, dass das Bad Waltersdorfer Thermalwasser etwas Besonderes ist. Sogar mit Milchkannen kamen sie zu den Quellen, um das Wasser nach Hause zu transportieren. Heute ist wissenschaftlich bestätigt, dass unser besonders basisches Thermalwasser eine Tiefenwirkung auf den Organismus ausübt“, sagt Gernot Deutsch, Geschäftsführer der Heiltherme Bad
Waltersdorf, die von 12. Jänner bis 22. März 2018 zu den Thermalwasserwochen lädt.

Bei der "Langen Nacht der Therme" gibt es z.B. mehrmals täglich Klangschalen-Meditation in der Lichterquelle, Watsu® bei der Urquelle, Hausführung und Technik-Führung.

Nähere Infos und Detailprogramm auf www.heiltherme.at

Wann/wie ist das Thermalwasser entstanden?

Vor rund 16 Millionen Jahren war das Gebiet der heutigen Oststeiermark ein Meer, das zeitweise bis ans Mittelmeer reichte. Danach trocknete es sukzessive wieder aus und Sedimente aus den nordwestlichen Randgebieten lagerten sich ab. „Stellenweise gehen diese Ablagerungen über eine Höhe von 800 Metern“, weiß der Historiker Robert F. Hausmann von der Universität Graz. „Vor rund einer Million Jahren verstärkte sich der Vulkanismus und die uns heute vertraute Landschaft hat sich herausgebildet. Dieser Zeit verdanken wir auch die Thermal- und Mineralwässer.


Diese entstehen in unterschiedlicher Tiefe – in Bad Waltersdorf sind es bis zu 1.400 Meter Tiefe – „nehmen Kohlensäure auf, erwärmen sich und reichern sich mineralischen Stoffen wie Natrium, Kalzium und Magnesium an“.

Wissenschaftlich bestätigt

Die tiefgehende Wirkung dieser Inhaltsstoffe wurde u.a. in einer 2017 wissenschaftlich publizierten
Studie von Christian Fazekas von der Med Uni Graz und seinem Team bestätigt. Das Forscherteam zeigte u.a., dass Thermalwasser in Kombination mit Bewegung Stress nachweislich reduziert. Vor allem für Hochgestresste ist der Erholungseffekt am größten (getestet durch Entnahme von Speichelproben zur Bestimmung des Kortisolwerts sowie Überprüfung von Blutdruck und Pulsfrequenz).

Einzigartiger Wasserkreislauf mit 6 Stufen

Das Thermalwasservorkommen in Bad Waltersdorf zählt zu den ergiebigsten in Österreich mit bis zu 1,9 Millionen Liter Frischwasser täglich. Diese werden nicht nur für die 14 Thermalwasserbecken auf 14 Hektar Grundstück genutzt, die mehrmals täglich mit frischem Thermalwasser befüllt werden, sondern auch zur Energiegewinnung in 6 Stufen. In diesen Kreislauf erhält man im Rahmen der Technikführung Einblick:

1) 62°C: Fernwärme (extern durch die Oststeirische ThermalwasserVersorgungsgesellschaft)
– danach Eintritt in die Heiltherme Bad Waltersdorf mit 48°C

2) 48 – 42°C: Warmwasserbereitung und Lüftungsanlagen (über Wärmetauscher)
3) 42 – 40°C: Warmhaltung der Thermalbecken (über Wärmetauscher)
4) 40 – 38°C: Versorgung der Fußbodenheizungen (über Wärmetauscher)
5) 38 – 30°C: balneologische Nutzung in den Bade- und Schwimmbecken (direkt)
6) 30 -> 58°C: Schwallwassernutzung zur Beheizung des Hotels (über einzigartige Heilthermen-Kaskade)
 Danach fließt das Thermalwasser abgekühlt in den Safenbach retour. Somit schließt sich der natürliche Kreislauf.

Die Technik dahinter

Auf jeden Meter Erholungsfläche entfällt in der Heiltherme Bad Waltersdorf rund ein Meter Technikfläche! Viel Raum nehmen dabei die Ausgleichsbecken ein, die sich im Untergeschoß befinden. „Jedes Thermalbecken hat ein Ausgleichsbecken, das ungefähr einem Zehntel der Größe des Beckens in der Therme entspricht“, weiß Thermenleiter Erich Weinzettl.

Die Ausgleichsbecken sind erforderlich für den Frischwasserzufluss (Becken werden mehrmals täglich
frisch befüllt, siehe oben).

Pro Jahr werden rund 460.000 Kubikmeter quellfrisches Thermalwasser genutzt. Diese Menge entspricht einem Würfel von etwas über 77 Meter Seitenlänge. Der Turm der Pfarrkirche Bad Waltersdorf weist bis zur Spitze eine Höhe von 36 Metern auf, ist also knapp halb so hoch. Mit dieser Thermalwassermenge könnte man locker ein Schwimmbad in der Größenordnung von etwa 50 Fußballfeldern oder weit über 1.000
Tennisplätzen füllen.


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