© oekonews - Wolfgang Pucher /   "Sprechen Sie Wald?" war das inspirierende Motto der Veranstaltung
© oekonews - Wolfgang Pucher / "Sprechen Sie Wald?" war das inspirierende Motto der Veranstaltung

Waldpädagoginnen und Waldpädagogen erobern das Wiener Rathaus

6. Kongress in Wien: „Sprechen Sie Wald?“

© oekonews - Wolfgang Pucher / Waldpädagogik im Mittelpunkt
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© oekonews - Wolfgang Pucher /   Workshops im Rahmen der Veranstaltung
© oekonews - Wolfgang Pucher / Workshops im Rahmen der Veranstaltung
© oekonews - Wolfgang Pucher / Waldpädagoginnen und Waldpädagogen aus ganz Österreich kamen nach Wien
© oekonews - Wolfgang Pucher / Waldpädagoginnen und Waldpädagogen aus ganz Österreich kamen nach Wien

Über 100 Waldpädagoginnen und Waldpädagogen aus ganz Österreich eroberten am 19.  und 20. Oktober 2017 das Wiener Rathaus. Unter dem Motto „Sprechen Sie Wald?“ konnten sie sich zwei Tage lang mit den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Waldpädagogik und im Besonderen mit den positiven Wirkungen des Waldes auf die körperliche und seelische Gesundheit befassen. Denn die Stimmung steigt im Wald!

Veranstaltet und organisiert wurde der Kongress vom Verein Waldpädagogik in Österreich in Kooperation mit der MA 49, Forst- und Landwirtschaftsbetriebe der Stadt Wien und dem Bundesamt und Forschungszentrum für Wald (BFW). Zahlreiche Sponsoren unterstützten die Veranstaltung: BFW, Forstzeitung, Haus Gufl, MA49, Manner, Naturseiten, Ottakringer, Papierholz Austria, PEFC, Swarovski. An dieser Stelle danken wir allen Helferinnen und Helfern - ganz besonders jenen, die im Hintergrund gewerkelt haben.

In einer spritzigen Doppelkonferenz eröffneten Forstdirektor Andreas Januskovecz und Vereinspräsident Andreas Holzinger die Veranstaltung, die alle zwei Jahre stattfindet. Eine besondere Ehre wurde den Anwesenden zuteil, als der Forstdirektor eine speziell für den Kongress verfasste Grußbotschaft des Herrn Bundespräsidenten Van der Bellen verlesen konnte.

Mit „G`schichten aus Wien´s Wäldern. Von der Daseinsvorsorge, Umweltpädagogik und anderen wichtigen Dingen“ spannte Januskovecz in seinem Vortrag einen Bogen über historische und aktuelle Entwicklungen in Wien. Dr. Johannes Schima vom BMLFUW führte anschaulich vor Augen, wie sich die Waldpädagogik in Österreich seit den 1990er-Jahren entwickelt hat und betonte den Stellenwert dieses waldbezogenen Bildungsangebotes im Lebensministerium. Ihm folgte die Wissenschaftlerin des Jahres 2013, Verena Winiwarter. Aus der Umweltgeschichte könne man viel lernen, um auch in unsicheren Zeiten vorsorgend leben zu können.

Am Nachmittag teilten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf sechs Workshops auf. Alle Inhalte der Vorträge und Grundzüge aus den Workshops und den Exkursionen am zweiten Tag können im Bericht an anderer Stelle nachgelesen werden.

Kompetent moderiert wurde der Kongress von Katharina Bancalari gemeinsam mit Herwig Schüssler und Peter Mayer, dem Leiter des Bundesforschungszentrums für Wald.

Das Abendprogramm fand in der Wiener Waldschule statt. Seit 20 Jahren betreibt die Stadt Wien diese Bildungseinrichtung mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen eine persönliche Beziehung zu Wald und Natur zu ermöglichen. Stolz stellte Josef Ebenberger als Leiter sein Team vor und erzählte Wissenswertes über die Waldschule. Für die brillante musikalische Untermalung sorgten Lena Bancalari und Oliver Umgeher mit ihren Klarinetten. Dann las Elfi Wimmer Teile aus dem Manuskript ihres Buches „Die Giraffe im Wald“ vor. Es ist für Schulkinder konzipiert, die sich, verpackt in Geschichten rund um den Wald, mit der Lösung von Konflikten befassen.

Beim Gewinnspiel ging es darum, zwei Hälften von zerschnittenen Waldkarten zusammenzufügen. Damit fanden sich alle in Paaren zusammen und konnten bei der Ziehung zwei Übernachtungen im Jugendgästehaus Gufl, zwei Abos Forstzeitung, zwei Fachbücher von Naturseiten und zwei Tree-Shirts des Vereins gewinnen. Anschließend konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in lockerer Atmosphäre unterhalten und vernetzen und Kostbarkeiten aus dem Wienerwald genießen.

Die Generalversammlung am nächsten Tag fand in der Seestadt Aspern statt. Marvin Mitterwallner präsentierte anschließend das Konzept der Seestadt. Danach sprach Doris Bach über die präventiven und therapeutischen Wirkungen des Waldes bei älteren Menschen und Johannes Kirchheimer berichtete von positiven Erfahrungen beim Einsatz von Waldpädagogik in der Rehabilitation. Am Nachmittag teilten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf fünf Exkursionen zu den Rahmenthemen Natur und Kultur auf und traten danach ihre Heimreise an.

Der nächste Kongress für Waldpädagogik wird 2019 am anderen Ende von Österreich stattfinden, nämlich in Vorarlberg.

Autor: Gerhard Müller


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