©  Christoph Liebentritt/Global 2000 - Gedenken an Tschernobyl
© Christoph Liebentritt/Global 2000 - Gedenken an Tschernobyl

Kerzenaktion am Ballhausplatz: 1000 Kilometer Tschernobyl, 100 Kilometer Mochovce

GLOBAL 2000 warnt anlässlich des 31. Jahrestags der Tschernobyl-Katastrophe vor slowakischem AKW.

Heute Nacht vor genau 31 Jahren explodierte Reaktor 4 im ukrainischen Tschernobyl, knapp 1000 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Durch ungünstige Wind- und Wetterbedingungen wurde Österreich stark mit radioaktiven Stoffen verseucht, so sind 83 Prozent der österreichischen Oberfläche mit radioaktivem Cäsium-137 belastet. Schlimmer noch, 13 Prozent Österreichs wurden äußerst hoch belastet, über 40.000 radioaktive Betastrahlungs-Zerfälle pro Quadratmeter.

"Österreich wurde durch den Tschernobyl-Super-GAU flächenmäßig am zweitmeisten verstrahlt, direkt nach Weißrussland," erklärt Dr. Reinhard Uhrig, Atom-Sprecher von GLOBAL 2000. "Diese und die historisch jüngere Katastrophe im japanischen Fukushima haben zu einem weltweiten Umdenken über die Beherrschbarkeit der Risikotechnologie Atomkraft geführt. Wir müssen jetzt verhindern, dass ein viel näheres Atom-Projekt sich weiter zu einer tickenden Zeitbombe entwickelt."

In Mochovce laufen bereits zwei Druckwasserreaktoren sowjetischen Designs aus den 1980er-Jahren, ohne Volldruck-Containment, zwei weitere sind nach jahrzehntelanger Einmottung in Weiterbau. Technische Probleme sowie Missmanagement führen zu immer neuen Verzögerungen und Kostensteigerungen und zu schweren Unfällen auf der Baustelle.

GLOBAL 2000 erinnerte gestern Abend vor dem Bundeskanzleramt am Ballhausplatz mit hunderten Kerzen in Form des Radioaktiv-Zeichens der Katastrophe von Tschernobyl und warnt gleichzeitig mit Wegweisern, die die Distanz zu Tschernobyl und Mochovce aufzeigen, vor dem viel näheren slowakischen AKW.



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