© Greenpeace-Georg Mayer / Früchte aus Österreich im Jahr 2050?
© Greenpeace-Georg Mayer / Früchte aus Österreich im Jahr 2050?

Hitzewelle: Ein Sommer wie 2050

Umweltschutzorganisation Greenpeace bietet Vorgeschmack auf die Folgen des Klimawandels

Mit dieser Woche wurde in Österreich die Anzahl der jährlichen Hitzetage überschritten, die Klimaforscher für das Jahr 2050 prognostizieren, wenn nicht drastische Maßnahmen gegen den Klimawandel unternommen werden. 15 Hitzetage - Tage an denen die Temperatur mindestens 30 Grad erreicht - verzeichnet Österreich normalerweise in einem durchschnittlichen Sommer. Heute zählt Wien allerdings den bereits 33. Hitzetag im laufenden Jahr, Innsbruck sogar den 38. "Werden die Treibhausgas-Emissionen nicht drastisch gesenkt, werden wir in Österreich im Jahr 2050 durchschnittlich 30, im Jahr 2100 45-50 Hitzetage erleben", warnt Greenpeace Klima- und Energiesprecher Adam Pawloff.

Um auf die langfristigen Folgen des Klimawandels in Österreich aufmerksam zu machen, bot Greenpeace im Rahmen einer Fotoaktion auf dem "Bauernmarkt" die heimischen Früchte zum Sommer 2050 an: "Wachauer Mangos, Steirische Avocados und Mostviertler Bananen statt Marillen, Äpfel und Birnen; neben der großen Hitze ein weiterer Vorgeschmack auf den Sommer 2050", so Pawloff.

Was die aktuelle Entwicklung besonders kennzeichnet, sind nicht nur die außergewöhnlich hohen Temperaturen tagsüber, sondern vor allem die warmen Nächte. In diesem Jahr erlebte Wien, nach 2013 zum zweiten Mal seit 1950, 14 Tagesperioden, in denen die durchschnittlichen Temperaturen nicht unter 20 Grad gesunken sind, so genannte tropische Nächte. Die hohen Nachttemperaturen belasten die Menschen ganz besonders, da sie über längere Zeiten keine Erholungsphasen erleben.

Neben dem Einfluss auf die Menschen hat der Klimawandel auch gravierende Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Die Hagelversicherung schätzt die Dürreschäden 2015 auf 100 Millionen Euro. Damit nicht genug: Auch der Starkregen und Hagel in Folge von extremer Hitze verursachen große Ausfälle. In Zukunft wird das Anbaupotential für wärmeliebende Pflanzen in Österreich deutlich steigen, stellt der österreichische Sachstandsbericht fest. "Das ist vielleicht eine gute Nachricht für umweltbewusste Liebhaber von tropischen Früchten. Für die vom Klimawandel betroffenen Bäuerinnen und Bauern ist es aber nur ein schwacher Trost", so Pawloff.

"Um solche Bedingungen in Zukunft zu minimieren, ist es entscheidend, bei der Weltklimakonferenz in Paris ein global verbindliches Abkommen für alle Staaten zu verabschieden", so Pawloff. "Dabei muss die EU eine Vorreiterrolle einnehmen". Greenpeace fordert ebenfalls einen Stopp des Emissionsanstiegs noch im Jahr 2015 und den Umstieg auf 100% Erneuerbare Energien bis 2050.



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