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"Alternative" Energieformen werden zur echten Alternative

Durch den eklatanten Preisanstieg der fossilen Energieträger Öl, Gas und Kohle wird die Stromerzeugung aus Wind-, Biomasse- und Solarkraftwerken viel rascher als geplant marktfähig

Windstrom erstmals unter Marktpreis

Der von der Regulierungsbehörde E-Control veröffentlichte "Marktpreis" für Strom ist für das 3. Quartal 2008 auf fast 8,5 ct/kWh gestiegen. Damit hat sich der Preis für Strom in Österreich innerhalb der vergangenen fünf Jahre um über 250% erhöht und liegt erstmals über den gesetzlich verordneten Einspeisetarif für Windkraftanlagen von 7,55 ct/kWh. "Somit hilft jede aus den rund 700 bisher in Österreich errichteten Windkraftanlagen produzierte Kilowattstunde Strom den Strompreis zu stabilisieren", meint Peter Molnar, Geschäftsführer der oekostrom Vertriebs GmbH.

Die Gestehungskosten aller fossilen Kraftwerke - auch moderner Gas- und Dampfkraftwerke - liegen aktuell aufgrund des eklatanten Preisanstiegs von Öl, Kohle und Gas über den Gestehungskosten von Strom aus Windkraftanlagen. Damit hat sich der von der Ökoenergiebranche prognostizierte Effekt, dass der forcierte Ausbau der Erneuerbaren längerfristig den Strompreis stabilisiert, viel früher als erwartet eingestellt.

Nachfrage nach Photovoltaik boomt

Auch im Bereich Photovoltaik sind international enorme Entwicklungssprünge zu erkennen. "Leider wird das Potenzial der Stromerzeugung direkt aus der Sonne über Photovoltaikzellen in Österreich nicht ausreichend erkannt. Die vom Klima- und Energiefonds für die Förderung von kleinen Photovoltaikanlagen bis 5 kWp Leistung zur Verfügung stehenden Mittel von Euro 8 Mio. waren innerhalb von zwei Stunden vergeben. Die Nachfrage ist um ein Vielfaches größer als das Angebot.

"Bei Photovoltaik ist neben der enormen technischen Entwicklung noch eine Besonderheit zu beachten: Strom aus Photovoltaikanlagen wird direkt beim Konsumenten erzeugt und reduziert damit seinen Strombezug aus dem Netz. Somit ist für Photovoltaikstrom nicht der Marktpreis ausschlaggebend, sondern der Endkundentarif, bei oekostrom(R) derzeit 19,5 ct/kWh. Die Differenz zu den aktuellen Gestehungskosten aus Photovoltaikanlagen von rund 40 ct/kWh wird fortwährend geringer, da einerseits die Strompreise weiter steigen und gleichzeitig die Erzeugung von Modulen produktiver und deshalb billiger wird", führt Molnar dazu aus. Wann die sogenannte Netzparität erreicht wird, d.h. dass für den Konsumenten der Strombezug aus dem Netz gleich viel kostet wie die eigene Stromerzeugung, ist deshalb nur mehr eine Frage der Zeit.

Forcierter Ökostromausbau in Österreich noch immer nicht möglich

Es ist beschämend, dass trotz dieser Entwicklungen der Ökostromausbau in Österreich seit Mitte 2006 stagniert. Es gibt zwar jetzt ein neues Ökostromgesetz, das nach Begutachtung durch die EU Anfang 2009 in Kraft treten soll, die zur Verfügung stehenden Mittel darin sind aber viel zu bescheiden. Jährlich sollen nur Euro 21 Mio. in den Ausbau von Ökostrom gesteckt werden. Zum Vergleich: Für die Zwangs-Mitgliedschaft bei EURATOM muss Österreich Euro 30 bis 40 Millionen pro Jahr investieren. "Es wäre in jedem Fall zukunftsträchtiger, die für EURATOM eingesetzten Mittel für den Ökostromausbau in Österreich umzuschichten. Damit könnte man den Ökostromausbau in Österreich wieder aktivieren", meint Peter Molnar.



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