AGES: Ambrosia breitet sich weiter aus - BILD

Die Unkrautart löst starke Allergien aus

In Teilen Österreichs verbreitet sich die Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia), bekannt auch als Ragweed oder Beifußblättriges Traubenkraut, beständig aus. Das zeigt ein Monitoring der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH. Besonders in klimabegünstigten Regionen Ostösterreichs wie Wien, der Südoststeiermark, dem Burgenland, Teilen Nieder- und Oberösterreichs befinden sich beständige Vorkommen dieser Allergie auslösenden Unkrautart. Jedoch wurden in allen Bundesländern bereits Vorkommen festgestellt. Auch andere europäischen Staaten wie beispielsweise Ungarn, Serbien, Kroatien, Frankreich, Tschechien, Deutschland und Schweiz sehen sich mit teils massiven Befallsproblemen konfrontiert.

Probleme für Allergiker, Umwelt und Landwirtschaft

In den USA und Kanada hat sich die Ambrosia zum Hauptallergen bei empfindlichen Menschen entwickelt. Die sehr kleinen Pollen, die tief in die Lunge eindringen können, werden leicht durch den Wind verbreitet. Und das in einer Jahreszeit, in der andere allergene Pollenpflanzen nahezu verblüht sind, wodurch sich die Leidenszeit von Pollenallergikern um mehrere Monate, oftmals bis in den Oktober hinein, verlängert.

In Befallsgebieten wird durch das Verdrängen der standortspezifischen Arten die Biodiversität eingeschränkt. Dies bewirkt Veränderungen der natürlichen Pflanzengesellschaften. Auf landwirtschaftlichen Produktionsflächen wiederum besteht die Bedrohung durch die Verdrängung der Kulturpflanzen durch steigenden Unkrautdruck, besonders an Standorten, an denen aus Gründen des Grundwasserschutzes nur eine eingeschränkte Auswahl an Pflanzenschutzmitteln zur Verfügung steht. Wenn keine gezielte längerfristige Bekämpfung erfolgt, zeichnen sich Ertragsverluste und erhöhter Bekämpfungsaufwand ab.

Ambrosia - ein wahrer Anpassungskünstler

Die Ambrosia verfügt über eine hervorragende Anpassungsfähigkeit. Man findet sie an Autobahnbaustellen, Straßen- und Wegrändern, Böschungen, Schienenbegleitstreifen, auf Erdhaufen neben Baustellen, noch nicht oder nicht ausreichend bepflanzten Grünflächen von Neubauobjekten, Waldlichtungen, abgeerntete Landwirtschaftsflächen, Saatgutvermehrungsflächen (Soja, Mais). Sie kommt aber auch in Gärten und Parks vor, in denen häufig Streufutter für Vögel verwendet wird, Bracheflächen, Schutthalden, Kompostplätzen, Rübenplätzen, Wohngebieten mit Vogelhäuschen (Vogelfutter). Effizient verbreitet wird die Unkrautart beispielsweise durch das Profil von Fahrzeugreifen, durch Erntemaschinen sowie Mähgeräte. Generell ist in Befallsgebieten mit hohem Unkrautdruck und nur mangelhafter Unkrautbekämpfung auf Sonnenblumen-, Kürbis-, Rüben-, Sojabohnen-, Maiskulturflächen sowie Käferbohnenflächen mit Schwierigkeiten in der Bekämpfung zu rechnen.

Klimawandel begünstigt Ausbreitung

Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung der allergenen, wärmebedürftigen Unkrautart zusätzlich. Die steigenden Temperaturmittel bewirken zeitigeres Keimen im Frühjahr mit längerer Wachstumsperiode in den Herbst hinein. Schwache bis fehlende Winterfröste leisten dem Ausbreiten der Art zusätzlich Vorschub.

Schwierige Bekämpfung

Da sich die Ambrosia auf vielfältige Weise ausbreitet, muss auch ihre Bekämpfung vielschichtig angegangen werden. Eine verpflichtende Bekämpfung der Art wäre wünschenswert, da die gesundheitliche Belastung der Bevölkerung jedes Jahr steigt. Durch die konsequente Bekämpfung kann sich ein erhebliches Einsparungspotenzial ergeben: Verringerung an Therapiekosten, Vermeidung von Ertragseinbußen und hohem Bekämpfungsaufwand.

Vor allem Hobbygärtner können dazu beitragen, die weitere Ausbreitung der Ambrosia zu verhindern: Einzelne Pflanzen sollten einschließlich ihrer Wurzeln vor der Blüte ausgerissen und am besten in Plastikbeuteln verschlossen über den Hausmüll entsorgt werden. Landwirte können zur Bekämpfung beitragen indem sie alle erlaubten chemischen und mechanischen Möglichkeiten der Bekämpfung ausschöpfen. Straßendienst- und Baustellenpersonal sollten ebenfalls darauf achten, rechtzeitig vor der Blüte die Pflanzen zu mähen oder zu entfernen.




Quelle: AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH


Artikel Online geschaltet von: / Doris Holler /