© Hr. Schmutterer
© Hr. Schmutterer

Der Pressbaumer Sonnenschein

Hr. Schmutterer mit seinem nahezu energie-autarken Haus ist Held dieser Woche.

Zur Person

Hr. Schmutterer ist Hausbesitzer in Tullnerbach-Pressbaum, welches voll bestückt mit Erneuerbarer Energie seine Philosophie der Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit wiederspiegelt. Er ermöglicht dem Pressbaumer Energiestammtisch immer wieder einen Rundgang auf seinem Grundstück, um die Vorzüge der Erneuerbaren Energien in der Praxis zu zeigen. Stolz kann er auf seine 1,44 kWp Photovoltaik-Anlage, seine 12 m2 große thermische Solaranlage und seinen Pelletsofen sein.

Pioniertätigkeit

Schon 1993 hat er in einer Selbstbaugruppe der landwirtschaftlichen Fachschule thermische Solarkollektoren gebaut.

oekonews: Was haben Sie denn so alles an Erneuerbaren Energien im Repertoire?

Schmutterer: Unser Haus, ein thermisch sanierter Altbau, wird von einer Pelletsheizung beheizt, ein großer Teil des Stroms kommt von der Sonne, welche uns sogar einen Notstrombetrieb ermöglicht. Da als Einzelstehender nicht alle Erneuerbaren Energieträger eingerichtet werden können, hat meine Familie sich mit einigen Windkraft-Aktien vorsorgt und sorgt so für einen ausgeglichenen Energiemix.
Die thermische Solaranlage dient zur Warmwasser & Heizungsunterstützung und hat bewirkt, dass mein Stromverbrauch von ca. 5600 kwh auf 3600 kwh zurückgegangen ist, da das Warmwasser in der heizungsfreien Zeit bereitgestellt wird.

oekonews: Haben Sie je einen Kauf einer Anlage bereut?

Schmutterer: Nein.

oekonews: Was bringt Sie dazu, sich so viele Anlagen anzuschaffen?

Schmutterer: Die persönliche Freiheit sehe ich nicht primär in der Stimmabgabe bei der Wahl, sondern vor allem daran, dass ich möglichst unabhängig von anderen Unternehmen agieren kann, wie zb. Wasser, Strom, Energie. Hier kann man nur minimieren. Statt Öl auf österreichische Ressourcen greifen, wie zb. meine Pelletsheizung, installieren einer thermischen Solaranlage und versuchen, einen Teil des Strombedarfes selber zu erzeugen. Ziel ist nicht nur in Erneuerbare Energie zu investieren, sondern auch österreichische biologische Lebensmittel zu kaufen, um so die österreichische Bio-Wirtschaft zu unterstützen.

Wann haben sich ihre Geräte amortisiert - interessiert Sie das überhaupt?

Schmutterer: Man kann die Wirtschaftlichkeit nicht ein-äugig betrachten, da man sich in wirtschaftlichen Fragen zwiespältig verhält, zb. fragt auch keiner, wann sich die Verfließung einer Toillette, Alu-Felgen vom Auto oder der Urlaub auf den Malediven amortisiert, die Antwort wäre nämlich: nie amortisiert. Natürlich interessiert mich dies auch. Da bei dieser Frage Umweltbelange eine wesentliche Rolle spielen, ist eine nur wirtschaftliche Berechnung nicht sehr sinnvoll, denn was ist uns eine gesunde Umwelt wert?

Und was verblüfft Sie an Ihren Erneuerbaren Energien?

Schmutterer: Es ist immer wieder faszinierend an einem kalten Wintertag am nordseitigen Thermometer Minus 2,3 Grad abzulesen, und von der thermischen Solaranlage 50 Grad heisses Wasser zu erhalten.

Genauso unbegreiflich ist es, wenn an einem sonnigen Wintertag vormittags der Pelletsofen ausgeschaltet wird, und die Wärmeversorgung über die thermische Solaranlage mit Pufferspeicher erfolgt.

oekonews: Wollen Sie unseren Lesern etwas mitteilen?

Schmutterer: Ja, ich würde mich freuen, wenn Sie auch auf dieser Energiespar- und Erneuerbaren Energie-Welle mitschwimmen, um für uns alle ein Stück heile Umwelt zurückzugewinnen.

oekonews: Vielen Dank für das Interview.


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