© Franz Keppel / Protest in Graz
© Franz Keppel / Protest in Graz

Murkraftwerk: Klage zurückgezogen, Schlägerungen fortgesetzt

Weitere Schlägerungen an der Mur haben gestern begonnen. Im Lavapark wurden Bäume gefällt.

Dies könnte der Beginn großflächiger Rodungen sein. Der Widerstand gegen das Murkraftwerk bleibt aufrecht – die Plattform ‘Rettet die Mur’ kündigt eine Mahnwache am 25. Oktober an. Indes wird das Gerichtsverfahren gegen eine Naturschützerin fallen gelassen: Die Klage gegen Romana Ull wurde zurückgezogen.

Am 23. Oktober gab es erneut Schlägerungen an der Mur. Im Bereich Lavapark, nördlich der Puntigamer Brücke, wurden mehrere große Bäume im Zuge der Arbeiten für das Murkraftwerk geschlägert. Damit fallen in Graz wieder nur wenige Tage nach der Wahl die ersten Bäume.

‘Wir befürchten, dass dies der Anfang der nächsten Rodungswelle ist,’ erklärt Gabriele Faller von der Plattform ‘Rettet die Mur’, ‘Für die Bauarbeiten für Murkraftwerk und Kanal müssen noch bis in die Grazer Innenstadt tausende Bäume fallen. Die Absperrungen für die Arbeiten reichen bereits hinauf bis zur Radezkybrücke.’

Die Plattform kündigt an, den Protest gegen die Arbeiten fortzusetzen. Schon am Mittwoch ist um 17:00 ein Protestmarsch mit anschließender Mahnwache an der Baustelle geplant. ‘Die Zerstörung an der Mur ist für die Natur dramatisch genug, doch es geht hier auch um unser Steuergeld, das in der Mur versenkt werden soll,’ meint Christine Barwick, ‘In der Stadt weiß man weiterhin nicht, wie dieser Wahnsinn finanziert werden soll, illegale Förderungs-Versuche wurden nachgewiesen, fieberhaft sucht man offenbar einen Weg, das Projekt schönzurechnen. Doch an diesem Projekt ist nichts schönzureden. Kraftwerk und Kanal sind ineffizient und viel zu teuer. Deshalb verweigert man von Seiten der Politik auch jede offizielle Diskussion mit der Bevölkerung.’

Die Betreiber versuchen indes immer wieder zu beschwichtigen und rudern zurück. Gerichtsverfahren gegen die MurschützerInnen konnten nicht durchgebracht werden – die von ihnen durchgeführte wichtige Dokumentation der Vorgänge auf der Baustelle ist rechtens und kann somit fortgesetzt werden. Kürzlich wurde nun auch die Klage gegen Romana Ull vom Naturschutzbund Steiermark zurückgezogen.

‘Für die EStAG ist das vor Gericht eine Niederlage auf ganzer Linie’, bestätigt Ull, ‘man sieht offenbar keinen Hoffnungsschimmer das Verfahren gegen mich noch gewinnen zu können. Natürlich bin ich im Recht und freue mich, dass auch die EStAG das eingesehen hat. Doch dass man versucht hat, mich und andere Einzelpersonen einzuschüchtern, zeigt, welche Interessen tatsächlich hinter dem Kraftwerksbau stecken.’


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