© PID Fürthner/ Preisverleihung in Wien
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Drei innovative Projekte für klimafreundlichen urbanen Gütertransport vor dem Vorhang

E-Lkw und Cargo Bikes verstärkt im Gütertransport einzusetzen macht Sinn

Der VCÖ, Wiens Stadträtin für Umwelt und Wiener Stadtwerke Ulli Sima und die ÖBB haben den VCÖ-Mobilitätspreis Wien an drei innovative Projekte verliehen, die zeigen, wie die Klimabilanz des urbanen Gütertransports deutlich verbessert werden kann.

Der Samariterbund liefert Essen auf Rädern mit E-Lastenrädern aus, das Projekt EMILIA des Austrian Institute of Technology AIT optimiert Elektrofahrzeuge für den städtischen Lieferverkehr und das Unternehmen Voltia testet im Rahmen eines Forschungsprojekts größere E-Lkw.

"Der Verkehr ist beim Klimaschutz Österreichs größtes Sorgenkind. Wien ist anders, denn die Wienerinnen und Wiener legen bereits 73 Prozent ihrer Alltagswege mit Öffis, zu Fuß und mit dem Rad zurück und sind damit Österreichs Spitzenreiter, bei den Pendlern gibt es noch Nachholbedarf. Dass auch der urbane Gütertransport auf Klimakurs gebracht werden kann, zeigen die heute mit dem VCÖ-Mobilitätspreis Wien ausgezeichneten Projekte", gratuliert Öffi-Stadträtin Ulli Sima den Gewinnerinnen und Gewinnern.

"Infolge des Online-Handels nimmt der Zustellverkehr mit Klein-Lkw stark zu, deren Dieselabgase meist hohe Schadstoffemissionen verursachen. Die heute mit dem VCÖ-Mobilitätspreis ausgezeichneten Projekte verdeutlichen, dass durch eine bessere Logistik und die Verlagerung auf klimaverträglichere Fahrzeuge die Umweltbilanz des urbanen Gütertransports deutlich verbessert werden kann", schließt sich VCÖ-Sprecher Christian Gratzer den Gratulationen an.

Der Samariterbund Wien erhielt für das Projekt "Essen auf Lastenfahrrädern" den VCÖ-Mobilitätspreis Wien verliehen. Der Samariterbund ersetze acht Pkw durch E-Lastenfahrräder und stellt damit im Rahmen von Essen auf Rädern täglich rund 250 Essen zu. Die Zustellung ist nicht nur viel umweltfreundlicher, sondern auch effizienter. Es können nun mehr Mahlzeiten innerhalb der gleichen Zeit zugestellt werden, weil die Transportfahrräder nicht im Stau stehen und leichter einen Parkplatz finden. Öffi-Stadträtin Ulli Sima, VCÖ-Sprecher Christian Gratzer und Peter Ullrich von der ÖBB-Infrastruktur AG überreichten den VCÖ-Mobilitätspreis Wien an Samariterbund Geschäftsführer Oliver Löhlein und Projektleiter Sabahudin Budnjo.

Wie können E-Lkw in den betrieblichen Fuhrpark optimal eingebunden werden? Dieser Frage geht das Unternehmen Voltia gemeinsam mit dem Logistikunternehmen Schachinger / i-Log im Rahmen eines FFG-geförderten Forschungsprojekts auf den Grund. 14 Partner, wie etwa SPAR, Quehenberger, Kreisel Electrics, Smatrics, die Universität Wien und die Universität für Bodenkultur nehmen daran teil. Werden Diesel-Lkw durch Elektro-Transporter ersetzt, werden Treibhausgase und gesundheitsschädliche Stickoxid-Emissionen verringert. Den VCÖ-Mobilitätspreis Wien nahm Voltia-Geschäftsführer Oswald Brandstetter entgegen.

Das AIT (Austrian Institute of Technology) entwickelt im Projekt EMILIA neue urbane Güterlogistikkonzepte und optimiert Elektrofahrzeuge für den städtischen Lieferverkehr. 15 Unternehmen arbeiten im Projekt mit. Die Ergebnisse sind ermutigend: Der Einsatz von Elektrofahrzeugen in der urbanen Güterlogistik ist technisch möglich und wirtschaftlich. Unter anderem wurde in der Seestadt Aspern ein City Hub errichtet. Pakete werden zu dem Hub geliefert, von dort erfolgt die Verteilung zu den Empfängerinnen und Empfängern emissionsfrei mit einem Elektro-Transportrad. Den VCÖ-Mobilitätspreis Wien nahm EMILIA-Projektleiter Boschidar Ganev vom AIT entgegen.

Das Potenzial für Transportfahrräder im Gütertransport wird stark unterschätzt. Eine vom deutschen Verkehrsministerium veröffentlichte Studie kam zum Ergebnis, dass bis zu 23 Prozent des urbanen Wirtschaftsverkehrs auf Cargo-Bikes verlagert werden können, berichtet der VCÖ. Gerade für Zustelldienste sind Lastenfahrräder ideal.

Beim VCÖ-Mobilitätspreis Wien, der vom VCÖ in Kooperation mit der Stadt Wien und den ÖBB durchgeführt und von Gesiba unterstützt wird, wurden 94 Projekte und Konzepte eingereicht, so viele wie in keinem anderen Bundesland.

Peter Ullrich, Projektleiter der ÖBB-Infrastruktur AG stellt abschließend fest: "Ein gut ausgebauter Öffentlicher Verkehr ist das Rückgrat einer schnell wachsenden Stadt wie Wien. Die "neue" Verbindungsbahn macht neue Wege im Öffi-Verkehr - innerstädtisch und im Großraum Wien - möglich und bringt mehr Qualität im Wiener Schnellbahn-Netz. Mit der S80 von Wien Hütteldorf nach Wien Aspern Nord entsteht eine direkte West-Ost-Verbindung durch die Stadt. So wollen wir noch mehr Menschen für den Umstieg auf die Schnellbahn bewegen und den Öffentlichen Verkehr in Wien deutlich stärken."

Mehr Informationen: www.vcoe.at



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