© 350.org/Tim Wagner / Besetzung der Kohlebagger
© 350.org/Tim Wagner / Besetzung der Kohlebagger

Für ein Klima der Gerechtigkeit und gegen Braunkohle

Tausende protestierten bei Aktionstagen gegen Braunkohle

© Ende Gelände- Andreas Larson / Endlich gegen den Klimawandel handeln, so das Ziel
© Ende Gelände- Andreas Larson / Endlich gegen den Klimawandel handeln, so das Ziel
© Ende Gelände - Herbert Sauerwein / Protest gegen Braunkohle in Deutschland
© Ende Gelände - Herbert Sauerwein / Protest gegen Braunkohle in Deutschland

Erkelenz - Es ist Zeit für Veränderung, so tausende Ende Gelände Aktivist*innen in Deutschland. In den letzten zwei Tagen blockierten sie die Gleise, auf der das Kraftwerk Neurath mit Braunkohle versorgt wird. Ihre Forderung: Klimagerechtigkeit und der sofortige Braunkohleausstieg. Am Freitag wurden die Kohlebahn über neun Stunden besetzt. Am Samstag wurden die Blockaden sechs Stunden gehalten. Die RWE musste dadurch vier der Kraftwerksblöcke für 20 Stunden drosseln. Außerdem gelangte eine Gruppe von Aktivist*innen in den Tagebau Garzweiler.

Die Aktivist*innen setzten die Aktion entschlossen und friedlich um. Hunderte von Menschen waren vorübergehend in Polizei-Gewahrsam, bis auf wenige Personen sind alle wieder freigekommen. Die Arbeit von Journalist*innen wurde in Einzelfällen behindert.

‘Weite Teile der Bevölkerung wollen den Kohleausstieg. Mit unseren Protesten haben wir dieser Forderung deutlich Nachdruck verliehen. Kohlekraft hat keine gesellschaftliche Akzeptanz mehr’, sagt Janna Aljets, Sprecherin des Ende Gelände Bündnisses.

‘Die Proteste der letzten Tage haben Klimagerechtigkeit auf die politische Agenda gesetzt’, sagt Insa Vries, Pressesprecherin von Ende Gelände. ‘Wer den sofortigen Kohleausstieg blockiert, verliert jede Legitimität und Glaubwürdigkeit.’

Während der Aktionstage vereinte das Bündnis Ende Gelände nicht nur verschiedene soziale Bewegungen und politische Spektren – u.a. für Umweltschutz, Feminismus und Kapitalismuskritik – sondern bewies, dass es Teil einer europäischen Klimagerechtigkeitsbewegung ist. Hunderte internationale Aktivist*innen reisten extra an, um den Kohleausstieg in Deutschland zu fordern.

Insgesamt waren im Rahmen der Aktionstage 6000 klimabewegte Menschen im Rheinischen Braunkohlerevier unterwegs, um gegen Braunkohle zu protestieren, mit massenhaftem zivilen Ungehorsam. Etwa 3500 Personen zogen mit einer Menschenkette eine ‘Rote Linie” gegen Kohleabbau am Hambacher Forst. Aktivist*innen der Kampagne ’Kohle erSetzen!” blockierten die Werkstore des Kraftwerks Neurath. Kleingruppen, die sich der Kampagne ‘Zucker im Tank’ anschlossen, hielten Züge der Hambach-Kohlebahn auf und besetzten den Tagebau Inden. Und bis zum 29.8. sind noch immer hunderte von Menschen auf den drei Klimacamps, die parallel stattfinden, aktiv.

Für den 4./5. November, zu Beginn der UN-Klimaverhandlungen in Bonn, ruft das Bündnis Ende Gelände zu Massenaktionen zivilen Ungehorsams auf.

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Ende Gelände


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