© Ende Gelände - Herbert Sauerwein / Protest gegen Braunkohle in Deutschland
© Ende Gelände - Herbert Sauerwein / Protest gegen Braunkohle in Deutschland

Tausende blockieren Braunkohleinfrastruktur

Aktionen zivilen Ungehorsams im deutschen Rheinland +++ AktivistInnen und beteiligte Organisationen fordern sofortigen Kohleausstieg ++ Österreische AktivistInnen dabei

Seit gestern und bis 29. August ruft das Aktionsbündnis "Ende Gelände" zu massenhaften Aktionen zivilen Ungehorsams im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen auf. Neben tausenden Menschen aus ganz Europa nehmen auch österreichische AktivistInnen an den Aktionen teil, um sich für einen sofortigen Kohleausstieg einzusetzen. "Ende Gelände" ist Teil von vielfältigen Protesten, Camps und Workshops, die eine "Rote Linie" gegen Braunkohle ziehen.

Im Rahmen der Protestaktionen soll unter anderem mit Mitteln zivilen Ungehorsams Kohle-Infrastruktur blockiert und der Betrieb in Tagebau und Kraftwerken zum Erliegen gebracht werden. Das Aktionsbündnis kann auf breite internationale Unterstützung zählen, unter anderem erklären sich Organisationen aus den Philippinen, Nepal und Indien solidarisch.

"Wenn wir die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels verhindern wollen, dann müssen gerade Länder wie der vermeintliche Energiewende-Vorreiter Deutschland aufhören, dreckige Energieträger wie Braunkohle zu nutzen", sagt Ruth Fartacek der österreichischen Initiative "System Change, not Climate Change!". "Die Dringlichkeit der Lage erfordert ein starkes Signal. Deshalb wählen wir zivilen Ungehorsam als Aktionsform. Dabei hat ein friedliches Vorgehen und die Sicherheit aller Beteiligten und der MitarbeiterInnen im Tagebau höchste Priorität." Bereits im Jahr 2015 brachten 1.500 Menschen Teile eines Braunkohle-Tagebaus im Rheinland zum Stillstand, 2016 nahmen 4.000 Menschen an den Aktionen von "Ende Gelände" in der Lausitz teil.

"Dieser Sommer hat uns einen Vorgeschmack darauf gegeben, was uns in den kommenden Jahrzehnten bevorsteht. Bis Ende des Jahrhunderts könnten allein in Europa mehr als 150.000 Menschen an Extremwetterereignissen wie Hitzewellen sterben", sagt Manuel Grebenjak von "System Change!". "Die internationalen Zusagen zur CO2-Reduktion reichen nicht aus, um den Klimakollaps zu verhindern. Gerade reiche Länder wie Deutschland und Österreich müssen ihre Anstrengungen deutlich erhöhen."

"Ein "Weiter wie bisher" ist keine Option. Wenn wir den Klimawandel wirklich eindämmen wollen, müssen wir unsere Art zu wirtschaften und zu leben grundsätzlich ändern. Der schnelle Ausstieg aus fossilen Energieträgern ist ein wichtiger Teil davon", so die AktivistInnen von "System Change!", die an "Ende Gelände" teilnehmen.

"Ende Gelände" ist ein Bündnis aus Umweltgruppen, sozialen Initiativen, Postwachstumsprojekten und Einzelpersonen. Es sieht sich als Teil einer internationalen Graswurzelbewegung, die gegen die Verbrennung von fossilen Energieträgern, für Klimagerechtigkeit und für eine globale Energiewende von unten eintritt. Weitere Informationen: www.ende-gelaende.org/de/aktion

"System Change, not Climate Change" ist ein Bündnis von Menschen und Organisationen, die sich für eine sozial-ökologische Transformation unserer Wirtschaft und Gesellschaft einsetzen.


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