© Greenpeace/ Die AktivistInnen in Norwegen
© Greenpeace/ Die AktivistInnen in Norwegen

Greenpeace-Aktivistinnen aus Österreich auf hoher See verhaftet

Nach Protest gegen arktische Ölbohrung greift Norwegische Küstenwache rechtswidrig ein

Die Norwegische Küstenwache hat gestern Abend das Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise” außerhalb der territorialen Gewässer Norwegens beschlagnahmt. Die gesamte Crew - darunter auch zwei Aktivistinnen aus Österreich - wurden festgenommen. Das Vorgehen folgt einem siebenstündigen friedlichen Protest von Greenpeace-AktivistInnen vor einer Ölbohrplattform des norwegischen Konzerns Statoil in der Arktis.

"Die Norwegische Küstenwache hat kein Recht, das Greenpeace-Schiff zu entern und zu beschlagnahmen. Der friedliche Protest steht nach dem internationalem Seerecht unter Schutz”, erklärt Lukas Meus, Arktis-Sprecher bei Greenpeace in Österreich. Das Eingreifen der Norwegischen Küstenwache folgt einer siebenstündigen Protestaktion gegen Ölbohrungen in der Arktis. Nach dem Eindringen in die Sperrzone, platzierten Greenpeace-AktivistInnen - darunter auch aus Österreich - vor der Plattform eine 300 Kilogramm schwere Weltkugel. Diese ist mit Nachrichten von rund 1000 Menschen aus aller Welt beschriftet, die ihre Stimme für die Arktis und für den Schutz unseres Planeten erhoben haben. Mit dem Protest wurde der Betrieb der Ölplattform gestoppt. "Die Norwegische Regierung scheint mehr daran interessiert zu sein, den Betrieb einer gefährlichen Ölplattform zu gewährleisten, als das Recht auf friedlichen Protest zu respektieren", so Meus.

Die Protestaktion richtete sich an den Ölkonzern Statoil, als auch an die norwegische Regierung. Diese hat letztes Jahr im Juni neue Ölförderlizenzen vergeben, darunter auch das Lizenzgebiet Korpfjell, in dem der Protest stattfand. Aufgrund der Nähe zur arktischen Eisdecke, haben sowohl das norwegische Polarinstitut als auch die norwegische Umweltbehörde davon abgeraten, dieses Gebiet für Ölbohrungen freizugeben. Wegen der Vergabe der neuen Ölförderlizenzen haben Greenpeace Nordic und die norwegische Organisation Nature & Youth eine Klage gegen die Regierung eingereicht. Denn die Lizenzvergabe widerspricht nicht nur dem Pariser Klimaschutzabkommen, sondern auch der Verfassung Norwegens. Diese garantiert nach dem Paragraph 112 eine gesunde und sichere Umwelt für die kommenden Generationen. Der Gerichtsprozess startet am 13. November.

"Das wahre Gesicht der norwegischen Regierung ist nicht so grün wie ihr Image", erklärt Lukas Meus, Arktis-Sprecher bei Greenpeace in Österreich. "Die norwegische Regierung mag zwar heute das Greenpeace-Schiff rechtswidrig abschleppen lassen, doch sie selbst muss sich vor Gericht für ihr Handeln verantworten", so Meus. Derzeit wird die "Arctic Sunrise" in Richtung Festland nach Tromsö delegiert.



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