© Mitja Kobal / Greenpeace Schiff Arctic Sunrise auf dem Weg in die Arktis
© Mitja Kobal / Greenpeace Schiff Arctic Sunrise auf dem Weg in die Arktis

Arktis: Greenpeace-Aktion vor Statoil-Ölplattform

Aktivistinnen aus Österreich beteiligt - UmweltschützerInnen fordern Stopp der Ölbohrungen

Greenpeace-AktivistInnen sind heute Früh mit Kajaks in die Sperrzone einer Statoil-Ölplattform in der arktischen Barentssee eingedrungen. Noch nie hat ein Ölkonzern so hoch im Norden von Norwegen nach Erdöl gebohrt. Die friedliche Aktion der UmweltschützerInnen richtet sich nicht nur gegen Statoil, sondern auch gegen die norwegische Regierung. Diese hat letztes Jahr neue Ölbohrlizenzen in der Arktis vergeben. "Die norwegische Regierung und die Ölkonzerne bedrohen die Arktis, den Kühlschrank unseres Planeten. Daher gibt es für mich keine andere Möglichkeit, als hier zu sein", sagt die 23-jährige Dalia Kellou, eine der beteiligten Aktivistinnen aus Österreich.

Die Greenpeace-AktivistInnen platzierten vor der Plattform eine 300 Kilogramm schwere Weltkugel aus recyceltem Material mit 2,5 Meter Durchmesser. Diese ist mit Nachrichten von rund 1000 Menschen aus aller Welt beschriftet, die ihre Stimme für die Arktis und für den Schutz unseres Planeten erhoben haben. Aufgrund der Nähe zur arktischen Eisdecke, haben sowohl das norwegische Polarinstitut als auch die norwegische Umweltbehörde davon abgeraten, dieses Gebiet für Ölbohrungen freizugeben. Trotzdem vergab die norwegische Regierung die Lizenz am 10. Juni 2016 an Statoil. Auch 12 weitere Ölkonzerne erhielten Bohrlizenzen in der Arktis. Zehn Tage später ratifizierte die Regierung das Pariser Klimaschutzabkommen. "Ich will, dass die norwegischen Regierung ihr Versprechen einhält und sich für den Klimaschutz einsetzt, anstatt Ölbohrlizenzen zu vergeben und somit den Klimawandel weiter anzuheizen", erklärt Kellou, die auf einem Kajak vor der Plattform protestiert.

Der Protest in der Arktis findet im Zuge eines bevorstehenden Gerichtsprozesses statt. Greenpeace Nordic und die norwegische Organisation Nature & Youth haben eine Klage gegen die Regierung eingereicht. Denn die Vergabe der neuen Ölförderlizenzen widerspricht nicht nur dem Pariser Klimaschutzabkommen, sondern auch der eigenen Verfassung. Diese garantiert nach dem Paragraph 112 eine gesunde und sichere Umwelt für die kommenden Generationen. Ölbohrungen gefährden jedoch die Arktis, die als Kühlschrank des Planeten dafür sorgt, dass der Klimawandel nicht noch schneller angetrieben wird. "Die norwegische Regierung fährt zweigleisig: Zwar gibt sie vor, sich für die Umwelt zu engagieren, doch wenn es darauf ankommt, lässt sie Ölkonzerne in sensiblen Regionen der Arktis bohren", erklärt Lukas Meus, Arktis-Sprecher bei Greenpeace in Österreich. "Jetzt muss sich die norwegische Regierung vor Gericht für ihr Handeln verantworten". Der Gerichtsprozess startet am 13. November.



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