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Speicheranbieter verpassen Chancen im deutschen Retrofit-Markt

Ergebnisse der aktuellen Endkundenbefragung von EuPD Research offenbaren deutliches Potential für die Nachrüstung von Speicherlösungen bei Photovoltaik-Bestandsanlagen.

Zwei von drei befragten Anlagenbesitzern ziehen demnach die Retrofit-Installation eines Speichers in Betracht. Gleichzeitig legen die Untersuchungsergebnisse dar, dass lediglich ein minimaler Anteil der Besitzer von Photovoltaik-Anlagen durch den Installateur hierzu bislang angesprochen wurde.

Bonn. Trotz des gegenwärtigen Wachstumstrends im Photovoltaik-Kleinanlagensegment zeigt sich der Markt für Neuinstallationen in Kombination mit Speicherlösungen in Deutschland limitiert. Nach Berechnungen des Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmens EuPD Research liegt das mit Abstand größte Potential für Speicherinstallationen in der Gruppe der Photovoltaik-Altanlagenbesitzer. Bis dato existieren in Deutschland über 800.000 Photovoltaik-Anlagen mit einer installierten Leistung zwischen drei und zehn kWp. Bis 2030 wird prognosegemäß der Anteil der nachgerüsteten Speichersysteme mehr als 40% des Marktes umfassen.

Die aktuelle Befragung von 2.500 Photovoltaik-Anlagenbesitzern im neuen EndkundenMonitor von EuPD Research offenbart ein enormes Potential im Retrofit-Bereich. Knapp zwei Drittel der befragten Altanlagenbesitzer ziehen demnach die Nachrüstung eines Speichers in Erwägung. ‘Aus diesen Untersuchungsergebnissen geht deutlich hervor, dass das Interesse seitens der Photovoltaik-Anlagenbesitzer besteht, jedoch noch Überzeugungsarbeit insbesondere hinsichtlich der Kosten für Speicher und damit für deren wirtschaftlichen Einsatz geleistet werden müssen’, so Inga Batton, Projektleiterin bei EuPD Research.

Aktuelle Berechnungen von EuPD Research belegen, dass sich die Investition in eine Speicherlösung heute nicht nur bei der gleichzeitigen Neuinstallation einer Photovoltaik-Anlage auszahlt, sondern auch Speichernachrüstungen durchaus wirtschaftlich attraktiv sind. Der Endkunde legt neben der reinen Wirtschaftlichkeit gleichermaßen Wert auf Umweltaspekte sowie die persönliche Energie-Autarkie. Entsprechend bestehen hier Chancen, zahlreiche Photovoltaik-Anlagenbesitzer von Speicherlösungen zu überzeugen und das enorme Potential zu heben.

Der Installateur als wichtigster Absatzmittler zwischen Speicheranbieter und Endkunde muss dafür jedoch noch aktiviert werden. Die Ergebnisse des EndkundenMonitors zeigen, dass lediglich ein minimaler Anteil der Besitzer von Photovoltaik-Anlagen bezüglich der Nachrüstung von Speicherlösungen durch den Installateur angesprochen wird. Während von den Anlagenbesitzern der Jahrgänge 2009 bis 2011 beispielsweise lediglich neun Prozent aktiv vom Installateur angesprochen wurden, hätte sich jeder Vierte nicht Adressierte eine Ansprache gewünscht.

Dieses Ergebnis stammt aus der siebten Ausgabe einer jährlich durchgeführten Befragung unter Photovoltaik-Anlagenbesitzern und -planern zu Themen wie Markenwahl, Weiterempfehlung und Batteriespeicher. Sie dient der Charakterisierung des deutschen Photovoltaik-Kleinanlagen-Marktes und dessen Entwicklung. Besonderer Fokus der aktuellen Auflage ist das Thema Batteriespeicher.


Artikel Online geschalten von: / holler /