© www.fahrvergnügen.at/ Mit der „Dieter-Lutz-Challenge“ durch Österreich
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Eine Challenge für Elektrofahrzeuge quer durch Österreich

Bereits zum dritten Mal waren Elektroautos mit der „Dieter-Lutz-Challenge“ quer durch Österreich unterwegs.

© www.fahrvergnügen.at / Unterschiedlichste E-Fahrzeuge waren unterwegs
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© www.fahrvergnügen.at / Die TeilnehmerInnen hatten viel Spaß
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20 Elektrofahrzeuge machten sich von Traismauer aus auf den Weg und legten in 4 Tagen rund 1.100 km zurück. Etappenziele waren Murau, Kitzbühel und Gmunden.


Die konstanteste Leistung erbrachte das junge Team des Raumplanungsbüros im-plan-tat aus Krems in einem besonders effizienten Hyundai IONIQ. Spannend war auch, dass die Siegerteams bei den Elektroautos weiblich waren.

Dieter-Lutz-Challenge 2017: Ein Härtetest für Elektrofahrzeuge

Bereits zum dritten Mal veranstaltete die Klima- und Energiemodellregion (KEM) Unteres Traisental-Fladnitztal gemeinsam mit dem niederösterreichischen Mobilitätsverein fahrvergnügen.at ihre viertägige Elektroautorundfahrt quer durch Österreich.

Rund 20 Elektrofahrzeuge und knapp 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter einige Wasserkraftwerksbetreiber aus der Region, stellten die Leistungsfähigkeit der aktuellen Modelle unter Beweis und testeten die Fahrzeuge intensiv auf ihre Alltagstauglichkeit. Dabei wurden rund 1.100 km gefahren und knapp 4.000 Höhenmeter überwunden. Aufladen war den Fahrzeugen nur an öffentlichen Ladesäulen gestattet.

Dieter Lutz, selbst Kraftwerksbetreiber, Industrieller und Namensgeber der Rundfahrt, ist von der positiven Zukunft der Elektromobilität überzeugt. ‘Unsere Mobilitätssituation befindet sich derzeit im Umbruch. So wie in der Industrie wird auch hier verstärkt auf den Energieträger Strom gesetzt. Gerade in Österreich ist dies besonders ökologisch und kann regional erzeugt werden.’

Besuch in den Klima- und Energiemodellregionen Murau, Kitzbühel und Gmunden

Die Route führte die Teilnehmer in 4 Tagen von Traismauer nach Murau, nach Kitzbühel und Gmunden. Da erneuerbare Energiequellen eine Notwendigkeit für den Ausbau der Elektromobilität darstellen, wurden entlang der Strecke spannende Exkursionsziele besucht, die für ihre Pionierarbeit bekannt sind. Dank der tatkräftigen Unterstützung der einzelnen Klima- und Energiemodellregionen konnte nicht nur das Biomasseheizkraftwerk der Stadt Murau, sondern auch das Nationalparkzentrum Hohe Tauern Mittersill, ein Kleinwasserkraftwerk auf der Streif bei Kitzbühel und die K & F Drack aus Scharnstein besichtigt werden.

Ökologische Energie fürs Bier

Murau ist von Energieautarkie überzeugt: Die Energie kommt aus Holz, Wasser und Sonne. Herausragendes Beispiel ist das Biomasseheizwerk Nahwärme Murau, in dem außerdem Prozesswärme für die Brauerei Murau erzeugt wird, sodass für den Brauprozess keine fossile Energie eingesetzt werden muss. Nach einer Exkursion diskutierte KEM-Manager Erich Fritz mit den Teilnehmern der Tour über die regionale Energiestrategie.

Nationalparkzentrum Hohe Tauern - Mittersill

Ein Ziel waren auch die  Nationalparkwelten in Mittersill. Diese bringen die einzigartige alpine Erlebniswelt rund um den höchsten Gipfel Österreichs (Großglockner, 3.798 m) und weitere 266 Dreitausender, über 342 Gletscher und einen der mächtigsten Wasserfälle der Welt unter ein Dach. In zehn Erlebnisstationen, die wie auf einer Wanderung durch den Nationalpark von einem Naturraum in den nächsten führen, lernt man die außergewöhnliche Vielfalt kennen und verstehen. Das Nationalparkzentrum ist auch der Sitz der KEM Oberpinzgau.

Stadtwerke Kitzbühel erzeugen eigenen Strom aus Wasserkraft

Eine Exkursion führte direkt auf die Streif zu einem Kleinwasserkraftwerk. Um den Eigenstromanteil im Netz zu erhöhen, setzt die Tiroler Stadtgemeinde Kitzbühel auf Wasserkraft. Ausgelegt als kleines Speicherkraftwerk kann dieses schnell auf erhöhten Bedarf im Netz reagieren und anfallende Bezugsspitzen glätten.

Technologiezentrum Gmunden als Etappenziel

Das Technolgiezentrum Gmunden ist Sitz der KEM Traunstein und damit Zentrum für das Salzkammergut. Die zwei Themenbereiche Energieeffizienz und Nutzung von Kleinwasserkraft werden als Schwerpunkt der Region angesehen. KEM-Manager Horst Gaigg unterstützte die Dieter-Lutz-Challenge mit ausreichend Ladeinfrastruktur für die Abschlussetappe.

Letztes Exkursionsziel – Kleinwasserkraft an der Alm

Der Besuch beim Wasserkraft- und Stromnetzbetreiber K & F Drack aus Scharnstein war ein weiteres Highlight. Der Familienbetrieb Drack ist für seine innovativen Leistungen im Hinblick auf die Kleinwasserkraft österreichweit bekannt und hat soeben die Spezialfirma Danner Wasserkraftanlagen übernommen.

Dieter-Lutz-Challenge zeigt: Elektromobilität ist immer mehr im Kommen

Der hohe Grad an Luftverschmutzung und die CO2-Belastungen, daran ansetzende Klimaziele sowie geplante Einfahrtsverbote für Dieselfahrzeuge in Großstädten zeigen den Bedarf an emissionsarmen bzw. –freien Mobilitätsformen auf. Elektromobilität kommt dabei eine ganz besondere Bedeutung zu. Das erkennen nun auch die meisten Fahrzeughersteller, so dass es immer mehr unterschiedliche Elektroautos gibt, die auf dem Markt verfügbar sind.

Trotzdem gibt es immer noch eine gewisse Skepsis: Hält das Fahrzeug in Bezug auf die angegebene Reichweite, was es verspricht? Was passiert, wenn ich mich auf weitere Strecken begebe – kann ich mich dann auf die vorhandene Ladeinfrastruktur verlassen? Wie ist das tatsächliche Ladeverhalten meines Elektroautos?

Der Mobilitätsverein fahrvergnügen.at hatte sich daher zum Ziel gesetzt, im Rahmen der ‘3. Großen Dieter-Lutz-Challenge’ – die ihren Namen dem Wasserkraftwerkspionier Dieter Lutz verdankt – nicht nur eine breite Palette an aktuell verfügbaren Modellen einem intensiven Langstreckentest zu unterziehen, sondern auch für dieses Thema zu sensibilisieren und zu begeistern. Ein ganz besonderes Highlight bildete dabei das Tesla Model X der Tesla Vermietung von Matthias Feiertag aus Zwentendorf.

Abschluss beim e-Car-Sharing-Standort in Prinzersdorf

Die Rückreise führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann über die niederösterreichische Eisenstraße zum jüngsten E-Car-Sharing-Standort von fahrvergnügen.at in Prinzersdorf. Dabei wurden die Teilnehmer vom Energiebeauftragten Josef Schaberger empfangen.

Neben einem gemütlichen, gemeinsamen Ausklang wurden hier auch die Siegerinnen und Sieger der Challenge in den Kategorien Motorrad, Wechselstrom-Lader (AC-Lader), Gleichstromlader (DC-Lader) und der Gesamtsieger gekürt. Die zu bewältigenden Aufgaben beinhalteten dabei neben Spiel, Spaß und so einigem an (elektrischer) Spannung auch Herausforderungen in Bezug auf Strecken- und Ladeplanung sowie Effizienz der Fahrzeuge.

Gesamtsieg an Team im-plan-tat mit einem neuen Hyundai IONIQ electric

Über die 4 Tage zeigten alle Elektrofahrzeuge ihre Vorteile in unterschiedlichen Bereichen. Die konstanteste Leistung erbrachte das junge Team des Raumplanungsbüros im-plan-tat aus Krems in einem sehr effizienten Auto.
Es fiel auf, dass alle Siegerteams bei den Elektroautos zur Gänze aus Teilnehmerinnen bestanden. Und die Herren sich mit hinteren Plätzen begnügen mussten. Einzig in der Kategorie Motorrad setzte sich ein Teilnehmer auf einer oberösterreichischen Johammer durch.

Positives Resümee der Tour

Vereinsobmann Matthias Zawichowski zeigt sich begeistert: ‘Elektromobilität erfährt aktuell einen stetigen Bedeutungszuwachs für unser aller Mobilitätsverhalten. Wir freuen uns darüber, gemeinsam mit Dieter-Lutz im Rahmen dieses Events diese Entwicklung aktiv vorantreiben und die Menschen dafür begeistern zu können!’ Der Dank gilt auch allen Sponsoren, allen voran der EVN und der WKNÖ, welche die Rundfahrt tatkräftig unterstützten.

www.fahrvergnügen.at


Artikel Online geschaltet von: / Doris Holler /