© oekonews Holler/ Hyundai Ioniq electric
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Hyundai Ioniq electric: Vollends unkompliziert elektrisch fahren

Reichweite ohne Probleme - damit kommen wir überall hin.

© oekonews Holler/ Hyundai Ioniq electric von vorne
© oekonews Holler/ Hyundai Ioniq electric von vorne
© oekonews Holler/ Laden des Hyundai Ioniq electric
© oekonews Holler/ Laden des Hyundai Ioniq electric
© oekonews Holler/ Eine Vorprogrammierung des Ladens und des Heizens ist möglich
© oekonews Holler/ Eine Vorprogrammierung des Ladens und des Heizens ist möglich
© oekonews Holler/ Hyundai Ioniq electric
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© oekonews Holler/ Laden an einer Schnelladestation
© oekonews Holler/ Laden an einer Schnelladestation
© oekonews Holler/ Niedrigster Verbrauch ist möglich
© oekonews Holler/ Niedrigster Verbrauch ist möglich

Nun ist es da: Das Elektroauto, das vollends unspektakulär Reichweiten über 200 km wahr werden lässt. Immer wieder kommen die typischen Sprüche daher: Elektrisch... da kann man nur Kurzstrecke fahren, die Ladeinfrastruktur fehlt. Nun haben wir einen Ausweg gefunden. Er heißt Hyundai Ioniq electric und damit wurde einigen zuvor noch skeptischen Menschen gezeigt: Vergesst eure Vorurteile! Kein Problem, wir fahren und fahren und fahren. Die Reichweite passt, die Ladeinfrastruktur in Österreich auch. Ein kleines Highlight am e-mobilen Autohimmel. Eine Überraschung ist es für uns nicht mehr ganz, weil wir von einigen unserer wirklich geeichten E-Mobilisten schon im Vorfeld nur das Beste gehört haben. Wir wissen natürlich auch, dass man effizient fahren kann. Aber stimmt es, was wir hörten? Vollgeladen geht es vorerst ab nachhause: Rund 25 km durch den Stadtverkehr mit nur 9% der Akkuladung. Unfassbar- stimmt diese Anzeige? Am nächsten Tag hat es in der Früh sogar Minusgrade, das E-Auto steht im offenen Carport und zeigt uns nach kurzem Nachladen gestern abends 195 km Reichweite. Viel verloren hat der Akku nicht in der Nacht. Also gleich einmal ein Härtetest: Wir fahren mit der Heizung. Nachdem meine Kollegin nach einigen Kilometern aussteigt, geht es mit ‘Drivers Only’ Heizung weiter. Die Reichweitenangaben stimmen, nach 35 km Fahrt zeigt er exakt 34 km weniger Reichweite an als beim Start, perfekt. Die Wärmepumpe, die im Auto eingebaut ist, ist definitiv eine gute Lösung. Es macht dem Hyundai Ioniq electric nicht sehr viel, wenn ich wohlig warm im Auto sitze, oder genau gesagt, es frißt keine Reichweite. Am Nachmittag scheint die Sonne und es geht wieder retour ins Büro- wieder überrascht der wirklich geringe Verbrauch.

Eine längere Strecke - wie fährt sich das?

Eine weitere Fahrt führt uns vom Osten Niederösterreichs bis nach Wels. Eigentlich könnte es sich fast mit einer einzigen Akkuladung ausgehen, zumindest im Sommer dürfte das absolut kein Problem sein, soviel sind wir sicher. (Ein neugieriger E-Mobilisten-Kollege hat angerufen und ist erstaunt: 13,5 kwh/Verbrauch für 100 km auf der Autobahn, obwohl wir nicht langsam unterwegs waren. Sein viel kleineres E-Auto hat tatsächlich einen höheren Verbrauch.) Aber da geht noch einiges bei schönerem Wetter, soviel scheint fix. Nachdem wir im Vorfeld nicht nachgesehen haben, wie es mit der Ladeinfrastruktur an unserem Ziel aussieht und wir nicht mit vollends leerem Akku ankommen wollen, legen wir nach 2/3 der Strecke einen Stopp an einer Schnellladestation ein. Die Zeit reicht gerade für einen Kaffee, dann geht es wieder weiter. Mit mehr als genug Restreichweite kommen wir in Wels an. Hier geht es dann an eine Ladestation mit einer ganz normalen Steckdose. Bei der Rückkehr haben wir ein Auto mit fast vollem Akku. Es zeigt uns eine Reichweite von 194 km. Sämtliche Wege dazwischen sind problemlos damit möglich.

Die Rückfahrt war ebenfalls, mit einem kurzen Schnellladestopp, teilweise mit den offiziell erlaubten 130 km/h Geschwindigkeit auf der Autobahn, unendlich einfach und um nichts langsamer als mit einem ‘fossilen’ Auto. Eine kurze Pause hätten wir sowieso gemacht, egal mit welchem Auto.

Was ist nun anders als bei anderen E-Autos? Die Rekuperationsstufen sind vorprogrammiert, je nachdem, in welchem Fahrmodus, Eco, Normal oder Sport, man unterwegs ist. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, mit Wippen gleich hinter dem Lenkrad die Stärke der Rekuperation einfach selbst auszuwählen. Alles ist wirklich sehr einfach zu bedienen, mittig gibt ein 8-Zoll-Touchscreen Auskunft über alle Details, eine EV-Einstellung, die man extra auswählen kann, zeigt den Verbrauch, Ladestationen in der Nähe, wieviel Prozent Ladung noch in der Batterie ist, die Reichweite und mehr. Der Bordcomputer kann für das Laden, z.B. in der Nacht, entsprechend vorprogrammiert werden. Eine Vortemperierung, wenn der Wagen an der Steckdose hängt, ist ebenfalls möglich.

Bergab und Bergauf... mit großem Spaß

Eine weitere Testfahrt mit 2 Kollegen, die bergauf und bergab geht, bestätigt unseren Eindruck: Das ist ein Alltagsauto für wirklich jeden. Die Beiden haben absolut nichts mit E-Mobilität am Hut und finden nach ein paar Kilometern Mitfahrt, dass sie als nächstes Auto nur noch ein Elektroauto kaufen werden. Begeisterung pur: Fahrspaß voll gegeben, spritzig, genügend Reichweite, einfach perfekt. Es gibt wahrscheinlich derzeit kaum ein sparsameres Elektroauto am Markt.

Wir gleiten im Eco-Modus dahin, nur an einer Kreuzung erwischt uns das kleine Teufelchen und lässt uns kurz in den Sportmodus schalten und prompt einen Golf-Fahrer abhängen. Hie und da muss man einfach testen, was in diesem Wolf im Schafspelz steckt.

Was uns auffiel:
Was wir absolut gut finden, ist die Lenkradheizung, ordentlich heiß ist noch dazu die Sitzheizung, Stufe 3 ist zu viel, Stufe 1 reichte uns. Das LED-Licht gibt eine hervorragende Sichtweite. Die Rekuperation haut uns um, und zwar im positiven Sinne! Beim Bergabfahren konnten wir 85kw am Display lesen! (Definitiv mehr als alles, was wir bisher sahen!!)

Nichts als positive Überraschungen

Fazit: Perfekt. Nichts als positive Überraschungen, ein ideales Alltagsauto, das Reichweitenängste sofort am Horizont verschwinden lässt.

Es gibt nur sehr wenig, das uns nicht zu 100% beeindruckte:
Beispielsweise ist der Ladeanschluss dort, wo sonst der Benzintank-Stutzen ist (da es den Hyundai Ionic auch als Hybrid gibt). Daher muss man bei allen Schnellladestellen nach rückwärts einparken, weil sonst das Ladekabel der Station nicht lang genug ist. Das einphasige Laden geht etwas langsam. Ein Hit wäre zumindest 11kw für unterwegs, falls es irgendwo doch keine Schnelllademöglichkeiten in der Nähe gibt (In Österreich ist das Ladenetz hier aber relativ dicht, daher kommt man einfach überall hin).
In Europa gibt es leider noch keine APP, um zu wissen, wie voll das Auto bereits geladen ist, wir haben jedoch die Info gefunden, dass eine solche in den USA bereits erhältlich ist. Bitte Hyundai, die hätten wir gern.

Das kann man jedoch, da trotzdem die absolute Alltagsfähigkeit des Hyundai Ioniq Electric gegeben ist, noch in Kauf nehmen. Er hat nicht nur uns überzeugt, sondern sogar die Minuten zuvor noch fossil angehauchten jungen Kollegen, das spricht ebenfalls voll für das Auto. "Ja... das könnte sofort mein Auto werden!" so einer der beiden beim Aussteigen. Elektromobilität ist damit voll angekommen, so unsere Meinung.

Fakten

Preis: ab 35.490 €
(natürlich noch OHNE Förderung, diese kann nun auch für Private eingereicht werden)
Elektromotor 88 kW (120 PS)
Lithium-Ionen-Polymer-Batterie, 28 kWh Nennkapazität
Getriebe: einstufig (Automatik)
Drehmoment: 265 Nm, 295 Nm im Sportmodus
Beschleunigung (0 – 100 km/h): 9,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 165 km/h
Kofferraum: 350 l, bis 1410 l erweiterbar mit Umklappen
Elektrische Reichweite laut NEFZ: 280 km (Das dürfte sich nach unserer Erfahrung im Sommer auch, wenn jemand effizient fährt, tatsächlich ausgehen)


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