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Lkw-Verkehr auf Österreichs Autobahnen seit 2010 viel stärker gestiegen als Wirtschaftswachstum

esonders starke Zunahme auf A13, A9, A8 und A6 mit bis zu 27 Prozent

Wien - "Was Autofahrer und Anrainer entlang der Autobahnen erleben, wird durch diese Daten belegt. Der Lkw-Verkehr in Österreich hat in den vergangen Jahren massiv zugenommen", so VCÖ-Experte Markus Gansterer. Der VCÖ hat die Daten von 121 Asfinag-Zählstellen auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen analysiert: Bei fast der Hälfte der Zählstellen, nämlich bei 55 war die Zunahme des Schwerverkehrs im Vergleich zum Jahr 2010 stärker als 14 Prozent, davon bei jeder vierten sogar höher als 20 Prozent. Bei weiteren 34 Zählstellen nahm der Lkw-Verkehr zwischen 10 und 14 Prozent zu und bei 25 Zählstellen um bis zu 10 Prozent. Nur bei sieben Zählstellen - auf der A22, der A23, der S36 und der A1 bei Pressbaum - waren im Jahr 2016 weniger Lkw unterwegs als im Jahr 2010.

Die VCÖ-Analyse zeigt, dass auf einigen Autobahnen der Lkw-Verkehr besonders stark zugenommen hat: Auf der A13 Brenner Autobahn nahm der Lkw-Verkehr seit dem Jahr 2010 um rund 20 Prozent zu, auf der A8 Innkreis Autobahn und auf der A9 Pyhrn Autobahn um jeweils bis zu 26 Prozent und auf der A6 Nordost Autobahn um bis zu 27 Prozent.

"Der Lkw-Verkehr hat zum Teil um Vielfaches stärker zugenommen als die Wirtschaft wächst. Die Ineffizienz im Transport ist groß, vor allem auch weil der Lkw-Verkehr nur einen Teil der von ihm verursachten Kosten trägt. Viele Kosten, die von den Lkw verursacht werden, werden auf die Allgemeinheit abgewälzt. Die rechte Spur wurde so zur rollenden Lagerhalle", betont VCÖ-Experte Gansterer. Zu den auf die Allgemeinheit abgewälzten Kosten zählen unter anderem Umwelt- und Gesundheitsschäden durch Abgase, Lärm und Unfälle. Zudem nutzen schwere Lkw die Straße rund 35.000 Mal so stark ab wie Pkw.

Der VCÖ fordert daher eine Mindestmaut für Lkw auf EU-Ebene und die EU-rechtliche Möglichkeit, Lkw im Alpentransit zur Nutzung der Rollenden Landstraße verpflichten zu können. Zudem sind verstärkte Maßnahmen gegen die Kabotage nötig, die Österreich laut Studie rund 500 Millionen Euro pro Jahr kostet, weil ausländische Frächter für Tätigkeiten in Österreich nicht nach heimischen Kollektivvertag bezahlen. Darüber hinaus braucht es in Österreich mehr Lkw-Kontrollen, damit Tempolimits sowie Sicherheitsvorschriften eingehalten werden. Im Jahr 2016 wiesen fast zwei Drittel der auf Österreichs Autobahnen kontrollierten Lkw schwere Mängel auf, bei jedem vierten wurde sogar Gefahr in Verzug festgestellt.

Die Analyse zeigt , dass auch im Vorjahr die A1 bei Haid die stärkste Belastung mit rund 18.800 Lkw pro Werktag aufwies. Auf der A2 bei Biedermannsdorf wurden im Schnitt rund 16.550 Lkw pro Werktag gezählt, auf der A8 bei Krenglbach 14.180, auf der S1 bei der Laxenburgerstraße 14.130 und auf der A23 auf der Praterbrücke rund 14.000 Schwerfahrzeuge pro Werktag.

Lkw-Verkehr in Österreich seit dem Jahr 2010 massiv gestiegen
(Anzahl Kfz > 3,5 Tonnen Jahr 2016 / Werktag, gerundet - in Klammer Änderung gegenüber 2010) - jeweils am stärksten befahrene Abschnitt

A1 Haid 18.790 (plus 15,2%)
A2 Biedermannsdorf: 16.550 (kein Vergleichswert)
A8 Krenglbach 14.180 (plus 18,3% )
S1 Laxenburger Straße 14.130 (plus 15,4%)
A23 Praterbrücke 14.000 (kein Vergleichswert)
A25 Marchtrenk 13.830 (plus 17,5%)
A21 Brunn am Gebirge: 13.460 (kein Vergleichswert)
A12 Ampass 11.200 (plus 16,2%)
A21 Alland 11.140 (plus 14,2%)
A23 Absbergtunnel 10.760 (minus 1,0%)
A4 Arbesthal 10.250(plus 18,9%)
A2 Steinabrückl9.150 (plus 12,6%)
A13 Gärberbach 8.720 (plus 20,2%)
A 9 ASt Schachenwald: 8.660 (kein Vergleichswert)
A10 Anif 7.990 (plus 3,2%)
A9 Wundschuh 7.490 (plus 25,1%)
A7 Voest: 7.170 (kein Vergleichswert)
A22 Brigittenauer Brücke 5.900 (minus 20,4%)
S2 Hermann Gebauer Straße: 5.760 (kein Vergleichswert)
A14 Pfändertunnel 5.250 (plus 7,6%)
A5 Eibesbrunn: 4.420 (kein Vergleichswert)
S33 St. Pölten 4.180 (kein Vergleichswert)
S 5 Zaina 3.570(kein Vergleichswert)
A6 Potzneusiedl 3.540 (plus 27,6%)
A7 Gallneukirchen: 3.170 (plus 20,7%)
S36 Zmöllach2.690 (plus 1,2%)
S6 Massenbergtunnel 2.500(plus 4,4%)
A3 Ebreichsdorf2.240(plus 15,3%)
A11 St. Ulrich: 2.140 (kein Vergleichswert)
S16 Perjentunnel 2.080 (plus 12,6%)
S35 Röthelstein 1.980(plus 13,8%)
S4 Wr. Neustadt Süd 1.870 (kein Vergleichswert)
S3 Göllersdorf 1.690 (kein Vergleichswert)
S4 Neudörfl 1.480 (plus 6,0%)
S31 Mattersburg 1.380 (plus 22,0%)

Quelle: Asfinag, VCÖ 2017


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