© oekonews- Solarthermische Großanlage bei den Wasserwerken Andritz
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Austria Solar: Energiestrategie muss klare Weichen für Ausbau erneuerbarer Wärme bis 2030 stellen

Nach der neuen EU-Richtlinie soll der Anteil erneuerbarer Wärme jedes Jahr um ein Prozent bis 2030 steigen. Die kommende Klima- und Energiestrategie muss dafür klare Weichen stellen.

"Die Regierung muss mit der Energiestrategie klare Weichen stellen, um alle Ölheizer und Gasheizer zu motivieren auf erneuerbare Energie umzustellen", sagt Roger Hackstock, Geschäftsführer des Verbandes Austria Solar. "Das klarste Signal wäre eine CO2-Steuer auf fossile Energie, bei gleichzeitiger Entlastung der Lohnnebenkosten." Viele Länder haben eine derartige Steuer bereits wie Schweiz, Finnland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland und Slowenien. "Jedes Land kann das national beschließen, um die Wirtschaft zu beleben", so Hackstock. Österreich würde damit auch das Ziel der kommenden EU-Richtlinie erfüllen, den Anteil erneuerbarer Wärme und Kälte bis 2030 um ein Prozent pro Jahr zu steigern. Investitionen in den Gebäudesektor sind darüber hinaus ein Konjunkturmotor mit gewaltiger Hebelwirkung, mit thermischer Sanierung und Heizungsumstellung könnten 30.000 Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert werden, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) errechnete. Im Plan A des Bundeskanzlers wurde ein Ausmaß von drei Milliarden Euro für eine CO2-Steuer errechnet, um die gewünschte Hebelwirkung in Richtung Klimaschutz und Arbeit zu erzielen. "Derzeit heizen wir noch zu zwei Drittel mit Öl und Gas, dabei haben wir ausreichend Solarwärme, Umweltwärme und Holzwärme zur Verfügung um den Bedarf zu decken", so Hackstock. Um diese Potenziale zu heben, muss die Energie- und Klimastrategie klare Signale setzen um Investoren eine langfristige Orientierung zu geben, auf die sie sich verlassen können.

Erneuerbare Wärme stärkt Wirtschaftsstandort Österreich

Österreich zählt bei Klimaschutzinvestitionen in Gebäuden zu den Technologieführern Europas. Seit 1990 ist es gelungen, die Treibhausgasemissionen in Gebäuden um mehr als zwei Drittel zu senken. Die Technologien dafür stammen allesamt aus Österreich, mehr als zwei Drittel der Produktion wird exportiert. Mit Solarwärme, Umweltwärme und Holzwärme werden pro Jahr rund drei Milliarden Euro umgesetzt, was 20.000 Arbeitsplätze sichert, so die aktuellen Zahlen des Umweltministeriums. Auch viele österreichische Innovationen zur Energieeffizienz im Baubereich werden von anderen Ländern übernommen. Mit nur fünf Prozent baulichen Mehrkosten ist es heute möglich, den Energieverbrauch um drei Viertel zu senken, wie der Klimafonds aufzeigte. "Mit einer CO2-Steuer in der Energie- und Klimastrategie werden sich Investitionen in Gebäude massiv ausweiten, mit positiven Effekten für die Beschäftigung und den Klimaschutz", so Hackstock. Damit würde auch die Sanierungsrate von derzeit unter einem Prozent auf die von der Regierung angepeilten drei Prozent steigen. "Bei keiner anderen Klimaschutzmaßnahme bleibt mehr Geld im Land als bei Maßnahmen in Gebäuden", betont Hackstock.

Quelle: Verband Austria Solar



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