Bild: © NLK- Filzwieser / Rupprechter, Bohuslav, Pernkopf

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Weltklimavertrag: Österreich will Energiewende voran treiben

18.3.2016
Rupprechter, Bohuslav, Pernkopf: Nicht nur ökologisch, auch ökonomisch ein Vorteil

Nach dem Weltklimagipfel im Dezember 2015 in Paris muss Österreich zum Thema Energiewende handeln. Das land Niederösterreich hat die Chancen für die heimische Umweltwirtschaft längst erkannt. Bei einem Pressegespräch bei der Firma Egger in Unterradlberg nahe St.Pölten traten Bundesminister DI Andrä Rupprechter, Umwelt-Landesrat Dr. Stephan Pernkopf und Wirtschafts-Landesrätin Dr. Petra Bohuslav gemeinsam auf, um die ökonomischen und ökologischen Vorteile der Energiewende aufzuzeigen.

Umweltminister Rupprechter hat vor zwei Wochen im Umweltministerrat in Brüssel seinen Vorschlag zu einem Energiewendevertrag vorgestellt. "Um die Klimaziele zu erreichen, brauchen wir die Energiewende. Das heißt, wir müssen den Ausbau erneuerbarer Energie sowie Energieeffizienz und Energiesparen noch mehr forcieren. Diese Ziele sollen mit dem Energiewendevertrag auch im EU-Recht verankert werden. Wir wollen dem Euratom-Vertrag ein starkes Gegengewicht für erneuerbare Energiequellen entgegenstellen und Wettbewerbsgleichheit schaffen. Der Atomlobby muss eine starke Lobby für erneuerbare Zukunftstechnologien gegenüberstehen", ist Rupprechter überzeugt.

Dieser Vorschlag erhält angesichts der Jahrestage der atomaren Katastrophen in Fukushima und Tschernobyl eine dramatische und traurige Aktualität. Immer noch laufen Atomkraftwerke in den Ländern rund um Österreich.

In Niederösterreich ist die Energiewende bereits voll im Gange. "Wir müssen weg von Atomstrom und fossilen Energieträgern. Niederösterreich zeigt, wie die Energiewende gelingen kann. Seit wenigen Wochen decken wir unseren Strombedarf zu 100 Prozent aus Erneuerbarer Energie", freut sich Landesrat Pernkopf. Und das sie ein wirtschaftlicher Vorteil: "Jedes Prozent Ökostrom hält 15 Millionen Euro an Wertschöpfung im Land. Der Ausbau der erneuerbaren Energie schafft Arbeitsplätze, stützt die Wirtschaft und schützt das Klima." Ein klares Ergebnis sind bereits 36.000 Green Jobs in Niederösterreich.

"Die niederösterreichische Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren große Kompetenzen im Bereich Umwelttechnologien aufgebaut, die weltweit gefragt sind. Wir unterstützen dieses heimische Know-how einerseits durch Initiativen wie den Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich, der bei der Wirtschaftsagentur des Landes, ecoplus, angesiedelt ist und auf Wissensaufbau und -austausch zwischen niederösterreichischen Unternehmen setzt. Andererseits zeigen wir den heimischen Unternehmen durch Marktsondierungsreisen auch die enormen Exportchancen für Umwelttechnologien. So führt eine Delegationsreise, die von ecoplus International, der Wirtschaftskammer Niederösterreich und der Industrieellenvereinigung Niederösterreich organisiert wird, zur "Project Iran", der regionalen Leitmesse für Bau, Infrastruktur und Umwelttechnologien", hielt Bohuslav fest.

"Auch die Unternehmen sehen im Klimawandel eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Die österreichische Wirtschaft braucht klare Signale wie den Klimavertrag von Paris oder den Energiewendevertrag, damit Klimaschutz zu einem Schwerpunkt in allen unternehmerischen Entscheidungen wird," meinte Rupprechter.

Als positives Bespiel ist auch die Fa. Egger zu sehen: Der Energiebedarf, bestehend aus Strom Wärme lag im Geschäftsjahr 2014/15 bei 19.999.169 kWh, die von Egger Holzwerkstoffe mittels Biomasseverbrennung vor Ort produziert. Der Stromanteil beträgt 39 % und der Wärmeanteil macht 61 % aus. Damit kann die Produktion von Bier schon jetzt zu 98,78 % CO2-neutral erfolgen, gleichzeitig wird versucht, mit Energieeffizienzmaßnahmen den Gesamtenergiebedarf weiter zu senken. Der Transport der Getränke am Gelände erfolgt mit Elektro-Staplern.

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