Bild: © Radosław Ciesla -pixabay.com / Wald

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Bild: © oekonews W.J.Pucher/ Vizepräsident DI Richard Auer-Welsbach

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Bild: © oekonews W.J Pucher / Präsident  DI Felix Montecuccoli

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Der Klimawandel wirkt sich auf die heimischen Wälder aus

18.3.2016
Sturmschäden, Trockenheit, Schnee- und Eisbruch beeinträchtigen die Erträge.

Wien - "WALD- Wir alle leben davon." so lautet ein Slogan, der die Bedeutung des heimischen Waldes sichtbar machen sollte. Fakt ist, dass sich die Marktlage in der Forstwirtschaft hat sich durch Sturmschäden oder Käferbefall verschlechtert hat. Der heiße Sommer und die fehlenden Niederschläge haben sowohl der Landwirtschaft als auch dem Wald zugesetzt. Die Versorgung der Holzindustrie mit heimischem Holz und eine auskömmliche landwirtschaftliche Ernte waren zwar sichergestellt, aber die Erträge sind gesunken.

Schnee- und Eisbruch, der Sturm „Niklas“ und ein trockener Sommer mit den in Folge aufgetretenen Waldbränden belasteten die heimischen Forstbetriebe im Jahr 2015. So kam es bei Sägerundholz aufgrund des Käferholzanfalles zu einem spürbaren Preisrückgang, weil die Holzmenge überproportional anstieg, das Sortiment war jedoch schlechter, wodurch sich auch die Erträge der Forstbetriebe reduzierten.

Insgesamt beträgt der Holzeinschlag 2015 nach einer ersten Schätzung 16,9 Millionen Festmeter, das Schadholz beläuft sich auf 6 Millionen Festmeter. „Erfreulich ist, dass 2015 beim Export von Nadelschnittholz die Schwelle von 5 Millionen Kubikmeter überschritten werden konnte (ein Plus von mehr als 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Mit einem Exportanteil von 47 Prozent ist Italien nach wie vor das wichtigste Exportland, allerdings bewegen wir uns dort gegenüber dem Rekordjahr 2007 weiter auf der Talsohle. Die Exporte nach Deutschland konnten deutlich gesteigert werden (740.000 Festmeter, plus 7 Prozent). Auch der japanische Markt hat nach dem Tief 2014 wieder deutlich zugelegt. Positiv zeigt sich auch die Situation am Levante-Markt“, so DI Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich.

Vehemente Auswirkungen durch Sturm „Niklas“

In Bayern kam es durch den Sturm „Niklas“ 2015 insgesamt zu 2,5 Millionen Festmeter Schadholz. Der Rundholz-Export nach Österreich ist dadurch deutlich gestiegen. Der Import aus Deutschland betrug über 1,6 Millionen Festmeter, was nahezu eine Verdoppelung zum Jahr davor ist. Es wurden 2015 5,2 Millionen Festmeter Nadelsägerundholz importiert, was eine Steigerung von 13 Prozent bedeutet. Tschechien hält Platz eins der Lieferländer mit rund 1,9 Millionen Festmeter. Der Import von Nadelindustrieholz hat sich eingependelt (1,2 Millionen Festmeter).

Auswirkungen auf die Holzpreise

Sowohl Import als auch Qualität des Holzes wirkten sich auf die Preise aus. So sanken die Preise für Nadelblochholz um fast 7 Prozent auf im Schnitt rund 92 Euro pro Festmeter (2014: 98 Euro). Die Preise für Nadelindustrieholz sind von 39 auf 37 Euro gesunken. Die Abnahmesituationen war angespannt, konnte aber bewältigt werden. Bei Buchenholz konnte ein leichtes Plus verzeichnet werden.

Trockenheit und Hitze haben dem Wald stark zugesetzt, es gab viele Ausfälle und Zuwachsverluste. Die Betriebe mussten daher nachbessern, was mit enormen Kosten verbunden war. Die Holzerlöse sanken um rund 7-8 Prozent, gleichzeitig waren die Betriebe aufgrund der Schadholzaufarbeitung mit höheren Holzerntekosten belastet. In Summe ergab dies einen Gewinneinbruch von ca. 10 Prozent.

Besonders wichtig ist Waldpflege und Waldverjüngung. Aufgrund der Trockenheit und weiterer Auswirkungen des Klimawandels muss auf andere Baumarten gesetzt werden.
Dazu werden etwas Feldversuche mit Tannen aus dem Apennin oder Kalabrien gemacht. Lärchen sind ebenfalls weniger anfällig gegen die Trockenheit.


2015: Das bisher trockenste Jahr

2015 war das bisher trockenste Jahr überhaupt, die Getreideernte war jedoch besser als erwartet. Dafür wirkte sich der nasse Herbst und Winter 2014/2015 positiv aus. Zur Aussaat herrschten ideale Bedingungen, die Feuchtigkeit konnte lange im Boden gehalten werden.

„Die Weltgetreideernte lag 2015/16 im dritten Jahr auf einem Rekordniveau und war höher als der weltweit gestiegene Verbrauch. Durch die niedrigen Rohstoffpreise kommt es zu einem extremen Preisdruck in der Landwirtschaft. Zu den weiterhin sinkenden Einkommen der Bauern kommen weniger öffentliche Gelder und ein steigender bürokratischer Aufwand in der neuen GAP-Förderperiode, die Herausforderungen durch den Klimawandel sowie ein Rückgang der Produktionsflächen durch Bodenversiegelung“, analysiert Vizepräsident DI Richard Auer-Welsbach die Situation in der Landwirtschaft.

Herausforderungen wie der Klimawandel werden noch durch Bürokratie erschwert, bestehende Interessen und Forderungen aus Politik und Gesellschaft, wie z.B. Naturschutzgebiete, Nationalparks und Wasserschutzgebiete bringen bereits Einschränlkungen. Eine weitere Einschränkung sieht Montecuccoli in der Öffnung von Forststraßen für Mountainbiker, die diese vollends kostenfrei benutzen wollen.

"Damit die Betriebe auch in Zukunft noch nachhaltig wirtschaften können und die Holzversorgung sowie die Lebensmittelproduktion nicht gefährdet werden, darf es zu keinen weiteren Einschränkungen und Belastungen in der Bewirtschaftung mehr kommen“, so Präsident Montecuccoli.

Um langfristig alle Waldfunktionen erhalten zu können, müssen sich die politischen Verantwortungsträger zvu einer aktiven Forst- und Holzwirtschaft und zum Schutz der Eigentumsrechte bekennen. Dafür braucht es stabile Rahmenbedingungen. Nur damit kann eine eine nachhaltige, generationenübergreifende Landbewirtschaftung und damit Wertschöpfung und eine Absicherung des ländlichen Raums garantiert werden.

Artikel teilen: GastautorIn: Wolfgang Pucher für oekonews.
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