Bild: © Mitja Kobal / Greenpeace Schiff Arctic Sunrise auf dem Weg in die Arktis

Bild: © Mitja Kobal / Greenpeace Schiff Arctic Sunrise auf dem Weg in die Arktis

Ölpest in der Arktis wäre für OMV wirtschaftliches Fiasko

15.3.2016
Umweltorganisation Greenpeace beendet Arktis-Expedition aufgrund heftiger Unwetter

Barentssee/Wien – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warnt den österreichischen Mineralölkonzern OMV angesichts seiner Ölbohrungen in der Arktis vor einem wirtschaftlichen Fiasko. Denn die Folgen einer Ölpest - aufgrund der extremen Wetterbedingungen in der Arktis kein unwahrscheinliches Szenario - könnten der OMV teuer zu stehen kommen.

„Die OMV spielt ein enorm riskantes Spiel mit der arktischen Umwelt und dem eigenen wirtschaftlichen Überleben. Ein Ölunfall wäre nicht nur ein ökologisches Desaster für die Arktis sondern auch ein wirtschaftliches Fiasko für den Konzern“, so Lukas Meus, Arktissprecher von Greenpeace in Österreich und Expeditionsleiter am Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise“.

Die unerbittlichen Wetterbedingungen in der Arktis hat die Greenpeace-Crew auf der „Arctic Sunrise“ am eigenen Leib zu spüren bekommen. Nach heftigen Unwettern musste die Expedition vor dem ursprünglich geplanten Ende abgebrochen werden. Das Schiff ist deshalb gestern in den Hafen von Tromsø in Norwegen eingelaufen.

„Das Wetter in der Arktis ist erbarmungslos. Auch auf der ‚Arctic Sunrise‘ war das spürbar. Doch während sich das Schiff wieder im sicheren Hafen befindet, steht die OMV-Plattform weiterhin im hohen Norden und bohrt unter extremen Wetterbedingungen. Ein Ölunfall kann dabei leicht passieren“, weiß Meus.

Die finanziellen Auswirkungen einer Ölpest in der Arktis würden die OMV vor eine unlösbare Aufgabe stellen. So musste der britische Ölkonzern BP nach eigenen Angaben für die Havarie der Bohrinsel Deepwater Horizon und die daraus folgende Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko eine Entschädigungssumme von rund 17 Milliarden Euro zahlen. Die OMV hatte nach Umsatzeinbußen von 37 Prozent im Jahr 2015 22,5 Milliarden Euro Jahresumsatz.

„Beim aktuell niedrigen Ölpreis ist die Ölförderung in der Arktis für die OMV schon jetzt ein finanzielles Abenteuer“, ist Meus überzeugt, „Die Kosten einer Ölpest im sensiblen arktischen Ökosystem würden die finanziellen Möglichkeiten des Konzerns weit übersteigen. Die OMV muss ihre Ölbohrpläne in der Arktis zum Schutz der Umwelt aber auch um des eigenen wirtschaftlichen Überlebens willen sofort aufgeben“, fordert Meus abschließend.

Artikel teilen:
Artikel Online geschalten von: / holler /

Artikel senden Artikel drucken