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Die Jugend sieht Chancen im Klimawandel

15.3.2016
6000 junge Menschen in 12 Ländern der Welt befragt: 94 % sind überzeugt, dass sich das Klima/die Umwelt in den letzten 20 Jahren verschlechtert hat - 84 % glauben an die Möglichkeit, wirtschaftliches Wachstum und Umweltschutz zu verbinden

Paris/Stockerau - Junge Menschen gehen optimistischer in die Zukunft als vielfach angenommen. Wie eine internationale, von Saint-Gobain mitgetragene Umfrage Ende 2015 ergab, sehen sie im Umgang mit Klimaveränderung große Chancen für ihre berufliche Karriere.

6000 junge Menschen im Alter von 18 – 29 Jahren wurden in den 12 Ländern der G7 und der BRIC-Staaten über ihre Wahrnehmung der Klimaveränderung befragt. Die Initiatoren der Umfrage (Nomadeis, Nielsen, Axa, Mazars und Saint-Gobain) wollten wissen, wie diese Generation Risiko und Chancen wahrnimmt und welche Schlüsse sie daraus zieht. Die Umfrageergebnisse sollen es ermöglichen, frühzeitig entsprechende Weichenstellungen für zukunftsweisende Ausbildungs- und Klimaschutzprogramme in die Wege zu leiten.

Weltweit wird die Klimaveränderung in einem allgemein negativen Kontext diskutiert. Im Mittelpunkt stehen Risiken, die mit Wetterextremen, Nahrungsmittelknappheit und dem Kampf um Ressourcen einhergehen. Weit weniger wird diskutiert, in wie weit ökologische Veränderungen auch die Basis für ein verändertes Bildungssystem und neue Arbeitsplätze sein könnten.

„Die junge Generation aber sieht genau darin ihre Chance. Sie fordert bessere Ausbildung, um die Herausforderungen der Zukunft mit Optimismus und Motivation annehmen zu können“, betont KommRat Franz Hartmann, Vertriebsdirektor von Saint-Gobain ISOVER Austria.

Die Ausgangslage ist fordernd

Den Daten der Vereinten Nationen zufolge ist die Arbeitslosigkeit in den letzten fünf Jahren weltweit auf nahezu 20 % gestiegen. Überproportional stark betroffen sind Menschen im Alter von 15 bis 30 Jahren, die allerdings ein Viertel der Weltbevölkerung ausmachen. Die ILO/ International Labour Organisation schätzt, dass ein Drittel dieser Menschen weder erwerbstätig noch in Schulausbildung oder Trainingsprogramme integriert ist. Die ILO geht davon aus, dass bis 2025 600 Millionen Jobs neu geschaffen werden müssen, um den Bedarf der Arbeitssuchenden decken zu können.

Für die internationale Gemeinschaft ist diese Situation eine große Herausforderung. Die 2015 durch die Mitgliedsstaaten der UNO entwickelten neuen Nachhaltigkeitsziele forcieren auch die Entwicklung und Umsetzung einer weltweiten Jugendinitiative bis 2020.

Das Ergebnis der Scenario Umfrage 2015 sind unmissverständlich und sollten als „Call to action“ für alle Stakeholder verstanden werden:

• Entscheidungsträger: Die Befragten waren fast einstimmig der Meinung (94 %), dass in den letzten 20 Jahren eine negative Klimaveränderung festzustellen ist. Sie sehen in Ressourcen- und Umweltschutz die vorrangige Aufgabe der Gesellschaft von morgen, einhergehend mit der Verringerung der Armut. Der überwiegende Teil der Befragten (84 %) ist überzeugt, dass die Verbindung von ökonomischer Entwicklung und Umweltschutz möglich ist.

• Ausbilder: Junge Menschen sehen die Klimaveränderung tendenziell stärker als Chance (60 %) denn als Gefahr (40 %) für soziale und wirtschaftliche Entwicklung. Eine große Mehrheit der Befragten (85 %) denkt, dass sich der Arbeitsmarkt aufgrund der Klimaveränderung ebenfalls verändern wird. Gleichzeitig fürchten 46 % der Befragten, dass ihre Ausbildung sie nicht ausreichend darauf vorbereitet.

• Arbeitgeber: 83 % der Befragten sind der Meinung, dass die Klimaveränderung eher neue Jobs schaffen denn bestehende eliminieren wird (59 %). 44 % der Befragten geben an, dass die Möglichkeit, gegen die Auswirkungen der Klimaveränderung zu arbeiten, sie in ihrer Berufswahl beeinflusst.

• Wissenschaft und Gesellschaft: Im Hinblick auf Klimaveränderung vertrauen junge Menschen zu 84 % auf Wissenschaftler und Experten, 77 % auf NGO und 63 % auf öffentliche Stellen und Behörden.

Die Studienautoren ziehen daraus den Schluss, dass die Klimaveränderung auch viele Möglichkeiten bietet, konkrete Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit zu setzen. Junge Menschen im Alter von 18-29 Jahren hätten ihre Erwartungen klar zum Ausdruck gebracht und sich gegen den Pessimismus gestellt, der die öffentliche Diskussion prägt.

Die Bauwirtschaft als nachhaltiges Arbeitsumfeld

„In der Diskussion um Klimaveränderung sind einige Branchen stärker gefordert als andere. Die Bauwirtschaft ist einer der größten Ressourcenverbraucher der Welt und hat damit auch enormes Potential, um Verbesserungen herbeizuführen“, erklärt Hartmann das starke Engagement der Saint-Gobain Gruppe in diesem Umfeld. Die Gruppe ist einer der größten Baustoffhersteller weltweit und damit ein bedeutender Arbeitgeber. Aufgrund dieser Position und Verantwortung investiert der Konzern überdurchschnittlich viel in die Entwicklung neuer Produkte und Technologien. Allein das Forschungs- und Entwicklungsprogramm der Saint-Gobain Gruppe beträgt jährlich rund 430 Millionen Euro. 3700 Experten arbeiten weltweit in neun Forschungszentren und reichen Jahr für Jahr 350 Patente ein. Ein Viertel aller Saint-Gobain Produkte am Markt wurde in den letzten fünf Jahren entwickelt.

„Die Bauwirtschaft bietet jungen, engagierten Menschen ein breites Arbeitsumfeld, in dem sie im wahrsten Sinn des Wortes an einer nachhaltigen Zukunft bauen können“, wirbt Hartmann um die besten Köpfe. „Und das Schöne daran: Die positiven Ergebnisse lassen sich unmittelbar ablesen.“

Artikel teilen: GastautorIn: SG für oekonews.
Artikel Online geschalten von: / holler /

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