Bild: © Unsplash - pixabay.com / Arktis

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Arktis: Öl- und Gasreserven müssen im Boden bleiben!

11.3.2016
US-Präsident Barack Obama und kanadischer Premierminister Justin Trudeau wollen „Klimatest“ für ökonomische Aktivitäten in arktischen Gewässern

Washington, D.C./Hamburg – In einem gemeinsamen Statement zum Klimaschutz und zur Energieversorgung haben sich gestern US-Präsident Barack Obama und der kanadische Premierminister Justin Trudeau zur Zukunft industrieller Aktivitäten in der Arktis geäußert. Neben Maßnahmen zur Reduktion von Methan-Emissionen und Plänen für ein Netzwerk von Arktis-Meeresschutzgebieten, einigten sich die beiden Staatsoberhäupter auf einen „Klimatest“ für ökonomische Aktivitäten in arktischen Gewässern: Alle künftig vorgeschlagenen Projekte, inklusive Ölbohrungen, sollen im Einklang mit internationalen und nationalen Klimaschutzzielen stehen.

Larissa Beumer, Arktis-Expertin von Greenpeace, meint dazu: „Die heutigen Ankündigungen sind wegweisend. Präsident Obama und Premierminister Trudeau fangen an, ihre Politik an dem auf der Weltklimakonferenz beschlossenen 1,5-Grad-Ziel auszurichten – mit entsprechenden Auswirkungen für die Industrie. Beide senden ein klares Signal an die Ölkonzerne, dass Ölbohrungen in arktischen Gewässern unvereinbar sind mit den Klimazielen der beiden Staaten. Ob die schönen Worte wirklich Substanz haben, wird sich anhand des Fünf-Jahres-Plans zu Offshore-Ölbohrungen zeigen, den die US-Regierung bis Ende 2016 veröffentlicht.

Die vermuteten Öl- und Gasreserven aus dem Arktischen Ozean müssen im Boden bleiben, wenn wir unter einem globalen Temperaturanstieg von 1,5 Grad Celsius bleiben wollen. Das belegen wissenschaftliche Studien. Wenn es Präsident Obama ernst meint, muss er die Ölförderung in arktischen Gewässern zum Tabu erklären.“



Für Rückfragen erreichen Sie Larissa Beumer unter Tel. 0171–1287207.




Hintergrund:

Die Ankündigungen kommen kurz vor der Veröffentlichung des zweiten Entwurfs des Fünf-Jahres-Plans der US-Regierung zu Offshore-Ölbohrungen in den kommenden Wochen. Nach derzeitigem Stand wird er die Basis für neue Lizenzvergaben in der Arktis sowie im Golf von Mexiko legen und gänzlich neue Gebiete im Atlantik für Ölbohrungen öffnen. Bis Ende 2016 wird der Plan finalisiert.



Studie „The geographical distribution of fossil fuels unused when limiting global warming to 2°C”, veröffentlicht in Nature, Ausgabe 517, Seiten 187–190 am 8. Januar 2015: http://www.nature.com/nature/journal/v517/n7533/full/nature14016.html

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