Bild: © Von Fessenheim nach Schönau / Frankreich muss reagieren, soviel scheint fix

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AKW Fessenheim: Knapp an der Katastrophe vorbei!

4.3.2016
Dramatische Momente haben sich im April 2014 im Atomkraftwerk Fessenheim abgespielt- An die Öffentlichkeit kam das Versagen erst jetzt

Fessenheim - Im April 2014 kam es im französischen Atomkraftwerk Fessenheim zu einem Problem, das durch eine Überschwemmung ausgelöst wurde. Nicht so tragisch... alles unter Kontrolle. So wurde es von der Betreiberfirma damals dargestellt. Wie WDR und die Süddeutsche Zeitung nun nach Recherche berichten, waren es jedoch vollends dramatische und äußerst gefährliche Momente, die sich nach dem Alarm im Atomkraftwerk Fessenheim abspielten. Es kam dabei durch den Wassereinbruch ganz offensichtlich zu einem Ausfall vom einem der Systeme zur Schnellabschaltung des Reaktors. Nur durch Zugabe von Bor konnte ein gravierender Unfall verhindert werden. Ein wahrhaft dramatischer Augenblick- es war nur knapp an einer Reaktorkatastrophe vorbei! Von der französischen Atomaufsicht wurde das Problem genauso wie von der Betreiberfirma des Atomkraftwerks, der EDF, das Ereignis ganz offensichtlich bewusst verschwiegen, die Internationale Atomenergiebehörde IAEA in Wien wurde scheinbar ebenfalls nie über die Details informiert.

"Dieser Schrottreaktor gehört abgeschaltet"


Sylvia Kotting-Uhl, Atompolitik-Sprecherin der deutschen Grünen meint:
"Die chaotischen Zustände im AKW Fessenheim sind nicht hinnehmbar.
Wir haben für die nächste Umweltausschusssitzung eine Unterrichtung durch das Bundesumweltministerium beantragt. Die Geschehnisse in Fessenheim müssen restlos aufgeklärt und bekannt gemacht werden. Das muss die deutsche Bundesregierung von der französischen Atomaufsicht verlangen.

Das direkt an der deutsch-französischen Grenze liegende AKW ist besonders defizitär und gefährlich. Die Sicherheitsmängel sind endlos: veraltete Auslegung, überschwemmungsgefährdetes Kraftwerksgelände, Erdbebengefährdung, usw. Dieses Atomkraftwerk muss vom Netz.

Auf EU-Ebene muss endlich der Euratom-Vertrag reformiert werden. Es ist angesichts der Alterung von Europas Atomkraftwerken nicht akzeptabel, dass Länder, die vom GAU eines Atomkraftwerks massiv betroffen wären, bei dessen Sicherheitsauslegung nichts mitzureden haben."

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