Bild: © Robert Willfurth

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Photovoltaik-Förderungen bringen viel Geld

20.2.2016
Warum sich auch der Finanzminister über viele neue PV-Anlagen freut

Beim Umsteig auf erneuerbare Energie scheinen sich mittlerweile - und vor allem "nach Paris" - alle einig zu sein. Selbst SP-Bundeskanzler Faymann will Österreich frei von Fossilenergie machen. Bei der Umsetzung trennt sich aber schnell wieder "Spreu vom Weizen" und auf große Worte folgen oft nur wenig bis gar keine Taten. Auf die ambitionierte Kanzlerrede Ende November beim Klimagipfel folgte nur wenige Tage später am 23. Dezember Ernüchterung und Entsetzen: Die OeMAG-Fördersätze für Photovoltaik wurden massiv und überproportional gekürzt.

Die Förderung von Photovoltaik ist aber ohne Zweifel nach wie vor ein unverzichtbares Werkzeug, um den in Österreich extrem geringen Anteil an Solarstrom im Netz - seit Jahren knapp unter 1 Prozent stagnierend - kräftig anzuheben. Auch wenn die Bedeutung von Zuschüssen für die Investition in Photovoltaik immer weiter abnimmt und auch bereits viele Anlagen gänzlich ohne Förderung gebaut werden, so sind Anreizprogramme notwendig, um entsprechend hohe Größenordnungen an jährlichem Zuwachs zu erzielen. Sicher ist nur: die Energiewende kommt auf jeden Fall - aber das Tempo bestimmen wir mit.

In wenigen Tagen startet wieder die Photovoltaik-Förderung des Klima- und Energiefonds für Anlagen bis zu 5 kWp Spitzenleistung. Ein guter Anlass um kurz mal nachzurechnen, wie tief der Finanzminister für diese Photovoltaik-Direktförderung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses in die Tasche greifen muss. Förderkritiker verwenden gerne immer wieder das Argument, dass Steuergelder für Förderungen hinausgeworfenes Geld sei oder Steuermittel nicht effizient eingesetzt würden. Aber weit gefehlt - eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall und es bleibt sogar Geld über.

2015 wurden rund 10.000 Anlagen neu errichtet und aus dem Klima- und Energiefonds der Bundesregierung gefördert. Gehen wir davon aus, dass die durchschnittliche Leistung 5 kWp beträgt, so wurden rund 50 MW an neuer Kraftwerksleistung neu installiert. Die Kosten für eine betriebsbereite Anlage mit 5 kWp lagen 2015 ohne Veränderungen zum Vorjahr bei rund EUR 10.500,- inklusive Mehrwertsteuer - eventuelle Zusatzleitungen, wie Zählerplatz- oder Dachsanierungsarbeiten gar nicht mitgerechnet. Diese 20 % Mehrwertsteuer ergeben einen Gesamtbetrag von satten 17,50 Mio Euro. Im Gegenzug mussten für die Förderung von 10.000 Anlagen (maximal 1.375,- Euro je Anlage) aber nur 13,75 Mio Euro aufgebracht werden. Also "verdient" der Staat fast 4 Mio Euro allein direkt an der Förderung. Rechnet man noch Wertschöpfung aus der Herstellung und den Löhnen hinzu, so stellt sich die Frage: Warum setzt sich der Finanzminister nicht viel mehr für PV-Förderung ein und bewirbt diese massiv?

Wie man sieht, kann schon ein kleines Rechenbeispiel sehr viel dazu beitragen, um Vorurteile und Halbwahrheiten rund um das Thema PV-Förderungen völlig zu entkräften.


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Robert Willfurth

www.energy-team.at


Anmerkung: Die Förderung des Klima- Energiefonds wird aus dem Budget finanziert. Diese Kosten werden nicht auf die Stromkunden verteilt.



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