Bild: © FH Technikum Wien/APA-Fotoservice/Rastegar

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Ein Baustein für die Energiewende

20.2.2016
Die FH Technikum Wien eröffnet das erste Smart Grids Lehrlabor Österreichs in der ENERGYbase

Wien- In der ENERGYbase der FH Technikum Wien eröffnete am 18. Februar 2016 das erste Smart Grids Lehrlabor, Smart Hybrid Energy Lab in Österreich. "Nach zweijähriger Bauzeit ist es uns gelungen, das erste Ausbildungslabor für intelligente Stromnetze (Smart Grids) zu eröffnen", freut sich Hubert Fechner, Institutsleiter Erneuerbare Urbane Energiesysteme an der FH Technikum Wien. "Das Labor bildet ein elektrisches Ortsnetz nach, das alle relevanten Teilnehmer des Smart Grid wie etwa eine Photovoltaikanlage, Elektroautos, Speicher, Verbraucher und Ausgleichslasten darstellt und miteinander verbindet. Das Smart Hybrid Energy Lab wurde für Ingenieure und Interessierte entworfen, die ihr Wissen über intelligente Stromnetze maßgeschneidert erweitern und vertiefen wollen. Für mich ein wichtiger Baustein für die Energiewende. Smart-Grids-Technologien kommen so in den Unternehmen an und sind nicht nur Teil der Forschungsabteilungen", erklärt Fechner.



Vier Haushalte ausgestattet mit Smart Meter und einer Photovoltaikanlage sind die Grundpfeiler des Lehrlabors an der FH Technikum Wien. Im elektrischen Ortsnetz des Labors kommen noch ein stellbarer Ortsnetztransformator, Speicher und eine Ladestation von Elektroautos hinzu. Ergänzt wird dies mit einem Datennetz, das die einzelnen Komponenten digital miteinander vernetzt.

"Diese einzigartige Infrastruktur kann über eine zentrale elektronische Leitstelle gesteuert und vermessen werden. Die Steuerung kann über eine lokale Station oder auch über das Internet erfolgen", erklärt Karl Knöbl, Leiter des Smart Hybrid Energy Lab. "Im Smart Grid wird das Stromnetz von einer Einbahnstraße zu einer Straße mit Gegenverkehr - Strom kann erstmals von und zum Konsumenten fließen. Was passiert im lokalen Stromnetz, wenn Strom aus der hauseigenen Photovoltaikanlage zur Verfügung steht, der Verbrauch im Haushalt jedoch gering ist oder auch steigt? In unserem Lehrlabor können wir diese Situationen simulieren, die Strom- und Datenflüsse messen und visualisieren sowie Lösungen aufzeigen", so Knöbl. Der Aufbau des Smart Hybrid Energy Lab wurde maßgeblich von der Stadt Wien, MA 23, im Rahmen der Fachhochschul-Förderung finanziell unterstützt.


Das Smart Hybrid Energy Lab bietet außerdem maßgeschneiderte Ausbildungsangebote für Mitarbeiter aus Energieversorgungs-, Industrie- und Gewerbeunternehmen an. Das Kursangebot besteht aber auch für Interessierte, die sich zu den Möglichkeiten und Herausforderungen intelligenter Stromnetze speziell für die Stromebene des Haushalts weiterbilden möchten. "Die Teilnehmer können im Labor konkrete Anwendungsfälle studieren. Das reicht von der neuen Rolle des Konsumenten im Stromnetz, der nun auch Strom produziert, bis zur automatischen Steuerung sowie dem Handling mit dem Kommunikations- und Datennetz", erklärt der Laborleiter Knöbl. "Je nach Bedarf können wir das Ausbildungsangebot anpassen."

Smart-Grids-Technologien am Vormarsch: von der Forschung zur Anwendung

Die Auslöser für die Entwicklung der Smart Grids sind der steigende Energieverbrauch und die Integration erneuerbarer Energien in das bestehende Stromnetz. Österreich befindet sich in der Entwicklung von Smart-Grids-Technologien in einer Vorreiterrolle. Diese werden bereits in zahlreichen Modellregionen erforscht und im Testbetrieb erprobt. Die großen österreichischen Projekte werden zu den so genannten Smart-Grids-Pionier- und Modellregionen in Salzburg, Oberösterreich, Vorarlberg, Steiermark und Wien zusammengefasst. Das sind international anerkannte Demonstrationsprojekte und ein großer Erfolg der bisherigen Aktivitäten. Die Forschungsschwerpunkte befassen sich zum Beispiel mit der intelligenten Netzintegration von Kunden, Gebäuden, kleinen PV-Anlagen, Elektroautos und der Integration von Kleinwasserkraftwerken. Die unterschiedlichen Themen zeigen das breite Spektrum von Smart-Grids-Technologien auf.

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