Bild: © Greenpeace

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Europas größte Textilregion produziert künftig giftfrei

12.2.2016
Greenpeace-Erfolg: 21 Unternehmen in der toskanischen Region Prato schließen sich der Detox-Kampagne an

Wien/Mailand - Nach monatelangen Verhandlungen mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace verpflichtet sich erstmals eine ganze Region giftfreie Textilien zu produzieren. 21 Unternehmen der toskanischen Textilregion Prato schließen sich gemeinsam der Detox-Kampagne von Greenpeace an. Prato ist mit einem jährlichen Auftragsvolumen von 2,5 Milliarden Euro der größte Textilstandort Europas. Die italienischen Textilhersteller produzieren hier für Luxusmarken wie Burberry, Prada, Valentino, Armani und Gucci.

Pratos Textilverband Confindustria Toscana Nord überprüft, ob alle gefährlichen Chemikalien, beispielsweise Nonylphenolethoxylate, Phthalate oder Schwermetalle, bis 2020 aus der kompletten Produktion der Hersteller entfernt sind. Mit dem Greenpeace-Abkommen übernimmt der Standort den weltweit höchsten Standard für giftfreie Textilproduktion. Das Übereinkommen betrifft über 13.000 Tonnen Garn und Rohstoffe sowie mehr als 13 Millionen Meter Stoffe pro Jahr. Dies entspricht einer Strecke von Wien bis Perth in Australien.

„Pratos Entscheidung wird die globale Textilindustrie aufrütteln”, sagt Nunu Kaller, Konsumentensprecherin bei Greenpeace Österreich. „Für große Luxusmarken wie Gucci oder Dolce & Gabbana, die Prato beliefert, gibt es nun keine Entschuldigung mehr sich nicht vollständig der Detox-Kampagne anzuschließen und ihre Lieferkette zu entgiften.” Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz von Greenpeace und der Confindustria Toscana Nord erklärte deren Präsident Andrea Cavicchi heute: „Wir wollen der Welt zeigen, dass wir mit vollem Einsatz die Detox-Anforderungen in die Praxis umsetzen.“

Als nächstes Etappenziel beabsichtigen Pratos Unternehmen, darunter Chemie- und Rohstofflieferanten, Stofffabrikanten, Färber und Konfektionäre, bis Sommer 2016 auf alle per- und polyflorierte Chemikalien (PFC) zu verzichten. PFC sind wasser- und schmutzabweisende Chemikalien, die hauptsächlich für die Produktion von Outdoor-Kleidung verwendet werden. Im Tierversuch wirken einige PFC krebserregend.

Die Selbstverpflichtung der Region Prato reiht sich ein in eine wachsende Liste von 35 internationalen Mode- und Textilmarken, die sich auf Druck von Greenpeace dazu entschieden haben, den Einsatz aller gefährlichen Chemikalien bis zum Jahr 2020 auf Null zu fahren. Zusammen erwirtschaften sie mehr als 15 Prozent der globalen Textilproduktion. Unter diesen Marken finden sich sowohl Unternehmen wie Inditex und H&M als auch Sporthersteller wie Adidas und Puma sowie Luxusmarken wie Burberry.

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