Bild: © Umweltverband Vorarlberg / Präsentation  in Vorarlberg

Bild: © Umweltverband Vorarlberg / Präsentation in Vorarlberg

Vorarlberg: Gemeinden setzen auf Elektromobilität

11.2.2016
E-Autos werden praxistauglicher und wirtschaftlicher - Mehr als 30 Elektroautos werden angeschafft

Elektrofahrzeuge sind immer mehr im Kommen. Dass diese schon jetzt praktisch und wirtschaftlich einsetzbar sind, beweist das steigende Interesse von Städten und Gemeinden in Vorarlberg: Nach einer Ausschreibung des Umweltverbandes werden demnächst 32 Elektroautos im öffentlichen Bereich zugelassen, rund 50 könnten es in Summe heuer bei Vorarlberger Gemeinden werden. Elektroautos rechnen sich: Sie kosten pro Kilometer inzwischen gleich viel oder weniger als vergleichbare Benzin- oder Dieselfahrzeuge.

Der Umweltverband Vorarlberg hat im Auftrag von Gemeinden und anderen öffentlichen Stellen die Lieferung von 32 E-Autos ausgeschrieben, Experten u.a. vom Land Vorarlberg und der Vorarlberger Kraftwerke AG (VKW) haben ihr Wissen dazu eingebracht. Das äußerst erfreuliche Ergebnis wurde gestern in Vorarlberg präsentiert.



Den Zuschlag hat die Firma Autohaus Walter Malin GmbH in Sulz mit dem Renault Zoe erhalten. Dieser rein elektrisch angetriebene Fünftürer wurde zu sehr günstigen Konditionen angeboten, bietet ein hohes Drehmoment und hat sich schon mehrfach in der Praxis bewährt. Die Batterieladung reicht auch im Winter ohne Zwischenladen locker für eine Fahrt von Bregenz nach Bludenz und retour. Zeitgemäße Extras wie Airbags, Tempomat, Radio und Navigationsgerät sind inkludiert, Heizung und Klimaanlage funktionieren über energieeffiziente Wärmepumpen. Innerhalb von einer Stunde können 80% des Akkus mit günstiger Ladeinfrastruktur geladen werden.

Elektromobilität bringt wirtschaftliche Vorteile

E-Autos sind schon seit längerem generell von der Normverbrauchsabgabe befreit, Gemeinden und Unternehmen können je nach Nutzung auch die Vorsteuer geltend machen. Hinzu kommen vergünstigte Versicherungsprämien, eine Sachbezugsbefreiung und Förderungen in Höhe von bis zu 4.000 Euro pro Fahrzeug. Das summiert sich für die Körperschaften zu einem wirtschaftlich attraktiven Gesamtpaket.


Kilometerkosten beim E-Auto: Gleich oder günstiger

„Die Kilometerkosten für das E-Auto aus der Ausschreibung sind – inklusive Anschaffung – bei 15.000 Kilometer Jahresleistung auch ohne Förderung und ohne Vorsteuerabzugsmöglichkeit gleich hoch wie die eines vergleichbaren Benzin- Fahrzeugs. Öffentliche Einrichtungen mit Vorsteuerabzugsmöglichkeit fahren elektrisch bereits günstiger“, erläutert Christoph Breuer. Er hat als Experte im Vergabeverfahren u.a. die Wirtschaftlichkeitsberechnungen für die E-Fahrzeuge erarbeitet. Werden mehr Kilometer pro Jahr gefahren oder kommen Förderungen und/oder Vorsteuerabzugsfähigkeit dazu, ist das E-Auto pro Kilometer sogar deutlich günstiger unterwegs.

Großes Interesse von Gemeinden und öffentlichen Stellen

Bei diesem Angebot, kostengünstig auf eine umweltfreundliche Alternative umzusteigen, ließen sich die öffentlichen Stellen Vorarlbergs nicht lange bitten. So ist davon auszugehen, dass über diese Schiene heuer bis zu 50 Elektrofahrzeuge in Vorarlberg neu zugelassen werden. 32 sind schon fix bestellt. „Die öffentliche Hand ist ja auch Wegbereiter und Beispielgeber“, ist Bgm. Rainer Siegele, Obmann des Umweltverbandes und selbst langjähriger E-Auto-Lenker, überzeugt. „Es zeigt sich: Elektromobilität ist inzwischen eine handfeste, alltagstaugliche und leistbare Technologie.“



Dass Elektromobilität für die Vorarlberger leistbar wird, ist auch für Landesrat Erich Schwärzler ein großes Anliegen. „E-Fahrzeuge lösen zwar keine Parkplatz- oder Stauprobleme, aber sie sind gegenüber herkömmlichen Autos doch klar im Vorteil: Erstens mit mehr Energieeffizienz, zweitens durch den Einsatz von heimischer erneuerbarer Energie und drittens in Sachen Lufthygiene“, sagt Schwärzler. Immerhin hat sich das Land mit dem Erreichen der Energieautonomie bis 2050 ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Elektromobilität spielt hier bei der möglichst umweltfreundlichen Abwicklung des Verkehrs eine wichtige Rolle.

Im Expertenteam zur Ausschreibung hat auch die Vorarlberger Kraftwerke AG (VKW) ihre langjährige Erfahrung zum Thema eingebracht. Die VKW stellt die Ladeinfrastruktur im Land zur Verfügung und bietet verschiedene Produkte und Dienstleistungen zum Thema Elektroauto an.

Informationen und Fahrzeugtests in der VKW-Mobilitätszentrale...

In der VKW-Mobilitätszentrale in Bregenz können sich Interessierte markenunabhängig beraten lassen und die neuesten Fahrzeuge testen. Ein Vollkosten-Rechner, den die VKW auf der Website www.vlotte.at zur Verfügung stellen, gibt Aufschluss darüber, ob und wie sich ein E-Auto finanziell rentiert – unter Berücksichtigung aller Faktoren von der Anschaffung bis zu den Erhaltungskosten. „Elektroautos sind sauber und energieeffizient und fahren nahezu geräuschlos – daher leisten sie einen wesentlichen Beitrag für unsere Umwelt und Energiezukunft. In der VKW Mobilitätszentrale bieten wir einen umfassenden Überblick über Markt und Technologie. Mit unserem breiten Spektrum an Produkten und Services rund um die E-Mobilität sind wir Vorarlbergs zentrale Anlaufstelle in diesem Bereich der nachhaltigen, individuellen Mobilität“, so illwerke vkw-Vorstandsmitglied Helmut Mennel.

...und bei Veranstaltungen.
Eine optimale Möglichkeit, Elektromobilität hautnah kennenzulernen, gibt es für alle Interessierten am 20. Februar in Andelsbuch: Einen Nachmittag lang gibt es dort beim Werkraumhaus Experteninfos und die Chance, Elektroautos und elektrisch betriebene Geräte selbst auszuprobieren (Infos auf www.andelsbuch.at).

VertreterInnen aus Vorarlberger Gemeinden können sich bereits heute bei einer Veranstaltung in Bregenz ein Bild über die aktuellen Möglichkeiten machen. Infos dazu beim Umweltverband (T: 05572/55450-1015 oder www.umweltverband.at ).

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Artikel Online geschalten von: / haemmerle /

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