Bild: © OESF / Start für die Wintertagung in Wien

Bild: © OESF / Start für die Wintertagung in Wien

Bild: © oekonews-Pucher / LR Stephan Pernkopf, Präsident des Ökosozialen Forum, bei der  Wintertagung

Bild: © oekonews-Pucher / LR Stephan Pernkopf, Präsident des Ökosozialen Forum, bei der Wintertagung

Bild: © oekonews- W.Pucher  / Unterschiedlichste Inputs bei der Wintertagun

Bild: © oekonews- W.Pucher / Unterschiedlichste Inputs bei der Wintertagun

Bild: © oekonews- W.Pucher  / BM Andrä Rupprechter:  "Unser Mehrwert ist die Qualität"

Bild: © oekonews- W.Pucher / BM Andrä Rupprechter: "Unser Mehrwert ist die Qualität"

Bild: © oekonews- W.Pucher / Elisabeth Köstinger: "Faire Kennzeichnung ist der Schlüssel zur Transparenz"

Bild: © oekonews- W.Pucher / Elisabeth Köstinger: "Faire Kennzeichnung ist der Schlüssel zur Transparenz"

Bild: © oekonews- W.Pucher  / LK-Präsident Hermann Schultes: "Heimische Bauern liefern Spitzenqualität"

Bild: © oekonews- W.Pucher / LK-Präsident Hermann Schultes: "Heimische Bauern liefern Spitzenqualität"

Bild: © oekonews- W.Pucher  /  Spannende Podiumsdiskussion bei der Wintertagung

Bild: © oekonews- W.Pucher / Spannende Podiumsdiskussion bei der Wintertagung

Billige Lebensmittel: Wollen Sie Umweltzerstörung, Gentechnik und Tierleid im Einkaufswagen?

9.2.2016
Wintertagung des Ökosozialen Forums bringt das Thema: „Billig gibt’s nicht. Irgendwer zahlt immer (drauf)!" auf den Punkt

Wien - „Billige Nahrungsmittel gehen immer auf Kosten von Mensch oder Tier. Jedem muss klar sein: Wer billig kauft, der hat auch Umweltzerstörung, Gentechnik oder Tierleid im Einkaufswagen. Unsere Betriebe können im Preiskampf mit Billigimporten aus dem
Ausland nicht bestehen. Diese Produkte können aber nicht mit unseren mithalten, wenn es um die Qualität und Nachhaltigkeit geht. Was wir tun können, ist sicherzustellen, dass immer österreichische Produkte zur Wahl stehen. Bei einigen Produktgruppen hat man diese Wahl leider nicht immer: Bei Puten etwa liegt der Selbstversorgungsgrad bei 35 Prozent, 1995 lag er noch bei 60 Prozent. Hier gibt es Potenzial. Solche Lücken müssen geschlossen werden. Damit schaffen wir nicht nur Wertschöpfung im eigenen Land, sondern vermeiden den Import von Tierleid. Das ist ökosoziales Wirtschaften“, so der Präsident des Ökosozialen Forums Österreich, Stephan Pernkopf, bei der Eröffnung der Wintertagung 2016.

"Unser Mehrwert ist die Qualität", ist sich auch Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter sicher. „Für die kleinstrukturierte bäuerliche Landwirtschaft in Österreich macht es keinen Sinn, sich am globalen Wettkampf um die größten Mengen und den kleinsten Preis zu beteiligen. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Spezialprodukten steigt ständig. Die Konsumentinnen und Konsumenten sind durchaus bereit, dafür mehr zu bezahlen, etwa für Heumilch, Bioprodukte oder regionale österreichische Spezialitäten. Das zahlt sich auch für die Bäuerinnen und Bauern aus", so Rupprechter. Als positives Beispiel nannte der Minister AMA-Gütezeichen. Durch Qualitätszuschläge sowie Herkunfts- und Markenprogramme können AMA-Gütesiegelbetriebe durchschnittlich Mehreinnahmen von 5000 Euro erzielen. Insgesamt ergibt sich für den gesamten Sektor ein geschätzter Mehrwert von 75 Millionen Euro.

Wie die österreichischen land- und forstwirtschaftlichen Betriebe auf den Märkten von morgen auf nationaler, europäischer und globaler Ebene bestehen können, ist eine der wesentlichen Fragen der heurigen Wintertagung. Fakt ist, dass mit dem Griff ins Regal gleichzeitig über die Produktionsbedingungen im Inland und über die Zukunft der heimischen Landwirtschaft entschieden wird.

„Ich bin überzeugt, dass eine faire Kennzeichnung der Schlüssel zur Transparenz ist“, meint die Präsidentin des Ökosozialen Forums Europa, Elisabeth Köstinger, „wir können in Österreich die Käfighaltung bei Legehennen verbieten. Aber das hilft nicht, wenn genau solche Käfigeier, die z.B. aus der Ukraine kommen, trotzdem am heimischen Markt verkauft werden, weil es in verarbeitenden Produkten keine echte Herkunftskennzeichnung gibt?“ Aktuell werden 43 Prozent der weltweit produzierten Eier nach wie vor in Käfigsystemen produziert. Noch immer werden via Entwicklungsbanken öffentliche Mittel für Produktionsweisen in Drittstaaten bereitgestellt, die in der EU bereits verboten sind.

„Österreichs Bauern erzeugen im internationalen Vergleich einzigartige Spitzenqualität bei ihren Produkten. Sie wollen jedoch neben der hohen Wertschätzung auch eine entsprechende Wertschöpfung erreichen. Dafür muss rasch ein Maßnahmenpaket geschnürt werden, damit die Bauern, die am Beginn der Wertschöpfungskette stehen, nicht draufzahlen." so LK Österreich-Präsident Hermann Schultes. Als notwendige Schritte nannte er eine Vereinfachung der Verwaltung, eine Absicherung des gestiegenen Risikos durch den Klimawandel oder auch ein klares Erkennbarmachen der Herkunft der Lebensmittel.

Die 63. Wintertagung findet von 8. bis 12. Februar statt, mit insgesamt elf Fachveranstaltungen für die wichtigsten Produktionssparten der heimischen Landwirtschaft. Neu ist heuer der Fachtag Weinwirtschaft, mit dem nun auch einer der erfolgreichsten Zweige vertreten ist. 150 Referenten – darunter auch viele internationale wie zum Beispiel aus Südtirol, der Schweiz, Deutschland oder sogar aus Australien – diskutieren mit aktiven Bäuerinnen und Bauern über die neuesten Erkenntnisse und Strategien. Die Wintertagung des Ökosozialen Forums ist die größte agrarische Diskussions- und Informationsveranstaltung in Österreich.

Artikel teilen: GastautorIn: W.J. Pucher für oekonews.
Artikel Online geschalten von: / stevanov /

Artikel senden Artikel drucken