Bild: © MA20 Energieplanung/Wien - Bundesminister Rupprechter und Gemeinderat Chorherr diskutierten über die notwendige Wärmewende in der Stadtt

Bild: © MA20 Energieplanung/Wien - Bundesminister Rupprechter und Gemeinderat Chorherr diskutierten über die notwendige Wärmewende in der Stadtt

Bild: © MA20 Energieplanung/Wien - Das große Interesse zeigte die Wichtigkeit des Themas auf

Bild: © MA20 Energieplanung/Wien - Das große Interesse zeigte die Wichtigkeit des Themas auf

Notwendige städtische Wärmewende im Mittelpunkt

6.2.2016
Volles Haus in der ARENA21 zeigt großes Interesse- Keine Energiewende ohne Wärmewende in der Stadt

"Reden wir einmal nicht über die Stromwende am Land, sondern von der Wärmewende in der Stadt" war das Thema der vom Dachverband Energie-Klima in der WKÖ, der Stadt Wien Magistratsabteilung 20-Energieplanung, der Initiative klimaaktiv und dem Dachverband Erneuerbare Energie Österreich gemeinsam durchgeführten Veranstaltung Wärmewende am 29. Januar in der ARENA 21 im Museumsquartier.

Mehr als 200 Gäste lauschten den spannenden Vorträgen nationaler und internationaler Experten und beteiligten sich - auch via Twitter über den Hashtag #waermewende - an den Diskussionen über die Frage, wie die Umstellung der städtische Wärmeversorgung, weg von fossilen, hin zu erneuerbaren Energien oder Abwärme funktionieren kann. Das Interesse war immens: Die Veranstaltung war mehr als überbucht, womit sich deutlich zeigte, dass die Organisatoren hier ein wichtiges Thema vor den Vorhang holten

Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Andrä Rupprechter, der die Veranstaltung gemeinsam mit dem Wiener Gemeinderat Christoph Chorherr eröffnete, dankte den Veranstaltern für die Initiative. "Das Ergebnis der Weltklimakonferenz von Paris gibt uns den notwendigen Rückenwind, um eine integrierte Klima- und Energiestrategie in Österreich zu erarbeiten. Ziel muss sein, die CO2-Neutralität unserer Systeme zu erreichen, dazu bedarf es auch einer Wärmewende", sagte Rupprechter und gerade der Gebäudebereich sei hierbei ein großes Thema.

Chorherr stellte fest, dass nun die Zeit für eine angemessene Belastung der fossilen Energien gekommen sei. "Was unter der Erde ist, muss auch dort bleiben", ist Chorherr überzeugt und weiter: "Jetzt ist die Zeit für eine Energiesteuer. Was hindert uns noch?". Nachdem zu erwarten sei, dass die Bevölkerung weiterhin zunehme und Wien weiter wächst sei nun der Moment, die Voraussetzungen zu schaffen, damit im Neubau nicht länger billige Gasheizungen eingebaut werden, sondern vernetzte Systeme auf Basis von Abwärme und erneuerbaren Energien eingesetzt werden.

Es herrschte große Einigkeit, sowohl bei den Referenten als auch bei den zahlreichen Gästen, die sich zu Wort meldeten, dass die Wärmewende ein essentielles Thema sei, das aktuell noch viel zu wenig im Mittelpunkt steht. Die von Bernd Vogl (MA 20 - Energieplanung) einleitend aufgestellten Energiethesen wurden daher auch von allen Referenten aufgenommen. Moderator Christian Rakos von proPellets Austria konnte spannende Projekte vorstellen. Paul Fay vom Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main berichtete über die Klimainitiative "100 Prozent erneuerbare Energie für Frankfurt", Christian Maaß trug über die Studie "Fernwärme 3.0" des Hamburg Institut Research vor. Einen "Ausblick auf die Fernwärmeversorgung von Graz in der Zeit post Mellach. über smarte Fernwärmesysteme und das Energiemodell Graz Reininghaus" gab Boris Papousek von der Grazer Energieagentur. Thomas Gautschi von der Amstein + Walterth AG präsentierte spannende Fallbeispiele aus der Schweiz und erläuterte u.a. das Anergienetz der Familienheim Genossenschaft Zürich, ein "Generationenprojekt".

Für den theoretischen Teil zeigte Horst Steinmüller (JKU Linz) die Ergebnisse eines Vergleichs verschiedener Sanierungsstrategien. Lukas Kranzl von der TU Wien setzte sich mit der Frage "100 Prozent erneuerbare Wärme für Österreich - eine Illusion?" auseinander. Resümee war, dass meist eine Synergie verschiedener Systeme erforderlich ist, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Abgerundet wurde die erfolgreiche Veranstaltung von dem Tandem Gerhard Hofer (e7) und Peter Holzer (IBR&I), mit der Vorstellung verschiedener Versorgungsoptionen für erneuerbar versorgte Stadtentwicklungsgebiete in Wien.

In der abschließenden Diskussion war man sich vollkommen einig, dass eine Energiewende nicht nur eine Stromwende sein kann, sondern gerade in den Sektoren Wärme erhebliche Potentiale liegen, die aktuell noch viel zu wenig genutzt werden.

Die Veranstaltung brachte das Thema Wärmewende in der Stadt vor den Vorhang. Die langfristigen Ziele und der grobe Weg zu ihrer Erreichung sind klar. Den Lippenbekenntnissen müssen jedoch konkrete Projekte und Umsetzungen folgen. Ein erster Schritt ist hier eine integrierte Klima- und Energiestrategie, die dem Thema Wärme den angemessenen Stellenwert einräumt.

Die Präsentationen der Veranstaltung - und in Kürze auch den Videomitschnitt der Vorträge - finden Sie unter www.klimaaktiv.at/erneuerbare/erneuerbarewaerme/stadt-quartier e/waermewende.html

Artikel teilen:
Artikel Online geschalten von: / holler /

Artikel senden Artikel drucken