Bild: ©  Stadt Graz/Fischer - Vertragsunterzeichnung heute im Stadtsenatssaal des Rathauses: Die Holding-Vorstände Mag. Barbara Muhr und DI Wolfgang Malik mit CRRC-Präsident GuYifeng.

Bild: © Stadt Graz/Fischer - Vertragsunterzeichnung heute im Stadtsenatssaal des Rathauses: Die Holding-Vorstände Mag. Barbara Muhr und DI Wolfgang Malik mit CRRC-Präsident GuYifeng.

Graz: Bald fahren vier Elektro-Busse

4.2.2016
Der Vertrag für den Testbetrieb von vier E-Bussen wurde gestern unterzeichnet

Ein Meilenstein für die städtischen Verkehrsmittel in Graz: Gestern wurde ein Vertrag zwischen der Holding Graz und der Hungary CRE New Energy Equipment Co. Kft., einer Tochterfirma der chinesischen China South Locomotive & Rolling Stock Corporation Limited (CRRC) offiziell unterzeichnet. Die Firma hat sich, genau wie die Firma Chariot Motors, mit der Ende Februar der Vertrag unterschrieben werden soll, in einer internationalen Ausschreibung gegen 15 andere Unternehmen durchgesetzt. „Die beiden Unternehmen stellen der Holding Graz im Zuge eines Pilotprojekts jeweils zwei Elektrobusse plus Ladeinfrastruktur für ein Jahr kostenlos zur Verfügung. Seitens der Holding Graz werden die Kosten für Stromanschlüsse, Strom sowie diverse Umbaumaßnahmen an den Haltestellen übernommen", konkretisieren die Holding Graz Vorstände Mag. Barbara Muhr und DI Wolfgang Malik das Projekt.

CRRC-Präsident Gu Yifing streute der Stadt Graz und Holding Graz bei der Vertragsunterzeichnung Blumen: "Sie sind bei unserer Kooperation sehr schnell gewesen und werden mit den Bussen Vorreiter in ganz Europa sein. Sie bekommen die beste Technologie geliefert, die wir verfügbar haben und die auch schon in zahlreichen chinesischen Städten erfolgreich zum Einsatz kommt."

Schon ab Sommer erster Bus auf der Strecke

Die Busse der Firma CRRC sind zwei 18-Meter-Gelenkbusse, die ab Herbst 2016 auf der Linie 34E (Jakominiplatz - Theyergasse) unterwegs sein werden. Auf der rund fünf Kilometer langen Strecke werden an der Endhaltestelle Theyergasse (Ladezeit: 3 bis 4 Minuten) sowie an der Haltestelle Museum der Wahrnehmung (Ladezeit: 30 Sekunden) in Kooperation mit der Energie Graz Ladestationen errichtet werden. Der in Ningbo produzierte Bus wird bereits in fünf chinesischen Städten erfolgreich im ÖV eingesetzt. Der für über fünf Kilometer reichende Energievorrat ist groß genug, um den Elektrobus problemlos zu laden, während die Fahrgäste an der Haltestelle ein- und aussteigen. Wichtigster Teil des chinesischen E-Busses sind Superkondensatoren mit einer Lebensdauer von über zwölf Jahren. Im Normalfall kann der Kondensator mehr als eine Million Mal aufgeladen werden.

Zwei zwölf Meter lange Busse der Firma Chariot Motors werden ab Sommer 2016 auf der Linie 50 unterwegs sein. Auf dieser Strecke werden an der Endhaltestelle Zentralfriedhof (Ladezeit: 3 bis 4 Minuten) sowie an der Haltestelle Hohenstaufengasse (Ladezeit: 30 Sekunden) ebenso in Kooperation mit der Energie Graz Ladestationen errichtet werden.

Elektrobusser sind nicht nur emissionsfrei- sie sind auch weit leiser als andere Busse unterwegs. Elektromotoren sind nahezu geräuschfrei und auch im Stillstand gibt es keine „Leerlaufgeräusche". Nur die Heizung und ev. Klimaanlagen laufen bei Bedarf permanent.


Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl, der die Gäste aus China im Rathaus empfing, ist überzeugt: „Graz ist eine smarte Stadt und mir kann es gar nicht schnell genug gehen. Dazu gehört, dass wir uns in puncto öffentlichen Verkehr nach Möglichkeiten umsehen, die praktisch und ökologisch sind. Mit Strom, vor allem aus Wasserkraft, unseren öffentlichen Verkehr, auch den Busverkehr, betreiben zu können, wäre ein Meilenstein der urbanen Entwicklung. Ich hoffe, dass der Test zur Zufriedenheit verläuft und wir dann sukzessive unsere Busflotte umstellen können!"

Verkehrsstadt Mag. (FH) Mario Eustacchio ergänzt: „Bei der CO2-Einsparung, hat sich die Stadt Graz ja ambitionierte Ziele gesetzt. Mit diesem innovativen Pilotprojekt der Holding, wird ein wichtiger Beitrag zur CO2-Reduktion geleistet".

Die elektrische Zwischenbilanz der Stadt

Ende des Jahres 2015 waren knapp 100 Elektrofahrzeuge in Graz in Betrieb bzw. bestellt. Mit den Fahrzeugen wurden im vergangenen Jahr 170.000 Kilometer zurückgelegt und es wurde eine CO2-Einsparung von umgerechnet mehr als 13.000 Kilogramm gegenüber herkömmlichen dieselbetriebenen Fahrzeugen erzielt. Zum weiteren Ausbau der Elektromobilität in Graz laufen Gespräche mit internationalen AnbieterInnen. Projekte zur Integration von multimodaler Mobilität im urbanen Raum wie etwa die „Multimodalen Knoten" sind in der Finalisierungsphase. „Multimodale Knoten" sind Mobilitäts-Hotspots im Grazer Stadtgebiet. An diesen Hotspots können die GrazerInnen durch die Verknüpfung des Öffentlichen Verkehrs wie z. B. mit Carsharing und E-Taxi Dienstleistungen sowie anderen Funktionen zukünftig ihre Mobilitätsbedürfnisse kombinieren und umfassend abdecken - ohne ein eigenes Auto besitzen zu müssen.

Quelle: Stadt Graz

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