Bild: © Georg Mayer/ Greenpeace  - Protest bei der OMV

Bild: © Georg Mayer/ Greenpeace - Protest bei der OMV

OMV startet riskante Ölbohrungen in der Arktis nahe Naturschutzgebiet

27.1.2016
Greenpeace protestiert mit riesigem Ölteppich bei OMV-Tankstelle in Wien

Wien/Barentssee - Der österreichische Mineralölkonzern OMV hat nun laut eigenen Angaben begonnen in der Arktis - unweit eines Naturschutzgebietes - nach Öl zu bohren. Anlässlich dieser Entwicklung installierten rund 30 Greenpeace-AktivistInnen auf einer OMV-Tankstelle in der Wiener Muthgasse einen symbolischen Ölteppich. Die Botschaft der Umweltschützer an den Ölkonzern lautet:

„OMV, raus aus der Arktis“.

„Dies ist ein schwarzer Freitag für die Arktis. Ungeachtet des hohen Risikos für Umwelt, Tier und Mensch steht für die OMV in Wahrheit nur der Profit im Vordergrund“, betont Adam Pawloff, Klima- und Energiesprecher bei Greenpeace in Österreich: „Wir fordern den Ölmulti auf, Verantwortung zu zeigen und die Notbremse zu ziehen. Die OMV muss ihre Ölbohrungen in der Arktis sofort und für immer auf Eis legen.“

Der symbolische Ölteppich, der die OMV-Tankstelle bedeckt, soll die drohende Gefahr für die Arktis widerspiegeln: Denn bei einem Ölunfall über dem sogenannten Hoop-Ölfeld in der norwegischen Barentssee ist es aufgrund des derzeit vorherrschenden arktischen Winters kaum möglich das Ausbreiten einer Ölpest zu stoppen. Zudem befindet sich das Ölfeld nur knapp 180 Kilometer vom Naturschutzgebiet Bäreninsel entfernt, das neben einer der größten Vogelkolonien der nördlichen Hemisphäre auch zahlreiche Säugetiere wie Eisbären, Robben oder Wale beheimatet. Weniger als sechs Tage würde es laut dem norwegischen Energiekonzern Statoil dauern, bis ein Ölunfall auf dem Hoop-Ölfeld die Bäreninsel erreicht.

„Das nahgelegene Naturschutzgebiet Bäreninsel wäre von einem Ölunfall als erstes betroffen. Die OMV muss die Ölbohrungen in der Arktis stoppen und sich aus dem Gebiet gänzlich zurückziehen - zum Schutze des Klimas und der Umwelt. Selbst die OMV kann eine Ölkatastrophe nicht gänzlich ausschließen“, weiß Pawloff. Erst vor knapp einem Jahr hat der Konzern einen Ölunfall vor der Küste Neuseelands verursacht.

Ein weiterer Stein des Anstoßes ist für Greenpeace die aktuelle Entwicklung der Firmenpolitik der OMV. Lautete vor wenigen Jahren der Werbeslogan des Ölkonzerns noch „Österreicher mit Verantwortung“, so hat sich die OMV aus Sicht der Umweltorganisation nicht nur von dieser Werbebotschaft verabschiedet. „Während die internationale Staatengemeinschaft bei der Pariser Klimakonferenz das Ende des fossilen Energiezeitalters eingeläutet hat, entwickelt sich die OMV zurück zum fossilen Dinosaurier“, so Pawloff.

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