Bild: © waldiwkl

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Greenpeace stellt neuen Fischratgeber vor

21.1.2016
Aktiver Meeresschutz ist durch bewussten Fischkonsum möglich

Wien Selten und wenn, dann nur ökologisch nachhaltigen Fisch wie etwa Karpfen konsumieren. Dies empfiehlt die Umweltschutzorganisation Greenpeace in der neu veröffentlichten aktualisierten Ausgabe des Fischratgebers. Online auf der Greenpeace-Webseite sowie als Plakat und App zum Downloaden soll der Ratgeber Orientierungshilfe beim Fischeinkauf bieten. Denn mit seiner uneingeschränkt grünen Bewertung ist der Karpfen ein Einzelfall – bei allen anderen Fischarten gilt es, genauer hinzusehen – zum Wohle von Fisch und Umwelt.

„Zahlreiche Fang- und Zuchtmethoden verursachen massive Umweltschäden. Viele Bestände sind überfischt“, sagt Greenpeace-KonsumentInnensprecherin Nunu Kaller: „Um eine umweltbewusste Wahl zu treffen, reicht der Blick auf die Fischart allein nicht aus – ausschlaggebend sind Herkunft und Fang- oder Zuchtmethode.“ Dementsprechend sind etwa Hering oder Wels zwar als grundsätzlich vertretbar eingestuft. Es gibt jedoch negative Ausnahmen, wie beispielsweise Hering aus einzelnen Subfanggebieten des Nordost- und Nordwestatlantiks oder Wels aus deutschen Aquakultur-Teichen. Bei kritischen Arten wie Lachs und Thunfisch, die zu den beliebtesten Speisefischen der ÖsterreicherInnen zählen, hilft der Fischratgeber nachhaltige Alternativen zu finden. „Ganz verzichten sollte man den Meeren zuliebe jedoch auf den gängigen Alaska-Seelachs, der in vielen Fischstäbchen und Schlemmerfilets steckt. Er wird mit Schleppnetzen gefangen, die den Meeresboden zerstören“, sagt Kaller. Ausnahmslos als „rot“ eingestuft sind im Greenpeace Fischratgeber unter anderem auch Aal, Rotbarsch, Makrele und Seehecht.

Neu aufgenommen in den Fischratgeber wurde der Saibling aus Aquakultur. Der Saibling stammt aus der Familie der Lachsfische und ist als Speisefisch in den vergangenen Jahre zunehmend beliebter geworden. Vom Bachsaibling, darunter auch aus Österreich, und dem Elsässer Saibling rät Greenpeace ab. Ökologisch vertretbar ist derzeit der Seesaibling aus Island und Österreich, sofern er in geschlossenen Kreislaufsystemen gezüchtet wurde.

Insgesamt hat die Umweltschutzorganisation auf Basis einer mit Wissenschaftlern erarbeiteten Methode rund 115 Arten bewertet, unterteilt in 550 Wildfischbestände und 120 Herkunftsländer von Aquakulturen. „Vielen Fischbeständen steht das Wasser buchstäblich bis zum Hals. Auch wenn sich einzelne Bestände gerade wieder erholen, ist die Überfischung auf einem Rekordhoch“, sagt Kaller. Rund 61 Prozent der weltweiten Speisefischbestände sind laut Welternährungsorganisation (FAO) bis an die Grenze genutzt, knapp 29 Prozent sind bereits überfischt oder erschöpft. Das tatsächliche Ausmaß der Überfischung geht jedoch sogar noch über die offiziellen Zahlen der FAO hinaus, wie eine kürzlich im Fachmagazin „Nature“ veröffentlichte Studie von Pauly & Zeller aufzeigt. Hinzu kommt, dass viele Fangmethoden sensible Ökosysteme zerstören und unzählige Meerestiere als unerwünschter Beifang im Netz landen. Die Greenpeace-Bewertung berücksichtigt deshalb bei Wildfischereien neben dem Zustand des jeweiligen Fischbestands unter anderem auch die Umweltauswirkungen der Fangmethode. Bei Aquakulturen wiederum spielen etwa die Herkunft der Eier bzw. Jungtiere, die Zusammensetzung des Futters sowie die Einhaltung von Menschenrechten eine Rolle.

Über 68.000 Tonnen Fisch wurden in Österreich im Jahr 2014 laut Statistik Austria konsumiert. Durchschnittlich werden dementsprechend rund 8 Kilogramm pro Person verzehrt. Dabei hat jeder Einzelne die Möglichkeit aktiv zum Schutz der Meere beizutragen: „Es gelten drei einfache Regeln, mit denen Verbraucherinnen und Verbraucher sich aktiv am Meeresschutz beteiligen können: Seltener Fisch und Meeresfrüchte essen, mithilfe des Greenpeace-Ratgebers bewusst Fisch aus nachhaltiger Herkunft kaufen sowie den Handel auf im Fischratgeber rot gelistete Produkte und solche mit mangelnder Kennzeichnung hinweisen“, sagt Kaller. Von Fischindustrie und Einzelhandel fordert die Umweltschutzorganisation eine nachhaltige und transparente Produktions- bzw. Einkaufspolitik.

Der Greenpeace Fischratgeber ist auch als App im Apple Store und im Google Android Store erhältlich. Mehr Information zum Greenpeace Fischratgeber finden Sie unter greenpeace.at/fisch-ratgeber. Hier können Sie auch das Plakat zum Ratgeber herunterladen.

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Weitere Infos: Greenpeace Österreich

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